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Beyond the Horizon – Game Day Edition #33: Ramily – D/A/CH Fanclub der LA Rams

11 min read

Am sechsten Spieltag konnten die San Francisco 49ers mit 24:16 gegen die Los Angeles Rams die Oberhand behalten. Seitdem haben sich beide Teams in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Die Rams führen nach dem Erfolg in Monday Night Football über die Tampa Bay Buccaneers die NFC West an. Dagegen haben die 49ers vor ihrer Bye Week nach dem Erfolg über die Rams in drei Spiele in Serie verloren. In der Game Day Edition von Beyond the Horizon sprechen wir mit erneut Ramily – D/A/CH Fanclub der Rams über das anstehende „Playoff“ Game, Erwartungen und Playoff Hoffnungen. Viel Spaß! 

Hallo liebe Freunde von den Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams! Schön, dass Ihr auch beim Rückspiel zischen Rams und 49ers bei unseren Game Day Interviews mitmacht. Seit der Niederlage im Hinspiel haben die Rams nun drei Spiele gewonnen und nur eines verloren. Dazu hat man sich an die Spitze der NFC West gesetzt. Was sagt Ihr zur Entwicklung der Rams in den letzten Wochen? 

Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams: Die Entwicklung in den letzten Spielen macht auf jeden Fall Hoffnung auf mehr. Man steht mit 7-3 aktuell auf dem zweiten Seed der NFC und konnte gegen Seattle und Tampa Bay wichtige Spiele gewinnen. Hierbei sticht vor allem die Defense heraus. Nachdem diese vor der Saison aufgrund der teilweise unerfahrenen Coaches und Spieler bei uns Rams-Fans für Kopfzerbrechen gesorgt hat, hat sich die Defense um Donald, Ramsey und Co. zu einer der besten Units der NFL geformt. Mit nur 291,9 Yards und 19,2 zugelassenen Punkten pro Spiel befindet man sich hier in der Top 5 der Liga. Die Offense konnte sich, nach einem üblen Spiel gegen Miami auch wieder festigen.

Die Rams haben die Chicago Bears, Seattle Seahawks und Tampa Bay Buccaneers geschlagen. Und etwas überraschend gegen die Miami Dolphins verloren. Was hat aus Eurer Sicht gegen die Bears, Seahawks und Buccaneers funktioniert und was gegen die Dolphins nicht? 

Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams: Das Spiel gegen Miami war wohl eines der kuriosesten in den letzten Jahren. Obwohl die Rams mehr als drei Mal so viele Yards wie die Dolphins verbuchen konnten hat man das Spiel verloren. Das lag vor allem an den Turnovern der Offense, da die Rams-Defense Miami eigentlich im Griff hatte: Jared Goff wurde von der Miami Defense zwei Mal intercepted und es wurden zwei Fumbles verursacht, von denen einer zum TD zurückgetragen wurde. Hinzu kam ein Punt Return Touchdown über 88 Yards von Miami.

Die Dolphins setzten defensiv hierbei auf ein riskantes, aber wirkungsvolles Konzept: Es wurde überwiegend geblitzt, dabei insbesondere in Cover 0. Mit kreativen Blitz Schemes wurde Goff mächtig unter Druck gesetzt. Ihm gelang es nicht, Pass Rusher vor dem Snap zu identifizieren und den Ball schnell loszuwerden, wodurch die Verteidiger von Miami ihn immer wieder zu Boden bringen konnten. Eine Teilschuld trifft hier auch McVay, da dieser es versäumt hat, mit Adjustments im Game Plan, rechtzeitig auf die blitzfreudige Defense zu reagieren. 

Gegen die Bears, die Seahawks und die Buccaneers konnten die Turnover reduziert werden. Defensiv sah man auch im Spiel gegen Miami sehr gut aus, allerdings hat sich die Offense in den anderen Spielen weniger Fehler geleistet. Man konnte Goffs Stärken gut ausspielen: Kurze und Mittlere Play Action Pässe vor allem über die Mitte des Feldes haben hier besser funktioniert, wodurch die Offense konstanter über das Feld marschieren konnte. Durch die gute defensive Leistung war es auch in keiner der Spiele nötig, dass die Offense 30+ Punkte machen musste. 

Teams wie die Cleveland Browns, Minnesota Vikings, Green Bay Packers und natürlich Los Angeles Rams und San Francisco 49ers haben alle Coaches aus einem Coaching Tree und alle sind in der West-Coast-Offense verankert. Allen diesen Teams sagt man nach, dass es die Teams schwer haben, wenn der Offensive Game Plan nicht wie erwartet funktioniert und man im Spiel Anpassungen vornehmen muss. Sehr Ihr das ähnlich oder habt Ihr eine andere Auffassung? 

Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams: Wir stimmen der Aussage teilweise zu, jedoch würden wir nicht unbedingt behaupten, dass es an den Offensive Schemes liegt. Bis auf Green Bay haben die oben genannten Teams alle Quarterbacks, welche in ihrem Scheme gut funktionieren, aber Probleme haben, sobald der Game Plan nicht aufgeht. Die absoluten Elite Quarterbacks wie Wilson oder Mahomes können, auch wenn das Play Design nicht greift durch ihre individuelle Klasse Big Plays generieren. Mayfield, Cousins, Garoppolo und Goff sind zwar auch gute Quarterbacks, aber sind eben auch von besseren Umständen abhängig. Gerade bei Goff sieht man, dass er bei funktionierenden Play Designs mit guter Protection auf einem Elite Level spielen kann, sobald aber Druck kommt, teilweise sehr üble Fehler macht und seine Leistungen rapide abfallen und im unteren Drittel der Liga anzusiedeln sind.

Ein gutes Beispiel dafür, dass die West-Coast-Offense auch außerhalb des geplanten funktionieren kann, sind die Green Bay Packers. Dies liegt vor allem an der individuellen Qualität von Aaron Rodgers, welcher es trotz wenig Talent auf der Wide Receiver Position schafft, Woche für Woche auf einem konstant hohen Niveau abzuliefern. 

Knapp zwei Drittel der Saison sind nun vorüber und es ist Zeit ein wenig Bilanz zu ziehen. Welche Spieler habe sich im Laufe der Saison gesteigert, von denen Ihr es vorher nicht erwartet habt? Gibt es auf der anderen Seite auch Enttäuschungen? 

Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams: Wir haben in der letzten Ausgabe schon über drei Spieler berichtet (Darrell Henderson, Jordan Fuller, Darious Williams), die uns bislang sehr positiv aufgefallen sind. Diese positiven Eindrücke können wir weiterhin mehr als bestätigen. 

Henderson hat Stand Week 10 das beste Rating aller NFL Running Backs. Er sorgt nach wie vor für explosive Runs und wird auch im Passing-Game mit eingebunden. Wir würden uns wünschen, dass er in Zukunft noch mehr Carries bekommt, um seine Stärken voll auszunutzen. 

Fuller hatte zwar mit Verletzungen zu kämpfen, konnte aber gegen Seattle und Tampa Bay endlich wieder spielen. Insbesondere gegen Tom Brady konnte er einen bleibenden Eindruck hinterlassen, denn der 199. Pick von 2020 hat zwei Pässe von dem 199. Pick von 2000 abgefangen. Die Interception im vierten Quarter bei ca. zwei Minuten auf der Uhr hat sogar für die Vorentscheidung gesorgt und einen möglichen Game-Winning-Drive der Tampa Bay Offense verhindert. 

Auch Darrious Williams konnte in den letzten Spielen glänzen. Er hat ebenfalls zwei Interceptions verbucht und dass gegen keinen geringeren als Russell Wilson. Eine dritte wäre sogar noch hinzugekommen, wenn Leonard Floyd keine Flagge verursacht hätte. 

Für eine weitere positive Überraschung hat Left Tackle Joseph Noteboom gesorgt. Der Drittrundenpick von 2018 sollte langfristig für Andrew Whitworth übernehmen. Der Plan war, dass er in Ruhe hinter dem Veteranen lernt, um nach dessen Karriereende Goffs Blindside beschützen zu können. Nach dem Abgang von Left Guard Roger Saffold Richtung Tennessee, herrschte 2019 in der O-Line allerdings Personalmangel, wodurch Noteboom als Guard umfunktioniert wurde. Noteboom hatte damit jedoch merklich Probleme und hat sich zu allem Überfluss noch das Kreuzband gerissen, wodurch seine Saison nach 6 Spielen beendet war. Auch 2020 hatte er mit Verletzungen zu kämpfen und wurde von Guard David Edwards ersetzt.

Nach der Horror Verletzung von Andrew Whitworth im Spiel gegen die Seahawks musste Noteboom für ihn einspringen. Auf seiner gelernten Position konnte er in den ersten zwei Spielen überzeugen: Bei 70 Pass Blocking Snaps hat er nur zwei Pressures zugelassen. Insbesondere gegen Tampa Bays starken Pass-Rush ist dies beindruckend. Natürlich kann man nach zwei Spielen noch kein endgültiges Fazit ziehen, aber positive Tendenzen sind allerdings vorhanden und machen Lust auf mehr. 

