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28. Juli 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Falcons @ 49ers: The Good, the Bad and the Ugly! Week 15

8 min read

Am 15. Spieltag der 100. NFL Saison mussten die San Francisco 49ers gegen die Atlanta Falcons eine unerwartete Niederlage hinnehmen. Das Team von Head Coach Kyle Shanahan unterlag am Ende mit 22:29 gegen Matt Ryan und Co. und gab damit die Führung in der NFC West wieder an die Seattle Seahawks ab. Wie es bei einem Sieg nicht nur positive und gut gelaufene Dinge gibt, findet man bei einer Niederlage nicht nur schlechtes und hässliches. Schauen wir unter den bekannten Kategorien „The Good“, „The Bad“ und „The Ugly“ noch einmal auf die Partie vom vergangenen Sonntag zurück.

THE GOOD:

Für die Playoffs qualifiziert

Die San Francisco 49ers haben einen Platz in den Playoffs sicher. Trotz der Niederlage qualifizierte sich Team zum ersten Mal seit der Saison 2013 für die Postseason. Unter Head Coach Jim Harbaugh endete der letzte Playoff Run im NFC Championship Game mit einer 17:23-Niederlage im CenturyLink Field bei den Seattle Seahawks. Am 17. Spieltag treten die 49ers bei den Seahawks an. Es ist zwar noch kein Playoff Spiel, aber in diesem Spiel lautet das Motto „The Winner Takes it all“. Dazu später mehr.  

George Kittle

Tight End George Kittle ist einfach ein Monster. Kittle fing 13 von 17 Targets für 134 Yards und war der einzige Spieler in der Offense, der wirklich produktiv war. Pro Football Focus bewertete ihn mit einem Offense Grade 91,6 und 91,9 im Passing Game. Der Tight End im dritten Jahr war erneut der Fixpunkt in der Offense von Kyle Shanahan und er stellte einen weiteren NFL Rekord auf. Mit seinen 134 Receiving Yards überholte er Mike Ditka und hält nun mit 2.780 Receiving Yards den Rekord für die meisten Receiving Yards einen Tight Ends in den ersten drei Spielzeiten in der NFL. Ein wenig tragisch war die Performance von George Kittle schon, denn so gut er in der Begegnung gegen die Falcons auch war, beim entscheidenden Play im vierten Quarter fumbelte er den Ball. Er konnte diesen zwar recovern, aber nicht das First Down erzielen, welches das Spiel für die 49ers nach Hause gebracht hätte.

Raheem Mostert

Running Back Raheem Mostert war nun wiederholt der stärkste Running Back der 49ers. Mit 54 Yards bei 14 Carries und einem Touchdown hat er für den Moment Matt Breida und Tevin Coleman bei den Einsatzzeiten und Yards abgehängt. Mostert hat nun in den letzten vier Partien mindestens einen Rushing Touchdown erzielt – dies schaffte zuletzt Frank Gore in der Saison 2010. Dazu schaffte Mostert zwei starke Tackle als Gunner in den Special Teams.

Mike McGlinchey & Laken Tomlinson

In der Offensive Line überzeugte Tackle Mike McGlinchey und Laken Tomlinson. Pro Football Focus bewertete den Right Tackle mit einem Pass Blocking Grade von 75,4. Der ehemalige Notre Dame Fighting Irish ließ nur einen Quarterback Hurry gegen die Falcons zu. Im Run Blocking bekam er von PFF eine Bewertung von 72,7. Laken Tomlinson hat in Sachen Quarterback Pressures gegen das Team aus Georgia eine weiße Weste. Tomlinson bekam mit 82,3 das beste Pass Blocking Grade der 49ers am 15. Spieltag.

Arik Armstead

Arik Armstead lieferte gegen die Falcons erneut eine sehr gute Performance. Auch wenn er diesmal ohne Sack die Partie beendete, hatte er sieben Total Pressures (fünf Hits und zwei Hurries), sowie zwei Tackles und einen Stop erzielt. PFF gab ihm ein Defensive Grade von 81,2 und im Pass Rush sogar eine 82,0. Nur DeForest Buckner schaffte mehr Pressures gegen die Falcons. Der Defensive Tackle kam auf acht Total Pressures (zwei Hits und sechs Hurries).

Marcell Harris

Strong Safety Marcell Harris machte eine starke Partie, nachdem er gegen die Saints schwächelte. Pro Football Focus bewertete seine Vorstellung mit einem Defensive Grade von 77,3. Er schaffte vier Tackles und zwei Stops und ließ bei fünf Targets nur zwei Receptions für elf Yards und einen Touchdown zu.

Fred Warner

Leading Tackler im Team war erneut Linebacker Fred Warner mit neun Tackles (sechs Solo und drei Assists) und drei Stops. In der Pass Coverage ließ der MIKE Linebacker zwar vier Catches bei fünf Targets zu 30 Yards zu. Aber er hätte eine Interception gefangen, wenn ihn nicht mit D.J. Reed der eigene Mitspieler behindert hätte.   

Ross Dwelley

Tight End Ross Dwelley spielte zwar in der Offense keine Rolle, was angesichts der Phase der Saison ohne Kittle schon merkwürdig ist, konnte aber in den Special Teams auf sich aufmerksam machen. Dwelley erzwang gegen Running Back Kenjon Barner einen Fumble, den Kyle Juszczyk sichern konnte. Damit bereite man den Zwei-Yard-Touchdown-Pass von Jimmy Garoppolo auf den Fullback vor. 

