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26. Mai 2022

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Beyond the Horizon – Episode 63: Neue Head Coaches Special mit den Minnesota Vikings Fans Germany e.V.

12 min read

Gleich neun Teams entließen nach (oder zum Teil auch schon während) der Saison 2021 ihren Head Coach. Auch in diesem Jahr sprechen wir im Head Coaches Special von Beyond the Horizon mit deutschen Fangruppierungen der entsprechenden Teams über die alten und neuen Head Coaches sowie ihre Erwartungen. Im ersten Teil des Head Coaches Special sprechen wir mit Stephan Starke von den Minnesota Vikings Fans Germany e.V. über den entlassenen Mike Zimmer und den neuen Head Coach Kevin O’Connell. Viel Spaß!

Special: Neue Head Coaches zur Saison 2022

AusgabeHead CoachTeamFanclub
63Kevin O`ConnellMinnesota VikingsMinnesota Vikings Fans Germany e.V.
64Brian DabollNew York GiantsBig Blue Germany
65Lovie SmithHouston TexansTexans Nation D/A/CH
66Dennis AllenNew Orleans SaintsSaints Germany
Doug PedersonJacksonville JaguarsJax Elite
Nathanial HackettDenver BroncosDenver Broncos Germany
Mike McDanielMiami DolphinsMiami DolFans Germany
Matt EberflusChicago BearsGerman Bears Cave
Josh McDanielsLas Vegas RaidersRaider Nation Germany

Seid gegrüßt liebe Freunde von den Minnesota Vikings Fans Germany e.V.! Seit 2014 hatte Mike Zimmer als Head Coach die Verantwortung für die sportlichen Belange der Minnesota Vikings. Zimmer gewann 56,2% aller Begegnungen in der Regular Season und führte die Vikings dreimal in die Playoffs. Wie fällt die sportliche Bilanz der Ära Mike Zimmer in Minneapolis aus Eurer Sicht aus? Kam das Ende aus Eurer Sicht zum richtigen Zeitpunkt?   

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Vielen Dank für die Einladung!

Mike Zimmer ist ein hervorragender Defensive Football Coach. Als er 2014 die Vikings übernahm, gab er dem Team durch seine No-Nonsense und Oldschool-Mentalität die nötige Struktur, um dem Bodensatz der Liga zu entkommen.

Jedoch agierte Zimmer in vielen Punkten sehr konservativ, sowohl in seiner „Idee“ von Football als auch in Aspekten abseits des Gridirons, wie etwa in Teamführung und Kommunikation. So hat sich seine Art über die Jahre leider abgenutzt. Insbesondere die sehr risikoscheue Offensive, welche sich durch mehrere Amtszeiten verschiedener Offensive Coordinator durchzog, war für Fans schwer verdaulich.

Unter Mike Zimmer hatten die Vikings nie eine Katastrophensaison. Es wurden immer mindestens sieben Siege pro Saison geholt, was die von dir angesprochene gute Win-Percentage erklärt. Allerdings ist die Bilanz von zwei Playoff Siegen in acht Saisons einfach zu wenig. Auch die Tatsache, dass in den letzten vier Jahren dreimal die Playoffs verpasst wurden, bestätigt den Eindruck, dass es an der Zeit war die Zusammenarbeit zu beenden.

Erst nach der Entlassung wurde in den lokalen Medien bekanntgegeben, inwiefern die Kommunikation und Stimmung im Kader und Trainierteam vergiftet war. Dadurch bleibt zu resümieren, dass die Entlassung überfällig war und eigentlich schon früher hätte vollzogen werden sollen.

Bevor die Vikings auf die Suche nach einem neuen Head Coach gingen, suchte man auch einen neuen General Manager. Es wurde Kwesi Adofo-Mensah, der zuletzt als Vice President of Football Operations bei den Cleveland Browns unter Vertrag stand. Bevor Adofo-Mensah zu den Browns ging, arbeitete er im Front Office der San Francisco 49ers und gilt als smarter, intelligenter und auch Analytics zugewandter Executive mit großem Potential. Gefällt Euch die Wahl der Vikings, was den neuen General Manager angeht? Was erwartet Ihr vom neuen GM?

