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49ers Germany

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Cardinals @ 49ers: The Good, the Bad and the Ugly! Week 1

9 min read

Die San Francisco 49ers verloren ihre Auftaktpartie gegen die Arizona Cardinals. Mit 20:24 unterlag man im heimischen Levi´s Stadium gegen den Divisionsrivalen. Bis zum Schluss hatte man noch die Möglichkeit auf einen Heimerfolg, der dann doch ausblieb. War denn nun aufgrund der Niederlage alles schlecht an Week? Oder gab es auch etwas Gutes? Oder gar etwas Furchtbares? Blicken wir unter den bekannten Kategorien noch einmal auf die Partie zurück.

THE GOOD:

Trent Williams!

Der Left Tackle absolvierte seine erste Partie im Dress der 49ers und die erste Begegnung seit der Saison 2018. Williams hatte aufgrund eines medizinischen Disputs mit dem Washington Football die komplette Saison 2019 ausgesetzt. Der Offensive Liner geht nun in seine zehnte NFL Saison und er scheint nichts eingebüßt zu haben. Er schaffte es im ersten Spiel direkt in das Team of the Week von Pro Football Focus und war er am zweithöchsten bewerte Tackle bei PFF: Mit einem Overall Grade von 88,6 lag er nur knapp hinter Andrew Whitworth von den Los Angeles Rams. Ach ja, da war ja noch etwas: Williams kam krachend zurück. Bei einem Running Play schoss er wie ein geölter Blitz in die Underneath Zone und bulldozerte Linebacker Jordan Hicks förmlich in den Rasen des Levi’s Stadiums. Welcome back, Big Man!

Dre Greenlaw!

Der Linebacker im zweiten Jahr schaffte es wie Williams in das Pro Football Focus Team of the Week. In 35 Defensive Plays schaffte er fünf Tackle, einen Tackle für Raumverlust und er tippte einen Pass. Diesen konnte Jaquiski Tartt anschließend abfangen. Mit einem Overall Grade von 84,2 war er der am dritthöchsten bewertete 49ers gegen die Cardinals. Vor ihm lagen nur noch Trent Williams und…

Nick Bosa!

Bose wurde von Pro Football Focus mit 87,7 bewertet – damit knüpft er nahtlos an die starken Vorstellungen aus seiner Rookie Saison an. Der Defensive Rookie of the Year beendete die Partie mit fünf Total Pressures (vier Hurries und ein Hit), fünf Tackles und einem Forced Fumble. Leider konnte Chase Edmunds den Fumble recovern. Bosa war sichtlich angefressen, dass ihm gegen Kyler Murray kein Sack gelungen ist. Seinen ersten in dieser Spielzeit kann er am kommenden Sonntag bei den New York Jets holen!

Raheem Mostert und Jerick McKinnon!

Während der eine dort weiter macht, wo er 2019 aufgehört hat, haben wir den anderen noch gar nicht richtig zu Gesicht bekommen. Mostert sorgte mit einem 76 Yard Receiving Touchdown direkt für ein Highlight in der Partie. Er kam auf 56 Rushing Yards und 95 Receiving Yards und einen Receiving Touchdown. Jerick McKinnon stand zum ersten Mal seit seinem Wechsel von den Minnesota Vikings 2018 für die 49ers auf dem Feld. Er ließ sich auch durch einen gedroppten Pass nicht aus der Ruhe bringen und fing im vierten Quarter seinen ersten Touchdown seit knapp 1.000 Tagen. Am Ende deutete er an, warum Kyle Shanahan ihn unbedingt in seiner Offense haben sollte. McKinnon könnte die gefährliche Receiving Waffe aus dem Backfield heraus werden, die die 49ers in den vergangenen Jahren einfach nicht hatten. Der Auftakt war jedenfalls vielversprechend!  

THE BAD:

Jimmy Garoppolo!

Um Quarterback Jimmy Garoppolo kommen wir hier nicht herum. Die Zahlen des Signal Callers waren nicht schlecht: 259 Passing Yards, zwei Touchdowns, keine Interception und ein Passer Rating von 103,0. Aber: Garoppolo wirkte nervös und traf einige schlechte Entscheidungen und seine Pässe ließen es an Präzision vermissen. Er kam nicht in einen Rhythmus und sah zu keinem Zeitpunkt der Partie wirklich gut aus. Woran lag das? Der ein oder andere Punkt folgt auf dem Fuße.