THE BAD:

Ahkello Witherspoon & Emmanuel Moseley

Das komplette Defensive Backfield machte keine gute Partie. Ohne die Starter Richard Sherman, Jaquiski Tartt und K’Waun Williams bekamen die 49ers über die gesamte Partie keinen Zugriff auf Julio Jones, die einzige Waffe der Falcons. Emmanuel Moseley gab bei acht Targets fünf Receptions für 47 Yards und einen Touchdown ab. Ahkello Witherspoon gab bei neun Targets neun Receptions für 74 Yards ab und machte die schlechteste Partie dieser Spielzeit. Moseley wurde von PFF mit einem Defensive Grade von 49,0 bewertet. Schlechter war in dieser Partie bei den 49ers nur Witherspoon, den man mit 40,1 abstrafte. Witherspoon merkte man in dieser Begegnung die lange Verletzungspause an. Er wirkte nicht spritzig und sah von seinem Gegenspieler zumeist nur die Hacken.

Kein Mittel gegen Julio Jones

In der Pass Coverage gegen Julio Jones fand Defensive Coordinator Robert Saleh kein Mittel. Nach dem Ausfall von Calvin Ridley hatten die Falcons nur eine Waffe im Passspiel und Julio Jones konnte man nicht stoppen. Man-to-Man Coverage konnte aufgrund der Größenunterschiede zwischen Jones auf der einen und Emmanuel Moseley und D.J. Reed auf der anderen Seite nicht funktionieren. Die Zone-Coverage versagte, weil die Defensive Backs unter Abstimmungsproblemen litten und oftmals nicht ihre Positionen einhielten und ihre Assignments aus den Augen verloren. Ein mögliches Mittel wären mehr Blitze gegen Matt Ryan gewesen.

Wide Receiver Corps ein Totalausfall

Das komplette Wide Receiver Corps war ein Totalausfall. Kein Receiver hatte mehr als zwei Catches. Kendrick Bourne hatte einen Catch für elf Yards, Emmanuel Sanders kam auf zwei Receptions für neun Yards und Deebo Samuel beendete die Partie mit 29 Yards bei einem Catch. Dazu unterliefen Samuel zwei Drops.

Offensive Line - Mike Person

Die Offensive Line gab zwar statistisch nur einen Sack ab, aber zwei weitere Sacks der Falcons zählten aufgrund von Strafen gegen die Defensive nicht. Folglich gab die Pressure ab. Hier war vor allem Right Guard Mike Person die Schwachstelle. Person gab fünf Hurries und wurde von Pro Football Focus mit einem Pass Blocking Grade von 25,8 abgestraft. Den einzigen zählenden Sack gab Left Tackle Joe Staley ab.

Offensive Line - Run Blocking

Zweites Problem der Offensive Line war das Run Blocking. Hier machte sich zum einen das Fehlen von Weston Richburg bemerkbar und zum anderen war auch beim Run Blocking von Person (PFF Grade von 34,8) ein Ausfall. Man kreierte keine Löcher für die Running Backs, darunter leidet besonders Tevin Coleman. Aber auch Matt Breida kommt nicht wie zu Saisonbeginn zur Geltung. Raheem Mostert macht aus der aktuellen Situation durch großen Einsatz noch das Bestmögliche.    

… AND THE UGLY:

Zum ersten Mal in dieser Saison wirkten die 49ers nicht gierig und gut vorbereitet. Kyle Shanahan äußerte sich vor der Begegnung dahingehend, dass die Partie für die Falcons der Super Bowl der Spielzeit wäre und dass man die Begegnung nur gewinnen würde, wenn man es ebenfalls als Super Bowl ansehen würde. Das Ergebnis spricht für sich. Diese Partie mussten die 49ers nicht verlieren. Viele kleine Fehler, Abstimmungsprobleme, Drops und Unkonzentriertheiten führten zu der unnötigen Heimniederlage.

Keine Anpassung im Game Plan

Shanahan „leistete“ seinen Beitrag, weil er seinen Game Plan nicht anpasste. In der Offense funktionierte nur Kittle. Kyle Shanahan war nicht in der Lage einen seiner anderen Playmaker wie Emmanuel Sanders, Matt Breida oder Tevin Coleman in Szene zu setzen. Hier stellt sich auch die Frage, warum Running Back Jeff Wilson erneut keinen einzigen Snap bekam. Er ist ein physischer Runner und hatte in der Mitte womöglich einigen Schaden anrichten können.

Konservatives Coaching

Der Head Coach und Offensive Coordinator besiegelte die Niederlage mit seiner Entscheidung mit unter zwei Minuten Spielzeit beim vierten Versuch und kurz ein Field Goal zu einer fünf Punkte Führung zu schießen. Ein First Down hätte das Spiel zugunsten des Heimteams entschieden. Knapp zwei Minuten restliche Spielzeit waren für Matt Ryan und Julio Jones bei dieser defensiven Performance einfach zu viel Zeit. Die konservative Entscheidung zugunsten des Field Goals kostete den zwölften Saisonerfolg. Nur gut, dass sich die Ausgangslage für die 49ers nicht viel verändert hat. Man hat sein eigenes Schicksal weiter in der Hand. Mit zwei Siegen gegen die Los Angeles Rams und Seattle Seahawks bekommt man den ersten Seed in der NFC und eine Bye Week in der ersten Runde der Playoffs. Ansonsten fährt man in der Wild Round nach Dallas oder Philadelphia.