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23. Juni 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

49ers hilflos, ideenlos und chancenlos

10 min read

Im Thursday Night Game des 9. Spieltags der NFL gingen die San Francisco 49ers im Levi`s Stadium unter. Das stark dezimierte Team hatte gegen die Offense der Green Bay Packers um Aaron Rodgers und Davante Adams zu keinem Zeitpunkt der Partie den Hauch einer Chance. Am Ende musste man die vierte Heimniederlage im fünften Spiel mit 17:34 hinnehmen, aber man lag im vierten Quarter sogar mit 3:34 zurück. Das Team präsentierte sich in der Defense hilflos, in der Offense ideenlos und insgesamt chancenlos und fällt auf 4-5 zurück. Die Packers dagegen verbesserten sich auf 6-2 und haben die Playoffs fest im Blick.    

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ERSTES QUARTER:

Im fünften Heimspiel der Saison gewannen die San Francisco 49ers den Coin Toss. Aber anstatt selbst den Ball zu nehmen, entschied man sich dafür, zunächst Aaron Rodgers den Ball in die Hand zu geben und erst nach der Pause den Vorteil zu haben, mit der Offense aufs Feld zu kommen. Die Defense der 49ers bekam direkt im ersten Drive zu spüren, was sie in den kommenden 60 Minuten erwartet. Mit der Rückkehr von Running Back Aaron Jones hatte Rodgers nun auch wieder eine gefährliche Option auf dem Boden.

Rodgers auf Adams zum Touchdown im Opening Drive

Jones bekam auch im ersten Drive gleich zweimal den Ball und erlief 17 Yards. Dazu fing er auch noch zwei Pässe für 20 Yards. Mit dem ersten tiefen Pass über 36 Yards auf Davante Adams erzielten die Packers den ersten Touchdown. Mit sechs Plays zogen die Packers über das Feld und die Defense der 49ers war nicht einmal in der Nähe von Aaron Rodgers. Mason Crosby traf den PAT und brachte die Gäste aus Wisconsin mit 7:0 in Führung.

Die Offense, die durch Verletzungen und COVID-19 Beschränkungen keinen einzigen Spieler aufs Feld bringen konnte, der im NFC Championship Game den Ball in der Hand hatte, musste direkt mit einem Three-and-out vom Feld. Interessanterweise wählte man zu Beginn der Partie gleich drei Passing Plays und versuchte einmal die Defense der Packers tief zu attackieren. Aber weder hatte Richie James bei dem Versuch Separation, noch konnte Mullens den Ball in der Nähe des Receivers platzieren.

Die Packer schafften zwar im anschließenden Drive ein First Down, schlugen sich dann aber selbst mit einem Drop von Adams und Emmanuel Moseley wehrte einen tiefen Pass auf Adams spektakulär ab. Zu diesem schien es so, als könnte sich die Niners in die Partie hineinarbeiten. Es folgte ein Drive über elf Plays und über sechs Minuten Spielzeit. Ein typischer Drive der 49ers. Aber es begann mit einem Big Play: Nick Mullens fand Richie James, dessen Einsatz aufgrund einer Knöchelverletzung auf der Kippe stand, für 43 Yards Raumgewinn.

River Cracraft kann den Ball nicht zum Touchdown fest machen

Dieser Pass zeigte, wie anfällig die Packers abseits von Cornerback Jaire Alexander in der Secondary sind. Man kämpfte sich über Jerick McKinnon und JaMycal Hasty mit Laufspiel an die Endzone heran. Man war dem Ausgleich nahe, aber Wide Receiver River Cracraft konnte ein schönes Zuspiel von Mullens nicht zum Touchdown Dingfest machen. Nach Replay wurde der Touchdown Call zurückgenommen und die 49ers mussten sich mit einem Field Goal begnügen. Robbie Gould verkürzte aus 22 Yards auf 3:7.

Als dann die Packers im anschließenden Drive mit einem Three-and-out vom Feld mussten, keimte Hoffnung bei den 49ers auf. Das Three-and-out hatte zwar mit einem Drop von Marquez Valdes-Scantling beim dritten Versuch und vier zu tun als mit starker Defense, aber das sollte den 49ers an dieser Stelle egal sein.  

ZWEITES QUARTER:

Damit hatten die 49ers zu Beginn des zweiten Quarters so ein wenig das Momentum auf ihrer Seite. Mit drei Rushing Plays über Jerick McKinnon (zwei und elf Yards) und JaMycal Hasty (vier Yards) sowie einem Pass auf Richie James für 18 Yards setzte man die Defense der Packers unter Druck. Mit einer Offensive Holding Strafe gegen Richie James machte man nicht nur einen schönen Outside Zone Run über Hasty für sieben Yards zunichte, sondern brachte nun sich selbst unter Druck. Bei einem kurzen Zuspiel konnte Mullens den Ball nicht zu River Cracraft bringen und es folgte ein dritter Versuch mit 16 Yards zu gehen.