Offensive Line!

Die 49ers gingen mit dem dritten Center Hroniss Grasu in die Partie, der seine Sache gar nicht so schlechtmachte. Interessanterweise bekam er von Pro Football Focus das beste Pass Blocking Grade von Pro Football Focus von allen fünf Offensive Linern der 49ers. Das Problem war aber ein anderes (und im Eye Test sieht das Pass Blocking alles andere als gut aus): Garoppolo stand bei fast allen Snaps in der Shot Gun und nicht under Center. Dies verändert den Rhythmus und vor allem beim Play Action behindert es ihn, wie er zunächst auf den Ball wartet und nicht direkt mit dem Ball in der Hand laufen kann.

Durch die Shot Gun Formation wollten die Coaches dem Quarterback mehr Zeit im Passing Game verschaffen – allerdings hat man ihm auch seinen Spielfluss genommen. Das zweite Problem war sicher die fehlenden Snaps von Daniel Brunskill auf Right Guard. Im Camp spielte er nach der Verletzung von Ben Garland Center und Tom Compton Right Guard.

Wide Receiver Corps!

Deebo Samuel auf IR, Brandon Aiyuk nicht aktiv im Nachgang einer Harmstring Verletzung und Richie James musste schon früh mit einer Harmstring Verletzung das Spiel verlassen. Damit hatten die 49ers nur noch drei aktive Wide Receiver in der Partie. Einer davon, Trent Taylor, machte seine erste Partie nach einem kompletten Jahr Pause. Der zweite Receiver war Dante Pettis, der zwar ein gutes Camp hatte, aber auch eine schreckliche Saison 2019 abgeliefert hat. Und der Dritte im Bunde war Kendrick Bourne. Alle drei zusammen kommen auf folgende Bilanz: Vier Receptions bei elf Targets für 41 Yards. Dante Pettis lief 33 Routen und bekam ein Target.

Taylor noch eingerostet, Rookie Fehler von Bourne

Trent Taylor wirkte noch sehr eingerostet und zwei Rookie Fehler von Bourne kosteten die Niners mit das Spiel. Zunächst verpasste Bourne einen Block gegen Budda Baker total, so dass dieser ungebremst in George Kittle krachte (und ja, der Pass von Garoppolo war auch zu hoch). Kurz vor dem Ende wartete Bourne in der Endzone bis ihm der Ball von Garoppolo ins Brotkörbchen hinein fällt. Macht er zwei Schritte auf den Ball zu und springt, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Touchdown oder Defensive Pass Interference gegen Patrik Petersen, was viermal die Chance auf einen Touchdown aus kurzer Distanz bedeutet hätte. Petersen hatte sich beim Wurf von Garoppolo, der auch zu lange in der Luft war, nicht einmal umgedreht und einfach Glück, dass er den Ball an den Helm bekommen hat.

Und nun schlagen wir wieder die Brücke zu Jimmy Garoppolo. Es war nicht alles schlecht, aber auch nicht gut. Die komplette Offense muss sich bis auf wenige Ausnahmen deutlich steigern. Jetzt kommt das Gute: Das kann die Offense durchaus. Steigerungswürdig ist auch die Playauswahl von Head Coach Kyle Shanahan, aber mit der Rückkehr von Garland, Aiyuk und dem zusätzlichen Receiver Mohamed Sanu dürften sich die Möglichkeiten erhöhen.

Arik Armstead und Dee Ford!

Die hochbezahlte Defensive Line insbesondere Arik Armstead und Dee Ford! Im Arbeitszeugnis von Arik Armstead findet sich ein Assisted Tackle und bei Dee Ford findet man einen Solo und zwei Assisted Tackle. Bei Ford muss man sich schon darüber freuen, dass er in mehr als der Hälfte der Defensive Snaps auf dem Feld stand. Beide D-Liner müssen im Pass Rush zulegen. Hier kommt die Offensive Line der Jets und Giants vielleicht gerade recht.

