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49ers Germany

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Eagles @ 49ers: The Good, the Bad and the Ugly! Week 4

8 min read

Was war gut? Was war schlecht? Und gab es auch etwas hässliches am vierten Spieltag für die San Francisco 49ers? Sicherlich, die 20:25-Niederlage gegen die Philadelphia Eagles allein gehört in die Kategorie „Ugly“ – aber es war sicher nicht alles schlecht und auch nicht alles gut! Blicken wir noch einmal auf die Partie des vierten Spieltags zurück.   

THE GOOD:

Keine Frage, George Kittle!

Sah es danach aus, dass der „People`s Tight End“ zwei Spiele wegen einer Knieverletzung verpasst hatte? Nein, sicher nicht. Er fing 15 von 15 Targets für 183 Yards und einen Touchdown. Von den 183 Yards kamen 74 Yards nach dem Catch. Als kleiner Vergleich: Nach drei Spielen war Kendrick Bourne mit 10 Receptions für 164 Yards Receiving Yards Leader der 49ers! Muss man noch mehr sagen zur Bedeutung von George Kittle für die Offense der 49ers? Nein! Kittle ist das wichtigste Puzzlestück. Er verpasst kaum ein Play, er blocked im Running Game, ist guter Pass Protector, bekommt sogar selber den Ball als Runner und er ist eine unvergleichliche Match Up Waffe, die jedem Defensive Coordinator schlaflose Nächte bereitet.

Arik Armstead!

Der Defensive Lineman kommt in Fahrt und sammelte gegen die Philadelphia Eagles insgesamt acht Total Quarterback Pressures. Armstead konnte konstanten Druck auf Carson Wentz generieren und es fehlten an mehreren Stellen nur Zentimeter um die Leistung in mehr als einen halben Sack zu manifestieren. Arik Armstead muss die Defensive Line nun in Abwesenheit von Bosa, Thomas und Ford anführen – die Partie gegen die Eagles bestätigte den Aufwärtstrend aus den beiden New Yorker Partien – und es scheint, dass er diese Herausforderung annimmt.

Jerick McKinnon!

Der Running ist bisher die positive Überraschung dieser Saison bei den San Francisco 49ers. Zwei Jahre konnte er aufgrund eines Kreuzbandrisses nicht auflaufen und nicht viele forderten vor der Saison seine Entlassung. McKinnon restrukturierte seinen Vertrag mit den Niners und spielt seine dritte Saison beim Team zum Veteran Minimum. Und der Running Back liefert ab. In jedem Spiel erzielte McKinnon erzielte er einen Touchdown. Gegen die Cardinals machte er einen Receiving Touchdown und nun in drei Spielen in Serie einen Rushing Touchdown.

Seit den Ausfällen von Tevin Coleman und Raheem Mostert ist er der Leading Back bei den 49ers und weit mehr Snaps auf dem Feld, als sich jeder vor der Saison hat träumen lassen. Gegen die Eagles kam er auf 54 Rushing Yards. Jetzt kann man sagen, 54 Rushing Yards sind nicht viele. Aber er beendete die Partie mit 57 Rushing Yards after Contact. Bedeutet: Die Eagles waren ständig im Backfield und an McKinnon dran! Dazu fing er sieben von acht Targets für 43 Yards und verpasste damit knapp ein 100 Yards from Scrimmage Game.

C.J. Beathard!

Der Back Up Quarterback kam nach Nick Mullens Pick Six aufs Feld und brachte die 49ers noch einmal auf Schlagdistanz heran. Beathard kam aufs Feld mit knapp fünf Minuten Restspielzeit und einem Rückstand von elf Punkten. Er führte sein Team zum Anschlusstouchdown durch Jerick McKinnon und hatte bei der Two-Point-Conversion ein wenig Pech. Denn dies war der einzige Pass, den George Kittle nicht festmachen konnte. Mit ein wenig mehr Spielpraxis wäre bestimmt selbst in die Endzone gelaufen – der Weg wäre frei gewesen. Schlussendlich brachte er die 49ers in eine Situation, dass man das Spiel noch mit dem letzten Play hätte gewinnen können. Nicht schlecht für einen Spieler, der zuletzt in der Saison 2018 in einem Regular Season Game für die 49ers eingesetzt worden ist.  

THE BAD:

Nick Mullens!

Nach einer ausgezeichneten Partie des Back Up Quarterbacks bei den New York Giants, in der Mullens knapp 350 Passing Yards, einen Touchdown und vor allem kein Turnover fabrizierte, funktionierte gegen die Eagles beinahe nichts. Das Unheil nahm direkt im ersten Drive seinen Lauf, als er zunächst einen leichten Pass auf eine Slant Route nicht anbrachte und beim nächsten Play einen möglichen Touchdown von Kyle Juszczyk, der auf einer Wheel Route aus dem Backfield entlang der Seitenlinie unterwegs war, höchst selbst verhinderte. Mullens überwarf den völlig freien Fullback um mindestens fünf, sechs Yards. Zu keinem Zeitpunkt der Partie kam der Quarterback in einen Rhythmus.

