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49ers Germany

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49ers @ Rams: The Good, the Bad and the Ugly! Week 12

12 min read

Nach der Bye Week kehrten die San Francisco 49ers mit einem Auswärtserfolg bei den Los Angeles Rams in den Spielbetrieb zurück. Mit 23:20 holte sich das Team von Head Coach Kyle Shanahan den fünften Saisonerfolg und den zweiten Sieg gegen die Rams in dieser Spielzeit. Also nur eine gefüllte Kategorie „The Good“? Mitnichten. Es gab auch „The Bad“ und natürlich auch etwas für „The Ugly“ – ein letzter Blick zurück vor den Wochen in Arizona…  

THE GOOD:

Die Moral des Teams!

Nach der Halbzeitpause führten die 49ers durch einen Pick Six von Javon Kinlaw und ein Field Goal von Robbie Gould mit 17:6. Anschließend übernahm die Defense der Rams in Person von Aaron Donald (fünf Tackles, ein Sack, vier QB Hits, Forced Fumble und ein abgewehrter Pass) die Kontrolle und Gastgeber erzielten 17 Punkte in Serie und führten mit 20:17 kurz nach Beginn des Schlussviertels. Hier hätte das Momentum endgültig zuungunsten der Niners kippen können, aber das Team richtete sich an den Schlüsselspielern wie Deebo Samuel und Richard Sherman auf und ließ sich den Sieg nicht nehmen.

Die Rückkehrer!

Zahlreiche Spieler kehrten von der Injured Reserve List sowie der Reserve/COVID-19 List zurück. Allen voran hatten Cornerback Richard Sherman (sieben Tackles, ein Tackle for Loss, eine Interception und ein abgewehrter Pass), Wide Receiver Deebo Samuel (133 Receiving Yards bei elf Receptions) und Raheem Mostert (43 Rushing Yards und einen Rushing Touchdown) großen Anteil am fünften Saisonerfolg. Das Team wirkte ausgeruhter, frischer und gesünder. Dazu hat man den Anführer Richard Sherman wieder auf dem Feld.

Der Coaching Staff!

Hier geht es heute einmal nicht ausschließlich um Coaching und In-Game Decisions und Adjustments. Diese waren in der Defense von Coordinator Robert Saleh sehr gut. Angesichts der Leistungen der ersatzgeschwächten Defense in den vergangenen Wochen ist es kein Wunder, dass der Name Saleh nun auch in Detroit bei den Lions fällt, wenn es um die Besetzung des vakanten Head Coach Jobs geht. In der Offense reichte es, um im letzten Quarter das Ruder noch einmal herumzureißen.

Aber: Der Coaching Staff und allen voran Kyle Shanahan hat es geschafft, dass das Team trotz der Nachricht vom Santa Clara County, welche das Team mehr oder weniger heimatlos gemacht hat, total fokussiert in die Partie im SoFi Stadium gegangen ist. Das Team verlässt sich auf die Coaches und das Management und die Coaches führen das Team durch diese ungewöhnlichen Zeiten. Die Nachricht, dass man in den kommenden Wochen in Santa Clara weder trainieren noch Spiele austragen kann, erreichte das Team während des Fluges nach Los Angeles. Angesichts der Umstände hat der Coaching Staff hier einen ausgezeichneten Job gemacht!

Die Secondary!

Richard Sherman ist zurück und endlich konnten die 49ers im Defensive Backfield aus dem Vollen schöpfen. Mit den Cornerbacks Sherman und Jason Verrett sowie einem ausgezeichneten Free Safety Jimmy Ward, der das höchste Pro Football Focus Grade für einen Safety in den vergangenen zwei Jahren bekam, konnte das Team sogar erneut Cooper Kupp und Robert Woods praktisch neutralisieren und zwei Interceptions erzielen. Emmanuel Moseley rückte nach dem Ausfall von Jamar Taylor, dazu später mehr, auf die Position des Nickelbacks und schaltete Kupp gnadenlos aus. Auch die ansonsten gefährlichen Tight Ends der Rams waren bei Ward, Tarvarius Moore (der Schwächen in der Run Verteidigung mit schlechten Winkeln zeigte) und den Linebackern Fred Warner und Dre Greenlaw abgemeldet.

Deebo Samuel!   

Die Offense der 49ers bestand gegen die Rams aus Deebo Samuel. Samuel fing elf von 13 Targets für 133 Yards mit 136 Yards after Catch. Für Samuel ist es das erste 100 Receiving Yards Game in dieser Saison und das vierte in seiner Karriere. Er spielte mit solch einer starken Körpersprache und Attitüde, dass er da Team in den entscheidenden Situationen mit erkämpften Yards mitriss.

Kerry Hyder!

