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49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Beyond the Horizon – Episode 9: The German Riot

22 min read

Herzlich Willkommen zur neunten Episode von „Beyond the Horizon“. Wir tauschen uns in dieser Ausgabe mit den Fans der Carolina Panthers, vertreten durch The German Riot, über die Panthers, Cam Newton, Eric Reed, die vergangene Spielzeit, die Free Agency, den Draft und die Zukunft der Panthers aus. Was uns aber besonders wichtig ist, ist der Blick über den Horizont hinaus, wer sind The German Riot? Legen wir los!

Bevor wir dem Interview richtig anfangen, bitten wir Euch uns die The German Riot ein wenig vorzustellen. Wie seid ihr zum Football und speziell zu den Panthers gekommen? Seit wann gibt es Euch als Vereinigung von Panthers Fans in Deutschland? Woher kommt der Name? Wie viele Mitglieder habt Ihr? Wie sieht Eure Zukunftsplanung aus? Seid Ihr in Verbindung mit Fangruppen in den USA? Wir haben einige befreundete Chapter in den USA, sind ein bei den 49ers offizielles und registriertes Fan Chapter und gehören auch dem Dachverband „Niner Empire“ an. Wie sieht es bei Euch aus?  Erzählt uns einfach alles über Euch – wir sind neugierig! 

The German Riot: Gerne stellen wir euch einmal unsere Community und den daraus resultierenden Fanclub einmal näher vor. Man muss das ganze etwas differenziert betrachten, da alles in und durch eine Facebook-Gruppe entstanden ist, die auch heute noch das Herzstück und die Seele unserer Gemeinschaft bildet (Carolina Panthers Germany I The German Riot). Diese Gruppe trug einst den Namen „Carolina Panthers Fans Germany“ und hat sich im Laufe der Zeit seit 2016 stetig weiterentwickelt, was an dem Namen vielleicht zu erkennen ist. Nach dem immer größer werdenden Verlangen, eine eigenständige Organisation mit offiziellem Charakter zu gründen, entstand der „The German Riot“. Wir sind das deutsche Chapter des weltweitagierenden und größten Fanclubs der Carolina Panthers, dem „The Roaring Riot“. Dieser Fanclub besitzt viele Chapter in der ganzen Welt wie beispielsweise in Australien, England, Russland den Vereinigten Staaten, in Mexiko und selbstverständlich nun auch in Deutschland. Weitere Chapter sind unter dem Slogan: “unite and grow“, das bedeutet so viel wie „vereinen und wachsen“, in weiteren Ländern geplant. Der Roaring Riot steht in Verbindung mit Spielern sowie dem Management. Sie engagieren sich gemeinnützig und unterstützen viele Projekte für einen guten Zweck. Gerne geben wir bei Bedarf tiefgehende Einblicke in den Roaring Riot, wie Entstehung, Geschichte und dem Engagement.

Derzeit sind wir eine Community von ca. 850 Mitgliedern. Die Zahlen der aktiven Mitglieder des German Riots können derzeit aufgrund organisatorischen Maßnahmen noch nicht eindeutig bestimmt werden, man kann jedoch anhand des positiven Feedbacks sehr zuversichtlich sein. Wir stehen am Anfang dieses großartigen Projekts und blicken gespannt und mit purer Begeisterung in die Zukunft.

Für die Zukunft erhoffen wir uns eine starke und weiter anwachsende Community, die einander helfen und unterstützen. Momentan ist alles neu, aufregend und viele Projekte laufen parallel, um sich zu etablieren und positionieren.

Für dieses Jahr sind einige Treffen geplant, zum einen ein erstes Treffen in Deutschland und selbstverständlich beabsichtigt man im internationalen Rahmen ein großes Treffen in London zum Spiel gegen die Tampa Bay Buccaneers zu organisieren. Auf lange Sicht wünschen und erhoffen wir uns gemeinsame Reisen in die Vereinigten Staaten nach Charlotte, möglichen Besuchen im Trainingscamp und unseren Freunden des Roaring Riots. Die Verbindung ist hergestellt und das Fundament geschaffen, jetzt liegt es in unserer Hand, was wir daraus machen.

