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Beyond the Horizon 55 – Draft Special: Safeties

11 min read

In der dritten Ausgabe des Draft Specials von Beyond the Horizon richten wir unseren Blick zum ersten Mal auf die defensive Seite des Balls. Nun geht es mit Top Prospects und Sleepern unter den Safeties in der diesjährigen Draftklasse weiter. Es geht um eine Draftklasse, die in der Spitze eher dünn besetzt ist und womöglich ohne Pick in der ersten Runde des Drafts enden könnte. In den beiden vorherigen Ausgaben wurden bereits die Top Quarterbacks und Wide Receiver vorgestellt.  

Unsere fünf Draft- und Collegeexperten

Jan Weckwerth vom Triple Option Blog, Julian Barsch und Yannick Politowski vom Saturday Kickoff Podcast, Robert vom CFB Germany Podcast und Lukas Martin, der Gastgeber des Mighty 5 Podcasts bringen uns ihre Top Prospects und Sleeper näher.  Unsere fünf deutschsprachigen Experten, die sich viel mit College Football auseinandersetzen und ihr Wissen in Blogs und Podcasts teilen, findet ihr hier:   

Jan WeckwerthTriple Option Blog & Sofa ScoutsTwitter
Julian BarschSaturday Kickoff PodcastTwitter & Instagram
Yannick PolitowskiSaturday Kickoff PodcastTwitter & Instagram
RobertCFB Germany PodcastTwitter & Instagram
Lukas MartinMighty 5 PodcastTwitter & Instagram

Kein Safety wurde 2020 in der ersten Runde gedraftet

Im vergangenen Jahr nannte NFL Commissioner Roger Goodell am ersten Tag des Drafts nicht einen Namen von einem Safety. Es dauerte bis zum 36. Pick Overall als die New York Giants mit Xavier McKinney (University of Alabama) den ersten Safety vom Board holten. Es folgten mit Kyle Dugger (Lenoir-Rhyne University) zu den New England Patriots, Grant Delpit (Louisiana State University) zu den Cleveland Browns und Antoine Winfield Jr. (University of Minnesota), den die Tampa Bay Buccaneers auswählten, sowie Jeremy Chinn (Southern Illinois University) zu den Carolina Panthers noch vier weitere Safeties in der zweiten Runde.  

Blicken wir auf die Top Prospects und Sleeper von unseren College Experten. Viel Spaß!

Top Prospect Safety

Yannick Politowski – Saturday Kickoff Podcast: Jevon Holland (University of Oregon)

Die diesjährige Safety-Klasse ist – zumindest in der Spitze – relativ dünn besetzt und auch hinten raus etwas schwach auf der Brust. Bisher habe ich kein einziges Prospect mit einer First Round Grade versehen; die einzige Positionsgruppe, bei der das so ist. Dennoch gibt es natürlich einen Spieler, den ich etwas besser einschätze als den Rest seiner „Kollegen“. Dieser jemand hört auf den Namen Jevon Holland und verbrachte seine bisherige Karriere an der University Of Oregon in Eugene. Während seiner drei Jahre am College spielte der 6’1‘‘ große Junior größtenteils auf eben der Position des Safeties, aber auch als Slot- oder Nickel-Corner auf höchstem Niveau.

Er ist ein Leader, der die Offensive des Gegners so zu lesen weiß, dass es ihm ein Leichtes ist, wenn nötig kurz vor dem Snap noch Anpassungen in der Aufstellung an seine Mitspieler weiterzugeben. Des Weiteren ein exzellenter Athlet mit fluiden Hüften, hervorragender Körperkontrolle und einer ausgezeichneten Agilität, fällt es ihm leicht, in Coverage dominant zu performen. Egal, ob als Free Safety, im Slot oder als Nickel aufgestellt.

Seine Ballskills sind mehr als gut, für mich sogar die besten dieser Klasse – neben André Cisco, einem Freelancer erster Güte aus Syracuse. Ohne das böse zu meinen. 😉. Trifft er auf einen Defensive Coordinator, der mit seiner Versatilität umzugehen weiß, kann er ein ganz Großer in der NFL werden. Aber auch als Nickel-Corner könnte ich ihn mir in der heutigen NFL unheimlich gut vorstellen. Ob er in Runde 1 gezogen wird, sei einmal dahingestellt. Der erste Safety, der vom Board geht, sollte er meiner Meinung nach trotzdem sein.

Robert – CFB Germany Podcast: Trevon Moehrig (Texas Christian University)

Generell bin ich von der Breite meiner absoluten Lieblings-Positionsgruppe dieses Jahr nicht wirklich begeistert. Von den Safeties, die dieses Jahr in den Draft gehen, gefällt mir TCU’s Trevon Moehrig jedoch am besten. Moehrig ist ein typischer Free Safety. Er kann als letzter Mann in der Defense das ganze Feld covern, brilliert in Zone Coverage und in Single High. Seine Ball Skills gefielen mir über seine ganze College Karriere hinweg sehr. In drei Jahren bei TCU hat er 7 Interceptions gefangen.