Kurz vor der Halbzeitpause vergab er mit einer Interception, der Pass war für Trent Taylor gedacht, mögliche Punkte. Im vierten Quarter unterlief ihm ein Fumble nach einem Sack und mit dem Six nach der Führung der Eagles war die Partie für ihn beendet. Bei diesem Pick Six wollte er Kendrick Bourne anwerfen, übersah Linebacker Singleton aber völlig und warf diesem in die Arme. Ein harter Tag für Mullens und die 49ers. Die Defense ließ gegen die Eagles nur achtzehn Punkte. Der Pick Six brach den 49ers das Genick. Die Gäste aus Philadelphia erzielten 14 Punkte aus den drei Turnovern.

Dontae Johnson!

Der Cornerback startete nach den Ausfällen von Emmanuel Moseley und Ahkello Witherspoon gegenüber von Jason Verrett. Ihm muss man im Nachhinein zu Gute halten, dass er mit einer Verletzung auch in der zweiten Spielhälfte auf dem Platz geblieben ist. Er hatte einen schönen Pass Breakup beim einem Third Down im dritten Quarter, wurde aber ansonsten von Carson Wentz vorgeführt. Schlussendlich gab er einen Touchdown über 42 Yards gegen Travis Fulgham ab, der die Niederlage einleitete. Johnson ist ein guter Special Teams Player – die 49ers müssen Cornerback „gesünder“ werden. Johnson als Starter werden die kommenden Gegner auszunutzen wissen.

Die Offensive Line mit Ausnahme von Ben Garland!

Die Offensive Line hatte einen Abend zum vergessen. Mit Ausnahme von Ben Garland gaben alle vier mehrere Quarterback Pressures ab, blockten mehr schlecht als recht im Running Game und Strafen gab es noch obendrauf. Selbst ein Veteran und All-Pro wie Trent Williams gab gegen die Eagles zwei Sacks ab und bekam zwei Strafen (Holding und False Start im letzten Drive). Beide 49ers Quarterbacks hatten in der Pocket kaum Zeit und standen praktisch ständig unter Druck. Running Back Jerick McKinnon musste sehr hart kämpfen und hatte oftmals schon im Backfield den ersten Defender an sich dran.

Woher kommen die Probleme der Offensive Line? Im Endeffekt liegt es an den Umbesetzungen (drei neue Starter im Vergleich zur letzten Saison: Williams für Staley, Garland für Richburg und Brunskill für Person) und der fehlenden Abstimmung. Gerade Brunskill merkt man die neue Position und die fehlenden Reps im Training Camp an, weil er den verletzten Garland als Center vertrat. Guard Tom Compton dürfte keine Alternative sein. Der Veteran war bisher bei allen vier Partien inaktiv. Head Coach Kyle Shanahan sagte, dass bei Center Richburg keinen Rückschlag gegeben habe und er im Zeitplan für eine Rückkehr von der PUP-List liegt. Richburg könnte in Woche 7 ins Geschehen eingreifen. Dann könnte Garland auf Guard rücken, schließlich hat er dies auch für Shanahan in Atlanta gespielt.

Kann eine Rückkehr von Garoppolo die Probleme der O-Line maskieren?

Ansonsten wird viel von Jimmy Garoppolo und seinen Fähigkeiten, die Probleme einer Offensive Line zu maskieren, abhängen. Im vergangenen Jahr führte der Signal Caller seine Mannschaft mit einer O-Line, die im Ranking der Pass-Block Win-Rate auf Platz 26 lag, in den Super Bowl. 2017 gewann er fünf Spiele zum Saisonende mit einer furchtbaren Offensive Line. Dabei spielte man damals auch gegen Playoff Teams wie die Los Angeles Rams und Jacksonville Jaguars erfolgreich. Von seinem Pocket Movement und von seinem Gefühl, woher der Druck kommt und wie er diesem ausweichen kann, wird sehr viel abhängen. In Jimmy we trust! 

… AND THE UGLY:

Turnover!

Als Schlüssel zum Sieg galt unter anderem auch das Vermeiden von Turnover, viel Ballbesitz und der Schutz des Balls. Das hat nicht geklappt. Drei Turnover durch zwei Interceptions und ein Fumble nach einem Sack brachten den Eagles 14 Punkte ein. Die 49ers konnten diese diversen Nackenschläge nicht kompensieren. Dazu gelang es nicht aus dem eigenen erzwungenen Turnover (die Interception von Azeez Al-Shaair nach einem getippten Pass von Javon Kinlaw) in Zählbares umzumünzen. Außerdem vergab man durch Jaquiski Tartt eine zweite mögliche Interception. Der ansonsten solide spielenden Defense, die nur achtzehn Punkte zugelassen hat, fehlt es an Energie. Gerade in der vergangenen Saison wurde die Defense auch durch das Publikum im Levi’s Stadium getragen. Es fehlt im Moment ein Big Plays und der Möglichkeit, einen Gegner auch einmal beim vierten Versuch zu stoppen. Zweimal konnten die Eagles einen ausgespielten vierten Versuch erfolgreich gestalten.

Zwei Heimspiele, zwei Niederlagen!

In der kompletten Saison 2019 verlor man nur zwei Begegnungen im heimischen Levi’s Stadium – gegen die Seattle Seahawks und Atlanta Falcons. Ohne Publikum wirken die 49ers bisher gehemmt und merkwürdig emotionslos. Am Wochenende gegen die Miami Dolphins müssen die Gastgeber ihr wahres Gesicht wiederfinden, sonst droht die dritte Heimpleite in Serie!