Wechseln wir in den sportlichen Teil und werfen einen Blick in die Geschichtsbücher. Die Carolina Panthers nahmen 1995 den Spielbetrieb in der NFL auf und spielten zunächst in der NFC West und seit 2002 in der NFC South. Bisher schaffte es das Team aus North Carolina achtmal in die Playoffs, gewann sechsmal die Division und einmal den Einzug in den Super Bowl. Was sind für Euch die bedeutendsten Momente in der Geschichte der Panthers? 

The German Riot: Im Mittelpunkt stehen selbstverständlich die beiden Jahre, in denen die Panthers jeweils den Super Bowl erreicht haben. Erstmals gelang es Head Coach John Fox und Quarterback Jake Delhomme in der Season 2003 im Endspiel zu stehen. Nach teilweise dramatischen Playoff-Spielen gegen die Rams und Eagles traf man schlussendlich dort auf die New England Patriots, gegen die man unglücklicherweise durch ein Field Goal von Adam Vinatieri in letzter Sekunde verlor.

Nach langem Warten gelang den Panthers in der Season 2015 endlich wieder ein Einzug in den Super Bowl. Das Team von Head Coach Ron Rivera mit Quarterback Cam Newton, der in diesem Jahr zum MVP gewählt wurde, konnte die Regular Season mit einem sensationellen 15-1 Record beenden und positionierte sich eindeutig als Titelaspirant. Als Favorit verlor man allerdings das Endspiel gegen die Denver Broncos. Durch die Leistung in der Season bekamen die Panthers aber gerade aus Deutschland ganz viel Anerkennung und Unterstützung. 2015 wurde zum ersten Mal die komplette Regular Season im deutschen Free TV ausgestrahlt und das führte dazu, dass viele neue Zuschauer und Interessenten den Sport für sich entdeckten und durch die herausragende Spielweise der Panthers mit dem Team schnell sympathisierten. Die Fangemeinde der Panthers in Deutschland fand in diesem Jahr einen unglaublich rasanten Zuwachs.

Jerry Richardson war der Gründer der Panthers und stand der Franchise als Owner bis Mai 2018 als Owner vor. David Tepper kaufte die Panthers für 2,3 Milliarden Dollar, nachdem er seine Minderheitsanteile an den Pittsburgh Steelers verkauft hatte. Habt Ihr den Eindruck, dass sich seit dem Besitzerwechsel etwas bei den Panthers verändert hat? Eine Relocation war im Dunstkreis des Besitzerwechsels kurzzeitig ein Thema, scheint aber nun vom Tisch. Wie seht Ihr die Zukunft des Teams in Carolina? 

The German Riot: Durch David Tepper ist schon eine spürbare Änderung wahrzunehmen. Im Moment scheint es so, dass das Head Quarter und das Trainingsgelände nach South Carolina umgesiedelt werden. Dabei werden den Panthers Steuererleichterungen von über 100mio Dollar versprochen. Eine Verbesserung des Trainingsgeländes könnte gerade im Winter bei schlechten Außenbedingungen sehr hilfreich sein.

Aber auch der Umgang mit den Spielern scheint enger zu sein als zuvor unter Richardson. Tepper ist jeden Tag bei den OTAs (Organized Team Activities) anwesend, sowie näher an den Spielern und am Coaching Staff. Im Draft hatte er spürbar einen größeren Einfluss auf die Verpflichtung von Backup-Quarterback Will Grier. Eine Verpflichtung von Eric Reid war wohl auch nur mit ihm als Owner möglich. Ob es gut ist, dass er sich so stark einbringt, wird die Zukunft zeigen. Zumindest bekam er aber schon im ersten Jahr enormen Zuspruch für einige Aktionen seitens der Fans.

Ron Rivera ist der Head Coach der Carolina Panthers seit 2011. Zuvor waren es Dom Capers (1995 bis 1998), George Seifert (1999 bis 2001) und John Fox (2002 bis 2010). Wie seht Ihr die Entwicklung des Teams unter Riveira, insbesondere nach dem verlorenen Super Bowl gegen die Denver Broncos? Habt Ihr den Eindruck, dass Riveira noch der richtige Mann am Ruder der Panthers ist?      

