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30. Juli 2021

49ers Germany

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Beyond the Horizon 56 – Draft Special: Tight Ends

12 min read

Das Draft Special von Beyond the Horizon geht schon in die vierte Runde. Heute geht es um die Tight Ends der Draftklasse von 2021. Unsere Experten präsentieren ihre Top Prospects, in dieser Positionsgruppe dürfte häufig der Name Kyle Pitts fallen, und Sleepern unter den Tight Ends. Es geht um eine Draftklasse, die in der Spitze ein „Generational Talent“ hat, aber dann auch schnell abfällt. In den vorherigen Ausgaben wurden bereits die Top Quarterbacks, Wide Receiver sowie Safeties vorgestellt.  

Unsere fünf Draft- und Collegeexperten

Jan Weckwerth vom Triple Option Blog, Julian Barsch und Yannick Politowski vom Saturday Kickoff Podcast, Robert vom CFB Germany Podcast und Lukas Martin, der Gastgeber des Mighty 5 Podcasts bringen uns ihre Top Prospects und Sleeper näher.  Unsere fünf deutschsprachigen Experten, die sich viel mit College Football auseinandersetzen und ihr Wissen in Blogs und Podcasts teilen, findet ihr hier:   

Jan WeckwerthTriple Option Blog & Sofa ScoutsTwitter
Julian BarschSaturday Kickoff PodcastTwitter & Instagram
Yannick PolitowskiSaturday Kickoff PodcastTwitter & Instagram
RobertCFB Germany PodcastTwitter & Instagram
Lukas MartinMighty 5 PodcastTwitter & Instagram

Kein Tight End wurde 2020 in der ersten Runde gedraftet

Letztes Jahr wurde am ersten Tag des NFL Drafts kein Tight End ausgewählt. Mit dem 43. Pick nahmen die Chicago Bears mit Cole Kmet (Notre Dame) den ersten Tight End vom Board. Aber Kmet blieb auch der einzige ausgewählt Tight End in der zweiten Runde. Es folgten mit Devin Asiasi (UCLA) und Dalton Keane (Virginia Tech) zwei Tight Ends in der dritten Runde, die beide von den New England Patriots ausgewählt wurden. Dazu gingen noch Josiah Deguara (Cincinnati) und Adam Trautmann (Dayton) zu den Green Bay Packers bzw. New Orleans Saints vom Board. Es folgten dann noch von der vierten bis zur siebten Runde siebten weitere Tight Ends, die die Gesamtzahl der gedrafteten Tight Ends auf zwölf erhöhte.  

Blicken wir auf die Top Prospects und Sleeper von unseren College Experten. Viel Spaß!

Top Prospect Tight End

Yannick Politowski – Saturday Kickoff Podcast: Kyle Pitts (Miami)

Seitdem ich College Football intensiver verfolge, habe ich noch nicht viele – um nicht zu sagen, gar keins – „Generational Talents“ beobachten und spielen sehen dürfen. Die diesjährige Nr. 1 der Tight End-Klasse, ändert das: Kyle Pitts, ein allein schon physisch betrachtet wahrhaftiges „Miss Match“ mit einer Größe von 198cm, einer 83 3/8 - Wingspan und einem 4.40er-40 Yards Dash.

Der erst 20 Jahre alte Pennsylvanian verbrachte seine Collegezeit bei den Florida Gators in der SEC und hob das Niveau der Offensive Dan Mullens, vor allem diese Saison, auf ein komplett neues Level. Egal, ob er In-Line aufgestellt wurde, im Slot oder als X-Receiver agierte, ihm gelang nahezu alles. Dass das so war, ist dabei keine Überraschung. Neben der tollen Connection zu Quarterback Kyle Trask halfen ihm dabei seine unheimlich vielseitigen und gut ausgebildeten Traits. Kreieren von Separation, der erste schnelle Schritt weg von der Line Of Scrimmage, seine Ball Tracking Ability (Wahnsinn!), aber auch seine ihm oft abgesprochene Blocking-Bereitschaft geben ihm ein Overall Skillset, dass es so bei einem Tight End am College wahrscheinlich noch nicht gegeben hat, und dass es so schnell auch nicht wiedergeben wird. Sein ehemaliger Tight End Coach in Gainesville, der auch schon für die damals noch in San Diego residierenden Chargers gearbeitet hat, beschrieb es ganz treffend: „Ich dachte immer, Antonio (Gates, Anm.) sei der beste Spieler, den ich jemals trainiert habe.“