Nach dem Sieg über die Buccaneers in Monday Night Football stehen die Rams an der Spitze der NFC West. Das steigert natürlich auch die Hoffnungen und Erwartungen an das Team. Die Rams treffen in vier der sechs noch ausstehenden Partien auf Teams aus der NFC West: zweimal auf die Cardinals, daheim gegen die 49ers und auswärts auf die Seahawks. Dazu kommen die New England Patriots und New York Jets ins SoFi Stadium. Was denkt Ihr, mit welchem Record die Rams die Regular Season beenden werden? 

Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams: Ideal wäre ein Record von 12-4, realistischer Weise wird es wohl auf 10-6 oder 11-5 hinauslaufen. Gegen die Jets ist ein Sieg Pflicht, die Patriots sind dieses Jahr ebenfalls schlagbar. Die Spiele in der NFC West werden wohl die größte Herausforderung. Die Seahawks sind heiß auf eine Revanche und die Cardinals haben um Kyler Murray eine explosive Offense kreiert, die unsere Defense vor einige Probleme stellen wird. Auch die 49ers sind nicht zu unterschätzen. Zwar habt ihr einige Verletzungssorgen, dennoch hat euer Team in den letzten Jahren immer gute Leistungen gegen uns abgerufen. Insbesondere eure grandiose D-Line konnte Goff und Co. immer wieder vor Probleme stellen. Wir sind jedoch optimistisch, dass wir die Playoffs dieses Jahr erreichen können. Verlockend wäre hier der #5 Seed, welcher gegen den Gewinner der NFC East antritt. 

Welche Teams aus der NFC haben aus Eurer Sicht die besten Aussichten in der Postsesaon dabei zu sein? 

Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams:  Wir denken, dass von den Teams, die aktuell auf Seed 1-7 sind, bis auf die Reihenfolge höchstes noch der #4 Seed verändert wird. Die NFC East ist ja aktuell die ausgeglichenste Division, da alle Teams bislang ähnlich unterdurchschnittlich abgeliefert haben. Die Cowboys sahen gegen die Vikings gut aus und könnten daher mit Quarterback Andy Dalton wieder angreifen.

Ansonsten geht es unserer Meinung nach nur noch darum, wer am Ende an welchem Seed landet. Den #1 Seed haben ja aktuell die Saints inne, allerdings bleibt hier abzuwarten, wie gut Taysom Hill in den kommenden Spielen performen wird. Hinter den Saints lauern die Rams, die Packers und die Seahawks. Die Packers und die Seahawks könnten hier ebenfalls auf #1 rutschen, sofern Wilson und Rodgers wieder zaubern. Zudem haben beide Mannschaften machbare Schedules. Unsere Rams könnten noch ein paar Plätze nach hinten fallen, da der restliche Schedule sehr schwer ist. Die Buccaneers haben ebenfalls gute Chancen auf eine Wildcard, mehr wird aber aufgrund verlorener Tie Breaker schwierig.

Die Cardinals, die aktuell auf Rang #7 sind, könnten noch ein paar Plätze nach oben rutschen, wenn sie den Tie Breaker gegen uns gewinnen (was wir natürlich nicht hoffen). Außenseiterchancen hätten noch die Bears, die 49ers, und die Vikings. Allerdings haben alle dieser Teams ein hartes Restprogramm und müssten für eine Playoff Teilnahme wohl alle restlichen Spiele gewinnen. Deswegen sehen wir eine Playoff Teilnahme eher als unwahrscheinlich an. 

Um diese Frage kommt man nun nicht herum: Welches Team gewinnt am Sonntag? 

Ramily - D/A/CH Fanclub der LA Rams: In der letzten Ausgabe haben wir auf einen Sieg der Rams getippt. Eure Mannschaft hat uns eines Besseren belehrt und konnte uns 24-16 niederringen. Im weiteren Saisonverlauf haben jedoch die Rams einen besseren Eindruck gemacht. Dies lag natürlich auch an den Verletzungen eurer Superstars George Kittle und Jimmy Garoppolo. Jedoch kommt euer Team aus der Bye Week und konnte sich optimal auf unsere Mannschaft vorbereiten. Das Ziel wird sein, den Division Rivalen im Kampf um die Playoffs zu ärgern. Dennoch gehen wir davon aus, dass unsere Rams das Spiel knapp für sich entscheiden können.

Prediction: 20-23 Rams 

Vielen, vielen Dank, dass Ihr an unserer Game Day Interview Reihe zum zweiten Mal teilgenommen habt! Wir wünschen Euch und uns eine spannende und interessante Partie. Natürlich drückt jeder von uns seinem Team die Daumen!