Kerry Hyder machte gegen die Rams nicht nur vier Tackles, sondern auch 2,0 Sacks und eine Fumble Recovery. Damit führt er das Team mit nunmehr 7,5 Sacks an und kommt in seiner Karriere auf 17,5 Sacks. Es war sein drittes Spiel in seiner Laufbahn mit mehr als einem Sack. Damit hat Hyder in sieben von elf Spielen mit den 49ers mindestens 0,5 Sacks erzielt. Die Fumble Recovery von einem Jared Goff Fumble ist die erste Recovery für Hyder in dieser Saison und die dritte in seiner Karriere. Hyder macht unter Kris Kocurek eine sensationelle Entwicklung und es dürfte schwer für die 49ers werden ihn für die kommende Spielzeit zurückzubringen.

Javon Kinlaw!

Defensive Tackle Javon Kinlaw fing seine erste Interception in der NFL. Diese konnte er zu Beginn der zweiten Halbzeit über 27 Yards in die Endzone zum Pick Six returnieren. Damit erzielte er auch seinen ersten Touchdown in der NFL. Es ist der erste Touchdown eines Defensive Lineman seit der Saison 2010. Ray McDonald erzielte bei den Carolina Panthers einen defensiven Touchdown. Dazu ist es die erste Interception von einem 49ers Rookie, die zum einem Touchdown returniert worden ist, seit Dontae Johnson 2014 bei den Rams dieses Kunststück gelang. Vor der Bye Week sammelte er gegen die Saints seinen ersten 1,5 Sacks ein und belohnt sich nun von Spiel zu Spiel mehr.

Jimmie Ward!

Nach einem durchwachsenen Saisonstart kommt Jimmie Ward immer besser in Fahrt. Seit Woche 7 ist er der am besten gegradete Safety nach den Metriken von Pro Football Focus. Die Plattform bewerte ihn mit einem Overall Grade von 94,7. Dies ist das zweithöchste Rating, welches PFF in den vergangenen zwei Jahren für einen Safety verliehen hat. Jimmie Ward wechselte sich mit Tarvarius Moore als Free Safety ab, spielte oft in der Box nahe an der Line of Scrimmage und agierte auch in der Coverage gegen den Slot Receiver der Rams. Ward gelangen gegen Malcolm Brown und Jared Goff zwei Forced Fumbles – die ersten beiden Forced Fumbles in seiner NFL Karriere. Bei acht Targets ließ er nur drei Receptions für 16 Yards.

Richard Sherman!

Richard Sherman ist ein außergewöhnlicher Spieler. Nach zehn Spielen Pause zeigte er eine Leistung, als sei er nie weg gewesen. Pro Football Focus bewertete ihn mit 80,4. Sherman erzielte fünf Tackles und ließ bei zwei Targets einen Reception zu. Dabei gab er neun Yards ab. Dazu fing die Nummer 25 der 49ers einen Pass von Jared Goff ab. Er returnierte die Interception anschließend für 19 Yards. Es war die erste Interception von Sherman in dieser Saison und die 36. in der Regular Season während seiner gesamten Karriere. Damit führt er alle aktiven Spieler an. Aber die Bedeutung von Sherman liegt nicht allein in den sportlichen Fähigkeiten begründet. Er ist der Leader des Teams mit positiver, aggressiver Körpersprache und seinem unbändigen Einsatzwillen!

Robbie Gould!

Ein verschossenes Field Goal aus 50 Yards brachte den Veteran Kicker der 49ers nicht aus der Ruhe. Als es darauf ankam verwandelte Robbie Gould mit noch vier Sekunden auf der Uhr ein Game-Winning Field Goal aus 42 Yards. In seiner fünfzehnjährigen Karriere in der NFL traf er bisher 16 Game-Winning Field Goals. Sechs davon erzielte Gould im Trikot der 49ers. Auch sein letztes Game-Winning Field Goal traf Gould gegen die Los Angeles Rams. Es war beim 34:31-Heimnerfolg gegen die Rams am 21. Dezember 2019. Dies brachte ihm auch bereits zum neunten Mal die Auszeichnung zum NFC Special Teams Player of the Week ein.

THE BAD:

Nick Mullens!

Manchmal lügen halt auch die eigentlich recht ordentlichen Stats – zumindest, wenn man die Partie nicht gesehen hat. Quarterback Nick Mullens brachte 24 von 35 Passversuchen zu seinen Mitspielern. Dabei sprangen 252 Yards und eine böse Interceptions heraus. Er beendete die Partie mit einem Passer Rating von 77,3 und lag beim Total QBR von ESPN mit 45,7 auf dem 20. Platz für Week 12. Mullens verlor durch zwei Sacks 19 Yards. Im zweiten Quarter verursachte er beim dritten Versuch und zwei eine Delay of Game Penalty und verfehlte dann beim folgenden Play einen völlig freien Tight End Jordan Reed um einige Meter.