Anpassungen in der Defense!

Anpassungen in der Defense! Robert Saleh probierte einiges aus. Zum Beispiel absolvierte Richard Sherman mehr Snaps auf der rechten Seite als in der kompletten Spielzeit 2019. Was Saleh allerdings nicht gelang, war ein Mittel gegen das Scrambeln von Kyler Murray zu entwickeln. Ein Quarterback Spy wäre vielleicht im dritten und vierten Viertel eine gute Idee gewesen. Auch standen die Linebacker viel zu tief und öffneten dem Running Game zahlreiche Lücken. Nun kommen ein paar Begegnungen gegen Teams mit nicht derartigen mobilen Quarterbacks wie Kyler Murray. Trotzdem trifft man in dieser Saison unter anderem noch zweimal auf Russell Wilson, einmal auf Kyler Murray, Cam Newton, Josh Allen…

… AND THE UGLY:

Verletzungen und Strafen!

Zunächst hatten die 49ers die sprichwörtliche Seuche auf der Wide Receiver Position. Verletzungen und Rückschläge bei Deebo Samuel, Richie James, Brandon Aiyuk, Jalen Hurd, Tavon Austin und J.J. Nelson machten die Situation schnell kritisch. Bei Samuel und Aiyuk war man zu optimistisch – beide standen im Opener nicht zur Verfügung und bei Samuel erscheint inzwischen auch Week 4 optimistisch. Dazu versäumte Richie James mit gebrochenem Handgelenk und einer Versetzung auf die Reserve/Covid-19 List das komplette Camp und wurde erst kurz vor den Roster Cuts von der Non-Football Injury List aktiviert. Er absolvierte nur vier, fünf Trainingseinheiten vor der Partie gegen die Cardinals. Und was passiert? Eine Oberschenkelverletzung. Mit der Verpflichtung von Mohamed Sanu haben die 49ers einfach zu lange gewartet. Eine Veteran Präsenz im Locker Room und einen Spieler, der das Shanahan Scheme aus Atlanta kennt, hätte man schon vor dem Opener verpflichten sollen.

Apropos Optimismus: Im vergangenen Jahr wurde Weston Richburg pünktlich zum Saisonstart wieder fit. Das klappte dieses Jahr nicht und Richburg kann frühestens in Week 7 zum Einsatz kommen. Sein Backup Ben Garland verletzte sich im Camp am Knöchel und schaffte es nicht im Opener auf dem Platz zu stehen. Damit gingen den 49ers auch hier auf Center die Optionen aus. Hroniss Grasu startete – im Camp hatte er die First Offense nur aus der Ferne gesehen. Wie bei den Wide Receivern war man einfach zu optimistisch.

Verletzungspech spring in die Cornerback Gruppe

Nun kommt das Verletzungspech in die nächste Unit. Cornerback Richard Sherman wurde mit einer Wadenverletzung auf die Injured Reserve List gesetzt. Sein potentieller Vertreter Ahkello Witherspoon befindet sich im Concussion Protocol. Und Jason Verrett laboriert nach zugegeben guten Camp an einer Oberschenkelverletzung. Bleiben noch Emmanuel Moseley, der zwar 15 Tackles gegen die Cardinals hatte, aber ansonsten eine Lehrstunde von DeAndre Hopkins bekam und K’Waun Williams. Dazu kommt Dontae Johnson. Ihr ahnt es, auch hier war man zu optimistisch.

Richtig hässlich im Spiel gegen die Cardinals waren die Flaggen gegen eine undisziplinierte Defense. Zweimal schenkte man den Cardinals durch unnötige Unnecessary Roughness Strafen (Greenlaw und Hyder) nicht nur Yards, sondern auch zwei 1st Downs. Dazu eine Defensive Pass Interference gegen Emmanuel Moseley – alles in einem Touchdown Drive in der Money Time.

Und nun kommt das überraschende Fazit: Trotz alledem hatten die Niners bis in die Schlusssekunden die Möglichkeit die Partie zu entscheiden! Also: Aufstehen, Staub abwischen, Fehler abstellen und weitermachen. Auf nach New York!