Turnover durch Interception gegen Mullens

Die Packers blitzten Mullens und der Quarterback wählte die schlechteste aller möglichen Entscheidungen. Anstatt den Sack zu nehmen, warf er den Ball einfach in die Richtung von Jerick McKinnon – viel zu kurz in einem hohen Bogen. Safety Raven Green hatte keinerlei Probleme den Pass zu intercepten und auch noch über 17 Yards zu returnieren.

Das Turnover bestraften die Packers mit einem Drive über neun Plays zum zweiten Touchdown. Viermal lief Aaron Jones den Ball und mit mehreren kurzen Zuspielen brachte Rodgers sein Team immer näher an die Endzone heran. Beim dritten Versuch und Acht hatten die 49ers Pech mit einer Defensive Pass Interference Strafe gegen Jason Verrett. Im anschließenden Play ließ Jaquiski Tartt Tight End Mercedes Lewis nicht nur aus den Augen, sondern völlig frei. Durch den verwandelten Extrapunkt machten die Packers aus dem Turnover sieben Punkte und führten mit 14:3.

Packers entscheiden die Partie praktisch vor der Pause

Es kam wie es nun kommen musste: Das Momentum war nach dem Turnover komplett auf Seiten der Packers und die 49ers mussten vor der Halbzeitpause noch zweimal mit einem Three-and-out vom Feld. Und auch im folgenden Packers Drive schoss man sich praktisch selber in den Fuß. Eine Interception von Jason Verrett wurde zurückgenommen, weil die 49ers zu viele Spieler auf dem Feld hatten. Defensive Liner Kentavius Street hatte es nicht rechtzeitig vom Feld geschafft.

Der Touchdownpass war ein richtiges Big Play. Über 52 Yards bediente Rodgers Marquez Valdes-Scantling zum dritten Touchdown vor der Halbzeitpause. Valdes-Scantling war im Slot gestartet und ging dann mühelos mit einer Go-Route an Marcell Harris, der für den erneut verletzten Jaquiski Tartt in die Partie gekommen war, vorbei zum Touchdown. Crosby verwandelte auch Extrapunkt Nummer drei und die Packers gingen mit einer 21:3-Führung in die Halbzeitpause.   

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DRITTES QUARTER:

Die 49ers bekamen nach der Halbzeitpause den Ball. Aber die Offense schaffte nur durch eine Defensive Pass Interference Strafe ein First Down und musste nach insgesamt vier Plays erneut Punter Mitch Wishnowsky aufs Feld schicken. Insgesamt hatte man während des Drives einen Raumgewinn von fünf Yards erzielt.

Besser machten es zum wiederholten Mal die Packers. Beim dritten Versuch und sieben konnte Rodgers mit aller Zeit er Welt Davante Adams über 49 Yards bedienen und den vierten Touchdown vorbereiten. Rodgers und seine Offense überbrückten 80 Yards mit neun Plays in sechs Minuten Spielzeit. Zum zweiten Mal fand Rodgers Marquez Valdes-Scantling in der Endzone. Jason Verrett konnte den Receiver nicht am Catch hindern. Mason Crosby erhöhte für die Packers auf 28:3.

Za'Darius Smith mit Strip Sack gegen Mullens zum Turnover

Für die 49ers sollte es aber noch schlimmer kommen. Das Fehlen von Left Tackle Trent Williams machte sich von Play zu Play mehr bemerkbar. Shanahan hatte aber nicht nur Williams durch Justin Skule ersetzt, sondern auch noch Daniel Brunskill von Right Guard auf Center gestellt und Tom Compton kam zu seinem ersten Einsatz in der Saison 2020. Za’Darius Smith, der seinen Gala-Form aus 2019 noch ein wenig hinterher läuft, sackte Nick Mullens, nachdem er Skule zum wiederholten Male düpiert hatte, für acht Yards Raumverlust. Dabei fumbelte Mullens das Spielgerät und Smith konnte den Ball für seine Farben erobern.