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Absolut! Die Vikings gehen mit Adofo-Mensah komplett weg von den klassischen GMs der Liga, die sich meist über das Scouting hocharbeiten. Kwesi ist der Hoffnungsträger für alle Fans, die sich eine moderne und evidenzbasierte Teamführung wünschen, die der alte GM gerade in puncto Positional Value immer wieder hat missen lassen. Dazu gehört auch Fehler einzugestehen und diese zu korrigieren, sowie nicht jeden eigenen Spieler zu überteuerten Bezügen langfristig im Team zu halten. Ich persönlich freue mich sehr, keinen harten „Football Guy“ als GM zu haben der mehr anhand obsoleten Floskeln und Faustregeln das Team führt, sondern auf einen frischen, innovativen und faktenbasierten Ansatz.

Egal wie das Experiment mit dem unerfahrenen Adofo-Mensah ausgeht, die Vikings haben zumindest die Aufmerksamkeit der Analytics-Kreise auf sich gezogen.

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Als Nachfolger für Mike Zimmer hatte die Vikings zahlreiche Kandidaten auf dem Radar. Inmitten des Prozesses tauchte auf einmal auch Jim Harbaugh, ehemaliger Head Coach der San Francisco 49ers und aktueller Hauptübungsleiter bei der University of Michigan, auf und sah zeitweise wie der Front Runner aus. Ein zweites Interview bekamen neben Harbaugh Patrick Graham (ehemaliger Defensive Coordinator der New York Giants), Raheem Morris (Defensive Coordinator Los Angeles Rams) und Kevin O'Connell (Offensive Coordinator Los Angeles Rams). Nach dem Super Bowl könnten die Vikings mit O'Connell endlich ihren neuen Head Coach präsentieren. Zufrieden mit dem Prozess und dem neuen Head Coach?  

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Ja, er war tatsächlich mein Favorit von den vier Finalisten. Ich wünschte mir einen jungen offensive-minded Head Coach, der eine neue Art der Kommunikation mit den Spielern führt. Mehr Players Coach als General, eher auf Augenhöhe als autoritär. O’Connell scheint insbesondere im zweiten Meeting mit den Ownern und Adofo-Mensah einen herausragenden Eindruck gemacht haben, was schlussendlich überzeugte. Dass er aus dem sehr erfolgreichen Coaching-Tree von Sean McVay abstammt, ist ein gern genommener Bonus obendrauf.

Harbaugh hat natürlich den größeren Namen und war mit „eurem“ Team in der Liga sehr erfolgreich. Allerdings coacht er mit einer ähnlichen Philosophie wie Mike Zimmer und hätte vermutlich auch nicht das offensive Playcalling übernommen. So war ich froh, dass der favorisierte Harbaugh von den Vikings eine Absage erhielt.

Ein Kandidat war auch DeMeco Ryans, der Defensive Coordinator der San Francisco 49ers. Ryans sollte ein zweites Interview bei den Vikings bekommen, nahm sich aber selbst aus dem Rennen und bleibt im Staff von Kyle Shanahan bei den Niners. Was hättet ihr hypothetisch vom Head Coach DeMeco Ryans bei den Vikings gehalten?

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Ryans ist ein anerkannter und viel-respektierter defensive Coach. Er hat es in der vergangenen Saison geschafft, trotz personellen Schwächen auf der vielleicht wichtigsten defensiven Position, des Cornerbacks, eine ordentliche Defensive (Platz 14 nach EPA/Play) aufs Feld zu bringen. Er ist jung und aus Diversitätsgründen hätte ich einen Schwarzen Head Coach in Minneapolis begrüßt.

Allerdings sprechen doch auch einige Punkte gegen ihn. So ist er erst seit 2017 als Coach in der Liga und war bisher ausschließlich bei den 49ers angestellt. Ich bevorzuge es, wenn ein Head Coach schon Eindrücke aus mehreren Teams sammeln konnte. Dazu ist er Defensive Minded, was nicht dem aktuellen Trend der Liga entspricht, indem die Offensive Seite des Balles schlicht wichtiger ist.