Pitts hat diese Aussage schon als Student Athlete wiederlegt und darf sich auf eine Stufe mit einer wahren NFL-Legende stellen – ob er noch darüber hinaus kommt, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist es allemal.

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Robert – CFB Germany Podcast: Kyle Pitts (Florida)

Die Positionsgruppe Tight End sollte, wenn es um den Top-Prospect geht, eine der eindeutigsten Gruppen sein. Als Gators-Fan hatte ich den 4-Star Recruit aus Warminster, Pennsylvania als Break Out Kandidat im Auge. Aber die Saison, die er dann wirklich gespielt hat, konnte so niemand erwarten. Am Ende standen 34 Receptions, 770 Yards und 12 TDs in 8 Spielen auf seinem Konto. Aber diese Stats sagen nur bedingt etwas über die Leistung aus, die Pitts im vergangenen Jahr ablieferte.

Pitts war ein wesentlicher Bestandteil von einer der besten Offenses des letzten Jahres. Er manövrierte mit einer absurden Kombination aus Speed, seinem Route Running und seinen physischen Voraussetzungen (1,98 Meter groß mit einer 2,11 Meter Wingspan) durch gegnerische Defenses. Komplettiert wurde diese offensive Waffe durch sein Blocking, was auch schon auf einem extrem hohen Level ist. Es gab des Öfteren Spielzüge, die gezielt auf Pitts’ Seite geschemed wurden, um seine Blocking-Fähigkeit auszunutzen. Kyle Pitts sollte auch in der NFL ein sehr erfolgreicher Tight End werden. Go Gators!

Jan Weckwerth – Triple Option Blog: Kyle Pitts (Florida)

Ich habe in meiner langen Beschäftigung mit der Draft noch keinen so großartigen Tight End Prospect gescoutet wie Kyle Pitts. Hier passt einfach alles: Positionsflexibilität (In-Line, Slot, Outside WR), unfassbare Athletik, herausragende Routes mit technisch versierten Cuts, aus denen er konstante Separation kreieren kann. Welcher TE läuft bitte solche Slants? Pitts hat einen unfassbaren Catch Radius dank seiner monströsen Wingspan, herausragende Jumps (mit top Timing) und megasichere starke Hände, so dass er den Ball auch in Traffic sichern kann.

Im Laufe der letzten Saison haben Defense Coaches ihre besten (oder größten) Cornerbacks nach innen gezogen, es mit physischen und athletischen Safeties oder mit Cover-Linebackern versucht, teils in Doppeldeckung: ohne Erfolg. Absolute Red Zone Waffe. Dazu ist Pitts – anders als auf einigen Seiten kolportiert – ein ziemlich guter Blocker mit Punch und Gefühl für Leverage. Wurde ja sogar ab und an im Passblock eingesetzt. Dafür fehlt es ihm etwas an Anchor, doch wer sollte ihn da in der NFL einsetzen? Pitts ist ein großer Receiver und doch viel mehr als das. Generational Talent. Sagt man – und sage auch ich – viel zu oft, aber hier passts.

Julian Barsch – Saturday Kickoff Podcast: Kyle Pitts (Miami)

Ehrlich gesagt gibt es in dieser Klasse nur eine Möglichkeit für den besten Spieler. Der ist aber ein ganz besonderer! Kyle Pitts ist einer der beiden besten Spieler der gesamten Klasse und zeigt uns mit seiner Länge, Athletik und spielerischen Fähigkeit etwas, was wir lange nicht mehr gesehen haben. So flüssige Movement Skills gepaart mit tollen Händen, super Catch Radius, Fähigkeiten nach dem Catch und ich könnte noch ewig so weitermachen. Selbst als Blocker finde ich ihn solide, wobei, dass nicht seine Hauptaufgabe sein sollte. Einfach draften und genießen!