Rodgers ließ nicht locker und attackierte nach gewohntem Muster die Cornerbacks der 49ers. Im ersten Play traf es Emmanuel Moseley, der gegen Tyler Ervin 24 Yards abgab. Insbesondere Davante Adams bekamen die 49ers nie in den Griff. Matt LaFleur bewegte den Receiver in den Formationen kräftig hin und her und brachte ihn als sowohl auf beiden Seiten als Outiside Receiver, nach dem Ausscheiden von K’Waun Williams aber auch im Slot. Für einen Touchdown reichte es zwar diesmal nicht, aber Crosby erhöhte mit einem Field Goal aus 19 Yards auf 31:3.

Richie James hauchte der Offense von Kyle Shanahan mit einem Play über 47 Yards ein wenig Leben ein. Bei dem Play nutzte er zahlreiche Blocks und kam auf 48 Yards after Contact. Auch in diesem Drive warf man sich durch eine Offensive Holding Strafe, dieses Mal war es Mike McGlinchey, zurück. Beim dritten Versuch und neun schaffte Richie James kein neues First Down und man versuchte mit einem Quarterback Sneak das fehlende Yard zu erreichen. Nick Mullens scheiterte jedoch kläglich. Damit lautete die Offensive Bilanz der 49ers im dritten Viertel: Punt – Fumble – Turnover on Downs.   

VIERTES QUARTER:

Für die Gäste aus Wisconsin ging es jetzt nur noch darum die Uhr laufen zu lassen. Mit zwölf Plays nahem man 8:14 Minuten von der Uhr. Darunter war erneut ein Big Play über Davante Adams, der Jamar Taylor insgesamt 34 Yards abnahm. Ansonsten lief man den Ball über Jones und Ervin und nahm ein 53 Yard Field Goal zur 34:3-Führung am Ende mit.

Schadensbegrenzung in der Garbage Time

Wie gegen Seattle konnte die Offense nun noch etwas Schadensbegrenzung gegen die Backups der Green Bay Defense betreiben. Gegen die Prevent Defense brachte Mullens zwei lange Zuspiel auf Tight End Ross Dwelley für 36 Yards sowie Richie James über 41 Yards an. Beim Touchdownpass auf James profierten die 49ers zum einen von einer schlechten Absprache in der Coverage und vom Ausrutscher des Practice Squad Safeties Henry Black.

Für die Packers übernahm nun Tim Boyle under Center. Die Packers punteten nach drei Laufspielzügen und nahem damit 2:21 Uhr von der Uhr. Mit sechs, sieben Pässen zwischen sieben und elf Yards führte Mullens die 49ers Offense zum zweiten Touchdown in der Garbage Time. Der Quarterback bediente dabei Trent Taylor, JaMycal Hasty, River Cracraft, Richie James und Jerick McKinnon. Zum Touchdown lief Jet McKinnon durch die Mitte für ein Yard. Robbie Gould verwandelte auch den zweiten Extrapunkt zum Endstand von 17:34.

FAZIT:

Chancenlose 49ers unterlagen einem offensiv effizienten Team aus Green Bay verdient. Die Gäste dominierten die Partie mit 36:30 Minuten Ballbesitz, einer 50% Quote bei Third Downs und vor allem mit zwei Turnover. Aus der Interception und dem Fumble von Nick Mullens erzielten die Packers zehn Punkte. Im Endeffekt hatten die Packers die Partie bereits zur Halbzeit mit 21:3 für sich entschieden. Als Vorbild für den Game Plan dienten sicherlich auch die 49ers Niederlagen gegen die Cardinals und Seahawks. Zum wiederholten Mal konnte die Defense von Robert Saleh den Nummer 1 Receiver nicht stoppen. Davante Adams machte mit zehn Receptions 173 Yards und einen Touchdown sowie 17, Yards pro Catch gegen die 49ers.

In der Defensive fokussierten sich die Packers darauf das Laufspiel der 49ers zu stoppen. Gerade im NFC Championship Game waren die 49ers über die Packer gelaufen als gäbe es kein Morgen. Dieses Mal hielt man die Niners aber bei 55 Rushing Yards und 3,2 Yards pro Carry. Hier fehlten den 49ers nicht nur die Running Backs Raheem Mostert, Tevin Coleman und Jeff Wilson, sondern und vor allem auch Tight End George Kittle und Left Tackle Trent Williams zum Blocken. Wenn man sich anschaut, welchen Schaden Richie James in der Secondary anrichten konnte, mag man sich ausmalen, wie eine Partie mit Williams, Brandon Aiyuk und Kendrick Bourne trotz der vielen weiteren Ausfälle womöglich gelaufen wäre.

Am Ende waren die 49ers in diesem Thursday Night Game gegen die Green Bay Packer auch aufgrund der mannigfaltigen Ausfälle chancenlos.