The German Riot: In der NFL werden im Moment eher junge Head Coaches gesucht, die einen Hintergrund in der Offense haben. Rivera ist eher ein Gegenentwurf dazu. Lange wurde an Offensive Coordinator Mike Shula festgehalten, dem es hauptsächlich darum ging, den Lauf zu etablieren. In der Defense hörte man darüber hinaus von Rivera auch immer wieder Äußerungen, dass man zunächst den Lauf unbedingt stoppen will und muss. Diese Einstellungen passen allerdings nicht mehr ganz so stark in die moderne NFL und so ist es auch nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahren nicht mehr so viel Erfolg zu verbuchen war. In der Fanszene ist Rivera nicht mehr ganz unumstritten. Es ist durchaus vorstellbar, dass Rivera bei einer enttäuschenden kommenden Season am Ende das Team verlassen muss.

In der vergangenen Saison starteten die Panthers mit einer Bilanz von sechs Siegen zu zwei Niederlagen und lag auf Playoff Kurs. Anschließend verlor man sieben der letzten acht Begegnungen und beendete die Saison mit einer Bilanz von 7-9 und verpasste die Playoffs. Die Verletzung von Quarterback Cam Newton als einzige Ursache zu benennen ist sicher zu kurz gegriffen. Wie habt Ihr die Saison 2018 gesehen?

The German Riot: Ein Verlust des Quarterbacks ist kaum aufzufangen, gerade mit den Backups, die man letztes Jahr im Team hatte. Die Verletzung von Newton war deshalb ein schwerwiegender Rückschlag für das gesamte Team.

Die Stimmung nach acht Spielen war sehr gut unter den Fans und man hatte schon die Hoffnung auf die Playoffs, obwohl man mit den Saints einen Gegner und Rivalen in der Division hatte, der zu dieser Zeit unschlagbar schien. Im Nachhinein muss man aber auch zugeben, dass die Panthers relativ leichte Gegner zu Beginn der Season hatten. Nur drei der ersten sechs Siege kamen aus Spielen gegen Teams, die später in den Playoffs standen. Die Cowboys bezwang man in der Phase, in der sie in der Offense ohne Amari Cooper noch sehr zahnlos agierten und die Ravens spielten beim Aufeinandertreffen noch mit Quarterback Joe Flacco. Lediglich die Eagles waren zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens schon so gut in Form, sodass man bei ihnen eine Teilnahme an den Playoffs erahnen beziehungsweise vermuten konnte. In dem Spiel wurde man allerdings auch drei Quarter sehr dominiert und konnte keinen einzigen Punkt erzielen, ehe man im letzten Quarter das Spiel komplett drehte.

In der zweiten Hälfte der Season wurden dann auch die Gegner besser und die Leistungen der Defense verschlechterten sich bemerklich. Man war nicht immer chancenlos, denn es gab auch Spiele wie gegen die Seahawks, wo beide Teams auf Augenhöhe agierten, doch wurden in diesen Spielen sehr stark die Schwächen im Pass Rush und in der Coverage aufgezeigt. Neben der Verletzung von Newton waren dies weitere Gründe für das schwache Abschneiden in der zweiten Saisonhälfte. Die Enttäuschung am Ende war dementsprechend sehr groß.

In der Free Agency verpflichteten die Panthers mit Center Matt Paradis (Denver Broncos) einen der begehrtesten Offensive Liner. Dazu kamen Wide Receiver Chris Hogan (New England Patriots), Defensive Lineman Bruce Irvin (Atlanta Falcons) und Wide Receiver Aldrick Robinson (Minnesota Vikings). Dazu kamen gleich drei Spieler aus der inzwischen eingestellten Alliance of American Football: Rashad Ross (Arizona Hotshots), T.J. Barnes (Atlanta Legends) und Brandon Greene (Birmingham Iron). Seid Ihr mit der Free Agency zufrieden? Haben die Spieler aus der AAF eine Chance auf einen Roster Spot?   