Lukas Martin – Mighty 5 Podcast: Jacob Harris (UCF)

Der Weg von Harris zu einem Prospect im NFL Draft ist ein sehr außergewöhnlicher, denn eigentlich wollte Harris ein professioneller Fußballspieler werden. Doch glückliche Umstände führten dazu, dass er schlussendlich bei den UCF Knights landete und dort in den letzten zwei Jahren zu einem interessanten Spieler für den diesjährigen Draft wurde. Harris ist vor allem wegen seiner Größe, seinem Gewicht und seiner Athletik ein wirklich spannender Prospect (1,96 m, 96 kg, 4,40 Sec 40 Yard und 81 ¼ Wingspan). Harris hat in seiner Zeit bei UCF hauptsächlich als Slot Receiver gespielt. In den beiden Jahren, in denen er gespielt hat, hat er bei 49 Catches 987 Yards und neun Touchdowns gefangen. Die 20,1 Yards pro Catch sind dabei absolute Spitze unter den TE in der diesjährigen Draft Class. Harris kreiert solide bis gute Separation von Verteidigern und kann durch seine Größe und seine Sprungkraft fast jeden Ball aus der Luft fischen.

Das größte Plus von Harris gegenüber anderen „Lateround Tight Ends“ könnten seine Specialteamfähigkeiten und sein „Work Ethic“ sein. Die Coaches von UCF hatten für ihn und seine Arbeitseinstellung nur positive Worte übrig. Das große Minus ist jedoch sein Alter, denn durch seine besondere Geschichte ist er bereits seit 2015 aus der High-School raus. Wenn er in die Liga kommt, ist er bereits 24 Jahre und hat aber nur zwei Jahre Spielerfahrung. Es wird interessant sein, wie NFL Teams ihn einschätzen, denn einige Teams sehen ihn als TE und andere als WR.

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Sleeper Tight End

Robert – CFB Germany Podcast: Kenny Yeboah (Ole Miss)

Yeboah, ein ehemaliger 2-Star Recruit, startete seine College Karriere bei den Temple Owls. Alles in allem war seine Performance bei den Owls jedoch nichts Aufsehenerregendes. Als Yeboah dann seinen Abschluss gemacht hatte wollte er noch ein weiteres Jahr als Grad Transfer anhängen und folgte seinem ehemaligen Head Coach, Matt Rhule, zu Baylor. Das war vor der 2020er Saison. Aber: Rhule übernahm nach einer erfolgreichen Saison 2019 den HC-Job bei den Carolina Panthers in der NFL. Kenny Yeboah entschied sich dann, nach Rhules Abgang, gegen Baylor und für Ole Miss.

Dort startete er auch von Anfang an komplett durch. Vor allem in den ersten vier Spiele der Saison war er kaum zu stoppen. In diesen Spielen fing er im Schnitt 4,75 Bälle für 109,5 Yards und einen TD pro Spiel. Highlight war wohl das Spiel gegen Alabama, dort hatte er am Ende 181 Receptions Yards und 2 TDs. Yeboah ist agil und schnell. Sein Blocking ist gut. Sein Route Running hat noch Entwicklungspotential. Ihm fehlt einfach ein bisschen Athletik, die die Top-TE-Prospects bereits haben. Yeboah hat ein hohes Ceiling, braucht aber wahrscheinlich noch etwas Zeit in der zweiten Reihe um dieses Ceiling zu erreichen.