Ein weiterer Skill, der dazu geführt hat, dass ich Moehrig schon früh im Auge hatte, ist sein Tackling. Er spielt einfach absolut brutal, erkennt Laufspielzüge schnell, schließt die Lücke zum Ballträger und bestraft den Gegenspieler mit richtig, richtig starken Hits. Richtige Draft Experten würden an der Stelle jedoch noch anmerken, dass diese Aggressivität bei Moehrigs Tackling des Öfteren nach hinten losgegangen ist. Seine Spielintelligenz wird von vielen Scouts hervorgehoben. Er galt als Dirigent der Horned Frogs Defense, eine Unit von der TCU Headcoach Gary Patterson mental sehr viel abverlangen soll.

Jan Weckwerth – Triple Option Blog: Trevon Moehrig (Texas Christian University)

Für mich sogar mit einigem Abstand der beste Safety der Klasse. Moehrig bringt zwei Jahre Erfahrung als Starter im speziellen Defense-System von TCU mit, wo meist mit Two-Deep Safeties agiert wurde. Er ist in der NFL aber auch als alleiniger Centerfielder vorstellbar. Moehrig besitzt einen Top Football-IQ und herausragende Instinkte bei der Spielzugerkennung. Technisch ist er ebenfalls sehr weit, hat einen sauberen und flüssigen Backpedal und kann daraus starke Breaks auf Pässe vor ihm generieren. Sehr effizient am Catch Point, wo er mit seinen langen Armen mehr Pässe als jeder andere Safety in den vergangenen zwei Saisons abwehren konnte. Als Centerfielder hat er eine gute, wenngleich nicht exzellente Range, doch helfen ihm seine Antizipation und Erfahrung beim Lesen der Tendenzen des Quarterbacks.

Die tiefe Man Coverage ist für einen Safety superb, hier kann er trotz fehlendem Top-Speed kleinere Separation wieder ausgleichen. Vor allem gerät er nicht in Panik, wenn der Ball unterwegs ist, und bleibt stets diszipliniert. Einziges Manko ist seine fehlende Balance aus der Transition bzw. aus Cuts (gerade bei nach außen gehenden Routes), wo er einige Male weggerutscht ist. Im Run Support besticht er mit harten Tackles und kann sich einigermaßen effektiv von Blocks lösen. Er füllt Gaps solide, muss allerdings gerade bei Runs über außen seine Tendenzen zum Overpursuing abstellen. Hier fällt der Winkel nicht immer optimal aus. In der Box ist er weniger effektiv, da er den Ballträger nicht immer schnell genug lokalisieren kann und daher gelegentlich falsche Schritte nimmt. Insgesamt bietet Moehrig ein sehr variables Skillset mit nur wenigen Schwächen. Für mich sogar ein Top 20-Pick.

Julian Barsch – Saturday Kickoff Podcast: Andre Cisco (University of Syracuse)

Mein Nummer 1 Safety ist Andre Cisco von Syracuse. Allerdings muss man da sehr stark auf das Scheme und die Philosophie schauen. Gerade im System der Rams, was wir jetzt mehr und mehr sehen werden, erwarte ich eher intelligente und nicht zwingend ultra-athletische Safeties. Es ist gerechtfertigt, Cisco wegen seiner Aussetzer tiefer zu sehen. In dieser Klasse fehlt es aber an Upside und daher habe ich ihn ganz oben.

Andre Cisco hat hervorragende Movement Skills, spielt furchtlos und die Production ist mit 13 Interceptions in 24 Spielen wirklich absurd. Seine Play Recognition und Instinkte sind in Coverage wirklich gut. Auch als Tackler ist er physisch und kann im Open Space den Ballträger stoppen. Leider verleiten ihn seine Instinkte gerade gegen den Run, häufig zu aggressiv zu sein. Daher würde es ihm guttun, sich in Geduld zu üben. Letztendlich ist Cisco ein toller Playmaker, der aber gleichzeitig in die Gruppe „High Risk-High Reward“ eingeordnet werden muss.

Sleeper Safety

Robert – CFB Germany Podcast: Hamsah Nasirildeen (Florida State University)

Nasirildeen ist für mich ein typischer Sleeper. Sein Talent sollte ihn eigentlich in eine frühe, wenn nicht sogar die erste Runde pushen, Verletzungen während seiner College Karriere machten ihm aber einen Strich durch diese Rechnung. In seiner Freshman Saison bei FSU war er in allen 13 Spielen aktiv, operierte aber eher im Hintergrund. In seiner zweiten Saison bei den Seminoles gelang ihm dann der Durchbruch. Am Ende standen 91 Tackles und eine Interception auf seinem Konto. In seiner Junior Saison machte er nochmal einen Schritt nach vorne und war einer der wenigen Lichtblicke in einem Team, das ihren Head Coach mitten in der Saison feuerte und die Saison mit einem enttäuschenden 6-7 Record beendete.