The German Riot: Neben der Verpflichtung von Matt Paradis konnte man auch für den Verbleib von Offensive Liner Daryl Williams sorgen. Das Augenmerk in der großen Free Agency Phase lag ganz klar auf der Verbesserung der Offensive Line, denn der Schutz für Cam Newton hat im nächsten Jahr augenscheinlich oberste Priorität. Die Receiver, die geholt wurden, kamen höchstwahrscheinlich, um die Tiefe des Kaders zu verbessern. Lediglich Hogan könnte am Ende mit Jarius Wright um den Platz im Slot kämpfen. Für Wide Receiver Rashad Ross wird es dagegen zunächst schwierig werden einen Platz als Starter zu bekommen. Er hat allerdings seine Chance in der AAF sehr gut genutzt und könnte mit diesen Leistungen nicht nur einen Platz im Roster bekommen, sondern auch als Returner und Rotational Player einen bemerkbaren Einfluss im Team haben.

Wie in der Offense wurde auch in der Defense die Line in der Offseason stark verstärkt. Dies ist nach den schlechten Leistungen des Passrushs der letzten Season auch sehr nachvollziehbar, dass allerdings keine Verstärkung für die Secondary erfolgte, ist aus unserer Sicht sehr zweifelhaft. Mit Searcy und Adams verliert man am Ende sogar noch zwei Defensive Backs, die durchaus für die Rolle als Starter in Frage gekommen wären. Da man in einer Division mit drei Teams ist, die alle wohl in der kommenden Season sehr gut im Passing Game aufgestellt sind, ist der Move, keinen Defensive Back zu holen, sehr fragwürdig und betrübt die Situation der an sonst guten Free Agency Phase.

Der Draft ist für die Panthers sehr gut gelaufen. In der ersten Runde draftete man Pass Rusher Brian Burns (Florida State) und in der zweiten Runde Offensive Tackle Greg Little (Ole Miss). Zwei große Needs mit Pass Rush und Offensive Line bedient. Liest sich wirklich gut. Wie sehr ihr die beiden Picks? Zufrieden? Kann Burns Altstar Julius Peppers ersetzen? Wird Little gemeinsam mit Center Matt Paradis die Offensiv Line verbessern? 

The German Riot: Dass Brian Burns überhaupt noch an 16. Stelle im Draft verfügbar war, war schon eine große Überraschung. Es gibt eigentlich durchweg nur positive Stimmen zu diesem Pick. Er ist allerdings ein anderer Spieler als Julius Peppers, was aber auch vollkommen in Ordnung ist, denn das Spiel in der NFL hat sich über die letzten Jahre schon sehr stark verändert. Burns wird vielleicht am Ende seiner Karriere nicht so viele Sacks haben wie Peppers, doch durch seine enorme Explosivität und Athletik wird er oft den Quarterback unter Druck setzen und seinen Gegner an der Line öfter schlagen können. Gerade auf der Position des Edge Rushers positioniert man sich sehr gut in der NFL, wenn man im College schon den gegnerischen Offensive    Tackle oft besiegen und überwinden konnte, weswegen viel von Burns viel erwartet werden kann.

Über Greg Little ist das Stimmungsbild der Fans auch relativ positiv, doch musste man für ihn hochtraden und einen weiteren Drittrundenpick abgeben. Little gilt zwar als sehr talentiert und hat gute Statistiken als Passblocker, doch hatte er nicht so viele Aktionen, in denen er klassisch den Gegner über mehrere Sekunden blocken musste, denn sein College Ole Miss benutze viele Run-Pass-Option-Spielzüge oder Spielzüge, die durch das Scheme dazu führten, dass der Quarterback sehr schnell den Ball loswerden konnte. Little ist daher schwer einzuschätzen, muss aber sofort als Starter auf der Left Tackle Position funktionieren, denn ansonsten wäre das hohe Investment wohl zu hoch ausgefallen.

In der dritten Runde entschieden sich die Panthers für Quarterback Will Grier (West Virginia). Ein interessanter Pick, den man vor der letzten College Saison deutlich höher eingeschätzt hatte. Für West Virginia warf er in zwei Spielzeiten 7.354 Yards und 71 Touchdowns bei 20 Interceptions. Die Panthers haben seit Cam Newton im Draft 2011 ausgewählt wurde, keinen Quarterback gedraftet. Kurzfristig könnte er womöglich Newton bis zur Genesung vertreten, aber könnte er auch langfristig der Erbe von Newton werden?      