Fraglos war DeMeco Ryans ein guter Kandidat. Ich bin dennoch froh, dass Kevin O’Connell unser neuer Head Coach ist.

Ein Grund für das Ende von Mike Zimmer und Rick Spielman soll mangelnder Respekt und fehlende Kommunikation sowie Zusammenarbeit gewesen sein. Habt Ihr das auch beobachten können und glaubt Ihr, dass man mit dem neuen Gespann O`Connell und Adofo-Mensah eine neue Kultur des Zusammenarbeitens etablieren kann?

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Ja, die Einblicke, die man nach der Zimmer-Spielman-Ära aus den Medien erhalten hatte, waren hässlich. Obwohl immer klar war, dass Zimmer ein harter Coach ist, sprengte das den Rahmen des vorstellbaren bei uns Fans. Wenn sich mehrere essenzielle Stützen des Teams öffentlich eindeutig gegen die alte Teamführung positionieren, sind Grenzen überschritten worden, die in einer modernen Franchise nicht mehr vorherrschen sollten.

Ich bin hoffnungsvoll, dass das neue Regime hier einen Paradigmenwechsel vollziehen wird und Kommunikation und Teamführung auf Augenhöhe betreibt. Erste Anzeichen dafür konnten bereits in den Einführungspressekonferenzen der beiden beobachtet werden. Schlussendlich ist es aber zu früh, daraus wirklich Schlüsse zu ziehen.

Der Offensive wird sicherlich O`Connell selbst seinen Stempel aufdrücken. Er bringt von den Rams mit Chris O`Hara seinen Quarterbacks Coach gleich mit. Von den Broncos kommt Chris Kuper als Offensive Line Coach. Ebenfalls von den Broncos kommt Curtis Modkins als Running Backs Coach und Run Game Coordinator. Was erwartet Ihr in Sachen Offensive Scheme? Eine Variante der Shanahan-Offense? Eher in Richtung 49ers Scheme als in Richtung Rams?

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Es war auffällig, wie oft Kevin O’Connell in seiner Einführungspressekonferenz Sean McVay als seinen Mentor hervorhob. Daher denke ich, dass die neue Vikings Offense der Unit der Rams sehr ähneln wird. Wobei die Offenses der 49ers und der Rams ja artverwandt sind. Ich erwarte eine drastische Erhöhung von 11-Personnel-Formationen, was für Vikings-Fans eine große Veränderung darstellen wird, da man, verglichen zum Durchschnitt der Liga, in den letzten Jahren selten mit drei Wide Receivern auf dem Platz stand. Dazu werden wir hoffentlich mehr Route Konzepte sehen, die aufeinander aufbauen. Zuvor bestand das System zu oft aus Isolation Routes, sodass man mehr auf die individuelle Klasse der Receiver angewiesen war und dem Quarterback selten einfache Reeds gab. O’Connell hat bereits von der „Illusion der Komplexität“, gesprochen, eine Beschreibung, die bereits zuvor auf die McVay-Offenses angewandt wurde (Vikings Beat Writer Arif Hasan hat dazu einen großartigen Artikel veröffentlicht).

Im Laufspiel wird sich Offense auf ein Outside-Zone System fokussieren. Zuletzt spielte man unter Klint Kubiak ein Hybrid aus Inside- und Outside Zone. Die Umstellung wird also nicht allzu groß. Meine Hoffnung ist, dass die Offense weniger run-lastig gestaltet wird. Zuletzt haben die Vikings zu oft am Laufspiel krampfhaft festgehalten, selbst wenn die eigene Offensive Line unterlegen und daher kein effizienter Raumgewinn erzielt werden konnte. Das Laufspiel soll und wird weiterhin ein Faktor sein, die Offense sollte nur nicht mehr komplett davon abhängen.

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In der Defensive wird mit Ed Donatell der ehemalige Defensive Coordinator der Denver Broncos und Schützling von Vic Fangio die sprichwörtlichen Strippen ziehen. Außerdem konnte man Mike Pettine als Assistant Head Coach gewinnen, der sicher auch seine Erfahrung als Defensive Coach miteinbringen wird. Pikant ist, dass O`Connell seinen ersten Coaching Job in der NFL bei den Cleveland Browns unter Head Coach Mike Pettine bekam. In welcher Art wird sich die Defense der Vikings im Vergleich zu den vielen Jahren unter Zimmer verändern?  