Yannick Politowski – Saturday Kickoff Podcast: Hunter Long (Boston College)

Hinter Pitts, und mit Abstrichen Pat Freiermuth ist die Auswahl an Elite Tight Ends dieses Jahr schlichtweg nicht existent. Ein Spieler, den ich dennoch gerne in der NFL sehen würde, ist Hunter Long vom Boston College. Ein sehr weit entwickelter Route Runner mit guten Blocking Skills, der sehr weiche und zugleich sichere Hände hat. Ähnlich wie Pitts, wenngleich natürlich nicht auf dem gleichen Niveau, kann er versatil aufgestellt werden und sich aus verschiedensten Routen heraus auch auf seine guten Ball Skills verlassen, sobald der Ball an den Catch Point kommt.

Bei ähnlicher Größe und fast gleichem Gewicht sieht er neben dem eben noch einmal angesprochenen Pitts beinahe aus wie ein Schuljunge. Seine Athletik könnte ergo noch besser sein, auch ist er nicht der schnellste. Alles in allem aber definitiv jemand, den ich gerne in einer Nummer Zwei-Rolle mit Upside auf mehr, gerade in 12-Personnel Offenses, sehen würde.

https://open.spotify.com/episode/4TqRy9AmAcMeCKVoA9ZREC?si=73f224db8dbb4d42
https://open.spotify.com/episode/5P14EIWob6e2buETtKLdE5?si=165d1866c04546c3

Jan Weckwerth – Triple Option Blog: Kylen Granson (SMU)

Granson ist ein älterer und zu kleiner TE-Prospect, der voraussichtlich als Move-TE oder H-Back projectet. Hat eine ereignisreiche Karriere mit Stops bei Rice, im Junior College und dann final bei SMU hinter sich. Granson läuft variable Routes mit genügend Geschwindigkeit und der Fähigkeit zu Richtungswechseln. Dabei handelte es sich nicht nur um die üblichen Underneath Routes, sondern er wurde in der sowieso ja stärker vertikal ausgerichteten Mustangs-Offense regelmäßig tief geschickt (in den letzten beiden Saisons Schnitt von 16.8 und 15.3 Yards pro Passfang). Er versteht Coverage und Leverage seiner Gegenspieler und kann sich so subtile Vorteile verschaffen. Allerdings muss er dringend daran arbeiten, seine Konzentrationsdrops zu reduzieren. Nach dem Catch ist er dank seiner Physis gefährlich. Mit seiner Statur hat er naturgemäße Limitationen im Blocking. In der NFL kommt er für einen In-Line Job sicherlich nicht in Frage, aber wer in den späten Runden einen Backup-TE mit gewissem Big Play-Potenzial sucht, den man auch mal in den Slot stellen kann, sollte sich genauer mit Granson beschäftigen

Julian Barsch – Saturday Kickoff Podcast: Zach Davidson (Central Missouri)  

Ein Sleeper bei den Tight Ends ist gar nicht so einfach zu finden. Deswegen bewege ich mich mal in die NCAA Division II zu Central Missouri. Zach Davidson bringt nämlich wirklich spannende Anlagen und eine sehr besondere Geschichte mit. Er wurde nur als Punter rekrutiert und hat ein Tryout als Tight End versprochen bekommen. Als Punter war er seine gesamte Karriere sehr dominant und könnte hier im Notfall als Backup auch in der NFL relevant sein. Als Tight End überraschte er dann mit seinen tollen athletischen Fähigkeiten. Mit einer Größe von 6-6 ist er leichtfüßig, stark nach dem Catch und recht shifty. Das Receiving Upside ist definitiv da, da er mit dem Catch Radius und Ball Tracking überall gefährlich sein kann. Durch seine fehlende Erfahrung, die schwache Konkurrenz und eine Play Strength, die ganz massiv aufgebaut werden muss, wird es aber etwas dauern bis Davidson Impact haben kann. Trotz alledem traue ich es ihm zu, mit etwas Zeit zu einem Starter in der NFL zu reifen. Dazu sind die Anlagen einfach zu spannend.

Draft Special in der Übersicht

EpisodePositionsgruppe
53Quarterbacks
54Wide Receiver
55Safeties
56Tight Ends
57Offensive Line
58Defensive Line
59Running Backs
60Linebacker
61Cornerbacks