The German Riot: Das hängt wohl auch von Cam Newtons Fitnesszustand der nächsten Jahre ab. Als Backup ist er in den ersten Jahren aber wohl eine sehr gute Wahl und da Newton einen Spielstil hat, der dazu führt, dass er viele Hits einstecken muss, ist es gut möglich, dass Grier bereits im nächsten Jahr einige Spiele eingesetzt wird. Falls Newton die nächsten Jahre unverletzt bleibt, kann dies aber bedeuten, dass Grier irgendwann ein anderes Team findet, bei dem er dann der Franchise Quarterback wird. Bei kurzen Pässen ist er enorm akkurat, vielleicht sogar auf dem höchsten Niveau der Spieler des diesjährigen Drafts, sein Problem sind jedoch die Pässe, die länger als 20 Yards sind, denn in diesem Bereich beherrscht er nur wenige bestimmte Würfe. Er bräuchte wohl zunächst ein auf ihn angepasstes Play Calling, damit er Erfolg haben könnte, doch eine erfolgreiche Karriere sollte dem nicht unbedingt im Wege stehen. 

Am dritten Tag des Drafts entschieden sich Panthers für OLB Christian Miller (Alabama), RB Jordan Scarlett (Florida), Offensive Tackle Dennis Daley (South Carolina) und Wide Receiver Terry Godwin (Georgia). Ist ein Kandidat dabei, der sofort um einen Starter Posten konkurrieren kann? Oder handelt es sich eher im Tiefe für den Kader. Wie sieht es bei den Undrafted Rookie Free Agents aus?

The German Riot: Der GM Marty Hurney hatte schon vor dem Draft verkündet, dass die Picks am dritten Tag gut im Special Team verwendet werden müssen, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass keine Spieler dabei sind, die wohl sofort als Starter in der Offense als auch in der Defense eingesetzt werden können. Trotzdem hat man mit Miller und Scarlett zwei durchaus vielversprechende Picks gemacht. Miller ist wohl nur durch eine Verletzung in den dritten Tag des Drafts gerutscht. Auf dem Platz war er aber extrem produktiv und könnte somit schon bei Third Downs als Pass Rusher eingesetzt werden. Im Verlaufe seiner Karriere ist es dann auch möglich, dass er irgendwann als Off-Ball-Linebacker eingesetzt werden könnte, dies gilt weiterhin zu beobachten.

Scarlett hatte im College extrem viele Tackles gebrochen und war als reiner Runner extrem gut. Er hatte allerdings auch schon Berührungspunkte mit der Justiz, weswegen er 2017 gesperrt wurde. Im College wurde er zudem kaum als Receiver eingesetzt. Es war daher nicht verwunderlich, dass er in der fünften Runde des Drafts noch verfügbar war. Bei den Panthers könnte er im kommenden Jahr bei Läufen zum Einsatz kommen, bei denen nur wenige Yards zum neuen First Down gefordert sind.

Daley und Godwin werden es dagegen recht schwer haben sofort in den Kader zu kommen und sich profilieren zu können. Ihnen müsste aber ein Platz im Practice Squad sicher sein, selbst wenn sie den Cut am Ende nicht überstehen sollten.

Von den Undrafted Rookie Free Agents bekommt Elijah Holyfield das größte Interesse der Fans. Da er aber im College viel von einer guten Offensive Line profitieren konnte und generell recht viele Running Backs im Kader der Panthers vorhanden sind, wird es schwer für Holyfield werden, den Kader zu erreichen.

In der Offense drehte sich schon in seiner zweiten Saison alles um Running Back Christian McCaffrey. Wird es der Offense helfen, dass man mit Chris Hogan (New England) einen erfahrenen Receiver verpflichtet hat? Oder wird es ein größerer Vorteil sein, wenn Tight End Greg Olsen wieder genesen ist? Hängt eine erfolgreiche Saison einzig und allein an der Schulter von Cam Newton?

The German Riot: Der wichtigste Spieler für den Erfolg ist Cam Newton, der mit guten Leistungen abliefern muss. Aktuell sieht es zum Glück so aus, dass er gut vorbereitet in die Season gehen könnte. Sollte er sich allerdings wieder innerhalb der Season verletzen, wäre man nun mit einem guten Backup aufgestellt, der auch Spiele gewinnen kann, wenn das Spiel auf ihn zugeschnitten wird. Es kann aber bezweifelt werden, dass Grier gleich in seiner ersten Season einen Ausfall von Newton kompensieren könnte.