In dieser 2019er Saison zog er sich auch seine schwere Verletzung zu: Im Rivalry Game gegen die Florida Gators holte er sich einen Kreuzbandriss. 2020 spielte er in zwei Spielen, schien aber noch nicht 100% von dieser schweren Knieverletzung recovert zu haben. Hamsah Nasirildeen ist ein starker Athlet und kann daher im Grunde jede erdenkliche Position als Safety spielen: Tiefe Zone, Man Coverage gegen den besten TE oder RB, als Extra Verteidiger in der Box - alles kein Problem für den ehemaligen Nr. 1 Recruit aus North Carolina (Recruiting Class 2017). Auch im Tackling ist Nasirildeen eine Augenweide. Er nimmt immer sehr gute Winkel, ist generell stark gegen den Run und kann sich sehr geschickt von Blocks lösen.

Yannick Politowski – Saturday Kickoff Podcast: Tariq Thompson (San Diego State University)

Einen Sleeper zu benennen, fällt mir hier nicht schwer. Während Cincinnatis James Wiggins beispielsweise längst weit oben auf den Big Boards vieler NFL Scouts stehen dürfte, fliegt ein anderer, sehr vielseitig einsetzbarer Defensive Back aus der Group Of Five noch mehr oder weniger unter dem Radar. Die Rede ist von Tariq Thompson, einem Senior der San Diego State Aztecs. Auch dank seiner hervorragenden Saison spielte das Team von Brady Hoke eine einigermaßen erfolgreiche Runde mit einem 4-2-Conference-Record.

Überwiegend als Nickel-Corner aufgestellt, weiß Thompson sehr genau, wann und wie er Tackles ansetzen muss, vor allem, um ein guter Support gegen den Run zu sein. Aber auch im freien Raum bewegt er sich gut, flink, präzise und unheimlich instinktiv, sodass er Pass Plays des Gegners oft schon im Keim ersticken konnte. Ähnlich wie Holland kann er „all over the field“ aufgestellt werden, was ihm, und hier wiederhole ich mich, als professionellem Footballer höchstwahrscheinlich entgegenkommen wird.

Leider fehlt ihm etwas der High End Speed, sodass er gegen die in der Breite immer flinker werdenden Receiver der NFL Probleme bekommen könnte, dauerhaft zu bestehen. Durch seine oben bereits angesprochene Positionsvielfalt, absolut überdurchschnittliche Ball Skills und das gute Verständnis für und von Leverage dürfte er eine langjährige Profikarriere vor sich haben.

Jan Weckwerth – Triple Option Blog: S James Wiggins (Cincinnati)

Wiggins ist einer meiner Lieblings-Sleeper der gesamten Draft. Ich bin eh ein riesiger Fan der Bearcats-Secondary (über meinen Mancrush CB Sauce Gardner werden wir nächstes Jahr noch intensiver reden), und Wiggins hat diese Truppe hinten hervorragend zusammengehalten und abgesichert. Er hat Erfahrung auf allen Safety-Positionen (Centerfield, Box, Slot) sammeln können. Er besitzt eine Top-Athletik, die sich auch aufs Feld überträgt. Aus Off-Coverage reagiert er extrem schnell und schießt regelmäßig mit beeindruckendem Burst vor Underneath Routes. Seine Fußarbeit ist technisch noch ausbaufähig, wie man unter anderem am Pedal und am Turn merkt, dennoch ist seine Man Coverage eng und effektiv.

Als Centerfielder in Zone hat er eine gute Range zu den Seitenlinien, wie mehrere Interceptions am Perimeter unterstreichen können. Wiggins ist ein extrem energetischer Spieler, der überall unterwegs ist und lieber mal einen Weg zu viel macht. Er tacklet wirklich hart und mit fantastischem Closing Speed. Die Inkonstanz bei den Angles zum Tackle ist immerhin geringer geworden. Er kann auch in der Box spielen, ist dort jedoch unter anderen aufgrund seiner kurzen Arme gegen Blocks ein wenig limitiert. Wiggins ist ein älterer Prospect, der zudem 2019 einen Kreuzbandriss überstehen musste. Insofern wird er nicht ganz oben gehandelt, könnte aber ein spannender Pick für den frühen dritten Tag sein.

Julian Barsch – Saturday Kickoff Podcast: Christian Uphoff (Illinois State)  

Mein Sleeper ist Christian Uphoff vom FCS Programm Illinois State. Uphoff hat eine starke Kombination aus Länge, Frame, Athletik und Ball Skills. Dazu kann er sehr vielseitig eingesetzt werden. Seine Play Recognition und das Tackling muss er aber definitiv noch verbessern. Vielleicht überrascht ein Team und nimmt ihn früh an Tag 3.

Draft Special in der Übersicht

EpisodePositionsgruppe
53Quarterbacks
54Wide Receiver
55Safeties
56Tight Ends
57Offensive Line
58Defensive Line
59Running Backs
60Linebacker
61Cornerbacks