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Da wir von Donatell als Vikings Defensive Coordinator noch gar nichts gehört oder gelesen haben, muss ich davon ausgehen, dass er eine Defense spielen wird, die sehr denen seines „Ziehvaters“ Vic Fangio ähnelt. Die Base-Formation wird sich von einer 4-3 auf eine 3-4 ändern. Allerdings ist der Einfluss der Grundformation nur noch gering, da die Liga so passlastig ist, dass in der Mehrheit eh mindestens fünf Defensive Backs auf dem Feld stehen. In Nickel-Personell hoffe ich auf vermehrte Nutzung der 5-1 Formation. Der einzige klassische Linebacker-Spot, sollte von Eric Kendricks aufgrund seiner Geschwindigkeit und Coverage-Reichweite hervorragend ausgefüllt werden. Dazu bleibt der Fokus auf „Two Deep Shells“ der Safeties, um die unerfahrenen Cornerbacks zu entlasten und gleichzeitig gegnerische Offenses Anreize zu geben, öfter den Ball zu laufen, was grundsätzlich zu ineffektiveren Resultaten führt. Dieser Trend wurde bereits letztes Jahr von den Vikings praktiziert.

Die Vikings liegen aktuell mit rund $ 16.000.000 über dem Salary Cap. Mit welchem Plan gehen die Vikings aus Eurer Sicht die Offseason an? Welche Free Agents muss man aus Eurer Sicht halten? Bleibt Kirk Cousins mit seinem Cap Hit von $ 45.000.000 der Quarterback der Vikings?

Minnesota Vikings Fans Germany e.V.: Kirk Cousins ist die entscheidende Variable für die gesamte Offseason Planung. Wird er getradet spart man $ 35.000.000 an Cap Space, braucht dann aber natürlich einen neuen Starting Quarterback. Lässt man ihn unter dem Vertrag spielen, ist er überteuert, jedoch wäre so nach der Saison ein Neuanfang möglich. Oder verlängert man den Arbeitsvertrag des 33-Jährigen sogar um wenige Jahre, um so den Cap Hit zu reduzieren und erneut die Division anzugreifen? Das sind die Optionen und aktuell ist völlig unklar, in welche Richtung die Teamführung plant.

Von den Ownern des Teams kam wiederholt die Aussage, dass die Vikings auch 2022 kompetitiv sein werden, was eher gegen einen Trade von Cousins spricht. Anderseits wird Cousins (diese oder nächste Offseason) seinen vermutlich letzten großen Vertrag unterzeichnen, sodass nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Veteran auf Geld verzichten wird, um mehr Kapital für andere Baustellen im Team freizugeben. Ich persönlich befürworte einen Trade, um den Neuanfang mit neuem Head Coach und General Manager einzuleiten und einen Rebuild zu starten. Was auch immer geschieht, die Cousins-Entscheidung wird elementar die mittelfristige Zukunft des Teams bestimmen und beeinflusst somit auch jede weitere Personalie im Kader.

Die Entscheidung muss schnell getroffen werden, da bereits am 19. März Cousins‘ Gehalt für die Saison 2022 garantiert wird und spätestens dann Klarheit für alle Vikings Fans herrscht.

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Wir bedanken uns herzlich für das Resümee zum entlassenen Head Coach Mike Zimmer sowie Euren Gedanken zum neuen Hauptübungsleiter und natürlich für die Bereitschaft bei dieser Sonderausgabe mitzumachen. Wir wünschen Euch viel Erfolg mit dem neuen Coaching Staff und sind gespannt auf die Free Agency und Draft Strategie der Vikings.

Alles rund um die Minnesota Vikings Fans Germany findet Ihr unter diesem Link!

Den Podcast der MVFGe.V. "Purple People Talk" findet ihr bei allen gängigen Podcatchern, auf der Homepage der und hier.

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