Die Offense wird ansonsten viel über die Playmaker Curtis Samuel, DJ Moore und Christian McCaffrey laufen. Schon letztes Jahr konnte man sehen, dass Newton nicht mehr lange Pässe versucht hat zu werfen, dafür den Ball aber schnell losgeworden ist, sodass die Receiver dann viele Yards nach dem Catch machen mussten und gemacht haben. Greg Olsen wäre dazu allerdings trotzdem extrem wichtig. Durch Olsen werden oft Missmatches kreiert und das führt dazu, dass er dann oft die Chance hat sich gut freizulaufen. Würde er wieder einige Spiele ausfallen, wäre die Offense stark geschwächt.

Für Hogan wird es recht schwierig eine größere Rolle im Kader zu spielen. Er kommt aus einer extrem schwachen Season und wird zunächst um den Platz auf der Slot-Position mit Wright kämpfen. Wright hatte allerdings bereits letzte Season einige Momente, die gezeigt haben, dass er gerade bei dritten Versuchen mit Newton gut harmoniert. Man wird aber bestimmt einen Plan für Hogan haben, denn durch seine Verpflichtung hat man auf einen Compensatory Pick in der sechsten Runde verzichtet.

Die Defense des Teams um Defensive Tackle Kawaan Short, Linebacker Luke Kuechly und die Cornerbacks Donte Jackson und James Bradbury sollte sich in der kommenden Saison erneut weiterentwickeln. Wie seht Ihr den Fortschritt in der Defense und wie beurteilt Ihr unseren ehemaligen Safety Eric Reid? Die Panthers stehen für eine starke Secondary und dort investiert man zumeist mehr Geld und Draftpicks als in die Defensive Line und den Pass Rush. Wie seht Ihr die Zukunft unter Defensive Coordinator Eric Washington?      

The German Riot: Eigentlich ist die Secondary gar nicht allzu gut besetzt. Zweitrundenpicks wie Jackson oder Bradberry mussten sofort ohne Eingewöhnungszeit im ersten Spiel starten, aufgrund der Tatsache, dass Spieler in der Secondary der Panthers meist nicht so gut waren, während die Erstrundenpicks und die Spieler mit den hochdotierten Verträgen hauptsächlich in der Front Seven spielen.

Im nächsten Jahr ist es nicht zu erwarten, dass die Panthers eine der besten Defenses der Liga stellen werden, denn dafür ist die Coverage nicht gut genug. Im letzten Jahr hatte man große Probleme mit dem Pass Rush und in der Coverage. Im Draft und in der Free Agency Phase hat man sich gezielt darauf konzentriert, den Pass Rush zu verbessern. Natürlich wird das gerade beim dritten Versuch hilfreich sein, aber gegen gute Quarterbacks, die schnell den Ball loswerden, sind wieder viele Punkte des Gegners zu erwarten. Reid ist dabei ein Teil der schwächeren Secondary. In der Coverage hatte er viele schlechte Plays im letzten Jahr und ansonsten agierte er lediglich als harter Tackler. Er war aber kein Spieler, der frühzeitig den Gegner zu Boden brachte, sondern machte meist erst sein Play, wenn die Offense schon viele Yards generiert hatte. Trotzdem bekam er einen hochdotierten Vertrag, weswegen nun eine Leistungssteigerung erforderlich ist, gerade in der Coverage.

Vielleicht wird ihm helfen, dass Ron Rivera das Play Calling übernehmen wird. Defensive Coordinator Eric Washington bekam schon letztes Jahr viel Kritik ab, weswegen Rivera zum Ende des letzten Jahres das Play Calling bereits übernahm. Es konnte dann tatsächlich eine leichte Verbesserung der Statistiken beobachtet werden. Wie gut die Defense im neuen Jahr ist, wird sich sehr schnell herausstellen, denn bereits im ersten Spiel kommt es zu einem Aufeinandertreffen mit den Rams, die wieder auf den genesenden Cooper Kupp zurückgreifen können, mit dem sie teilweise unbezwingbar schienen im letzten Jahr.