In den ersten drei Vierteln brachte er nur 13 von 21 Pässen für 135 Yards an, brachte das Team aber mit 11 von 14 für 117 Yards im letzten Quarter zurück ins Spiel. Schlechte Reads, gefährliche Würfe in heavy Traffic in Richtung von Jordan Reed und kaum Übersicht zeichneten sein Spiel am Sonntag aus. Mullens klebt am ersten Read und hat keine Augen für Raum in den Flats oder an der Seitenauslinie. Viel Schatten und ein wenig Licht von Mullens im vierten Quarter sowie Deebo Samuel haben gerade so gereicht gegen die Rams!

Quarterback Coaching und Offense Adjustments!

Vor der vergangenen Saison verließ Quarterbacks Coach Rich Scangarello die Niners und wurde Offensive Coordinator bei den Denver Broncos. Sein Nachfolger Shane Day entwickelt die Quarterbacks der Niners nicht weiter und scheint auch seine Schwierigkeiten mit In-Game Adjustments zu haben. Die Rams haben bewusst in vielen, vielen Spielzügen die Flats sträflich frei gelassen – insbesondere auf der rechten Seite. Die Defense der Rams stand massiert in der Mitte des Feldes um das Running Game zu stoppen und um ihre Linebacker nicht in Eins-gegen-Eins-Duelle gegen die schnellen Receiver der 49ers kommen zu lassen. Daraus resultieren natürlich Freiräume an den Außenlinien.

Day geht nach jedem Drive die Aufstellungen und Schemes des Rams mit seinem Quarterback durch. Aber es gab nicht einen Pass in diese Freiräume. Keinen Rollout, keine Wheel Route des Running Backs in die Flat. Dies ist eine „einfache“ Stellschraube: Mullens muss „nur“ Pässe über ein paar Yards werfen und man kann einiges an Yards an der Außenlinie machen. Auf jeden Fall zwingt man die Defense diese Lücken zu schließen und schafft mehr Platz. Hier ist der Coaching Staff um Shanahan, Day und Passing Game Coordinator Mike LaFleur sowie Run Game Coordinator Mike McDaniel in der Pflicht, einen besseren Game Plan zu erstellen.  

Verletzungen!

Kein Spiel der 49ers ohne Verletzungen. Man hat sich in der Saison 2020 ja leider bereits daran gewöhnt. So auch diese Woche. Jamar Taylor erlitt einen Kreuzbandriss und fällt sechs bis neun Monate aus. Nach Nick Bosa, Solomon Thomas und Jalen Hurd ist dies nun der vierte Kreuzbandriss für die Niners in dieser Saison. Dazu zog sich Cornerback Ken Webster eine schwere Hamstring Verletzung zu. Beide landeten auf der Injured Reserve List.

… AND THE UGLY:

Ball Protection!

Die 49ers leisteten sich nicht nur eine Interception von Nick Mullens gegen die Los Angeles Rams, sondern fumbelten auch gleich dreimal den Ball. Und alle drei Fumbles gehen auf das Konto des Running Back Rooms. Fullback Kyle Juszczyk hatte noch Glück, dass sein Fumble ins Seitenaus rollte. Jeff Wilson und Raheem Mostert verloren jeweils einmal das Spielgerät und dies alles, weil beide im entscheidenden Moment nicht beide Hände am Ball hatten. Die 49ers liegen auf einem enttäuschenden 24. Platz in Sachen Turnover Differential. Wollen die 49ers im Endspurt noch auf den Playoff Zug aufspringen, muss sich das Team hier deutlich steigern. Aber es geht wie bei Pässen in die Flats um Basics!

„Homeless 49ers“

Das County Santa Clara verschärfte am vergangenen Samstag die COVID-19 Maßnahmen. Dabei wurden unter anderem sämtliche Kontaktsportarten von Training bis zur Austragung von Wettbewerben für einen Zeitraum von drei Wochen (Start am 30. November 2020 um 0:01 Uhr) untersagt. Damit machte das County die 49ers praktisch zu Heimatlosen. Nun kommt das Team für die kommenden drei Wochen in Arizona unter und kann dort trainieren und im State Farm Stadium der Arizona Cardinals spielen. Das Team bezieht sozusagen ein zweites Training Camp in einem Bezirk, in welchen die Quote der Infektionen sogar noch höher ist als in Santa Clara.

Das Santa Clara County hat seine Entscheidung unter anderem damit begründet, dass die Verknappung der Krankenhaus- und insbesondere der Intensivbetten eine entscheidende Rolle spielt. Team, Coaching Staff, medizinische Abteilung, Front Office und Co. wohnen, leben und arbeiten nun in einem Hotel in Glendale. Ohne Familien in Richtung Weihnachten - isoliert in einem Hotel in der Wüste (mehr oder weniger zumindest). Hier sind die Teamverantwortlichen nun nicht nur in sportlicher, sondern auch in psychologischer Hinsicht gefordert. Denn wer sagt denn, dass die 49ers nach diesen drei Wochen nach Santa Clara zurückkehren können. Fortsetzung folgt.  

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