Mit welchen Erwartungen geht Ihr in die Saison 2019? Die New Orleans Saints starten wohl ihren letzten Anlauf in Richtung Super Bowl mit Drew Brees under Center und auch von den Atlanta Falcons wird nach dem schlechten Abschneiden 2019 viel erwartet. Bei den Tampa Bay Buccaneers hat mit Bruce Arians nun ein Offensiv Guru den Job des Head Coaches übernommen und viele Analysten glauben, dass er Jameis Winston in die Erfolgsspur führt. Wo seht Ihr Euch am Ende der Saison?    

The German Riot: Die Stimmung bei den Fans ist tatsächlich ganz optimistisch. Viele haben das Gefühl, dass die Panthers von vielen zu schwach eingeschätzt werden. Die Offense-Power in der Division ist allerdings enorm, weswegen man mit der eigenen Offense stark gegenhalten muss, wenn man erfolgreich sein will. Cam Newton hat in diesem Jahr endlich Receiver, die sich gut freilaufen können, doch muss er zumindest annähernd an die MVP Saison 2015 anknüpfen, denn ansonsten könnte die Panthers Season nicht so gut verlaufen, wie viele Fans sich das wünschen.

Die San Francisco 49ers und die Carolina Panthers treffen nicht häufig aufeinander. Am achten Spieltag kommen die Panthers aus einer Bye Week nach San Francisco ins Levi´s Stadium. Was erwartet Ihr von der Partie und wie schätzt Ihr die 49ers ein? Die 49ers hoffen auf den ersten Heimsieg seit der Saison 2001. Ihr seht das sicher anders!

The German Riot: Beide Teams haben einige Gemeinsamkeiten. Bei den 49ers könnte auch die Secondary manch Schwächen aufweisen. Bis zum achten Spieltag kann aber natürlich noch viel passieren. Beide Teams haben Spieler in der Secondary, die aufgrund von Verletzungen oder anderen Gründen ihr Potenzial noch nicht zeigen bzw. ausschöpfen konnten, jedoch im nächsten Jahr ihren Durchbruch haben könnten. Das Spiel könnte aber trotzdem durch die Luft gewonnen werden, weswegen das Play Calling eine wichtige Rolle spielen könnte. Die Quarter-backs werden dann eine zentrale Rolle im Spiel haben. Die Leistungen von Garappolo sind dabei schwer zu prognostizieren, denn er hat nur ganz wenige NFL Spiele gespielt. Es bleibt zu hoffen, dass sich bis zum Aufeinandertreffen nicht viele Spieler verletzen und beide Teams ihre Fähigkeiten auch abrufen, denn dann könnte es ein sehr spannendes Spiel von zwei Teams mit ähnlichem Niveaus werden, wobei auch schöne Aktionen zu erwarten sind. Die Bye Week eine Woche zuvor ist allerdings ein nicht unerheblicher Vorteil der Panthers.

Vielen Dank, dass Ihr bei unserer neunten Ausgabe von „Beyond The Horizon“ mitgemacht und unsere Fragen so ausführlich beantwortet habt! Besonders herzlich möchten wir uns bei Tom Maron (Redakteur The German Riot) bedanken, der sich sehr ausführlich mit unseren Fragen auseinandergesetzt und diese wunderbar und interessant beantwortet hat. Nicht vergessen möchten wir einen Dank an Martin Krauskopf (Management The German Riot).

Außerdem bedanken wir uns, dass wir das brandneue Logo von The German Riot verwenden durften, welches erst gestern präsentiert worden ist.

Wir hoffen, dass wir unseren Austausch weiter fortsetzen und wir mehr voneinander erfahren! Für die Begegnung in der Regular Season kontaktieren wir Euch für eine kurze Spielvorschau gerne wieder.

Mehr Informationen über The German Riot findet Ihr hier:

•                                              Facebook: https://www.facebook.com/germanriot/

Und über The Roaring Riot hier:

  • https://roaringriot.com/?fbclid=IwAR0DsOWfD8jBw7gBcWtJwGVpZ450UpkdLyd6bGmfuSn9fspCyPkKFDANXT0

Hier findet ihr die acht vorherigen Ausgaben von „Beyond the Horizon“: