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3. August 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Beyond the Horizon – Episode 29: Neue Head Coaches Special feat. Redskins Fans in Germany

8 min read

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe des fünfteiligen Specials von Beyond the Horizon über die neuen Head Coaches in der NFL. In den vorangegangenen beiden Episoden sprachen wir bereits mit der Cowboysnation Germany über Mike McCarthy und seinen Staff bei den Dallas Cowboys sowie den The German Riot über Matt Rhule und die neuen spannenden Veränderungen bei den Carolina Panthers. In dieser Ausgabe spielt der ehemalige Head Coach der Carolina Panthers eine Hauptrolle. Ron Riveira hat bei den Washington Redskins als neuer Cheftrainer angeheuert und einen interessanten Stab zusammengestellt. Darüber sprechen wir mit den Redskins Fans In Germany! Los geht’s!   

Hallo Redskins Fans in Germany! Schon nach dem fünften Spieltag entließen die Washington Redskins Jay Gruden und Bill Callahan übernahm als Interims Head Coach.  Gruden war von 2014 bis 2019 als Head Coach in Washington und 35 Siegen, 49 Niederlagen und einem Remis. Unter Gruden erreichte man lediglich einmal die Playoffs. Wie lautet Eure Bilanz zu Gruden? Hatte Callahan eine Chance als Head Coach aus der Saison 2019 hervorzugehen? 

Redskins Fans in Germany: Anfangen will ich mal kurz mit Bill Callahan und behaupte mal, dass er um Head Coach zu bleiben schon so ziemlich alle Spiele irgendwie hätte gewinnen müssen... Das konnte man nicht erwarten und somit war das nie eine wirkliche Option. Allenfalls ein Verbleib von Bruce Allen hätte da vielleicht eine andere Entwicklung bewirken können.

Gruden hatte bei vielen von uns von Anfang an einen harten Stand – „der falsche Bruder” sozusagen... Seine ganze Ausstrahlung und Präsenz hatten grundsätzlich einfach nie so richtig überzeugende Wirkung. Seine Ausbootung von Robert Griffin III hat ihm da in Sachen Beliebtheit auch keinen Gefallen getan - obwohl Griffin da seinen Teil genauso mit beigetragen hat, muss fairerweise schon gesagt sein.

Bei den Spielern schien Gruden sonst schon ein durchaus beliebter Coach zu sein, ein sogenannter „Players Coach.“ Persönlich hat er mich ausgerechnet im vergangenen Jahr zumindest menschlich für sich gewinnen können, als Head Coach hatten wir in der Gruppe aber seine ganze Amtszeit über v.a. immer zu beklagen, dass er nicht wirklich fähig schien, die im laufenden Spiel so oft gefragten „Adjustments“ machen zu können. Meist war sein Latein an dem Punkt am Ende, wo es auch der über die Woche gescriptete Game Plan war.

Was man vielleicht noch als sympathisch sehen konnte bei ihm war seine stete Offenheit und Ehrlichkeit. Wenn ein NFL Fan von den Anfangsschwierigkeiten von Dwayne Haskins enttäuscht oder überrascht war, hat er offenbar nicht mitbekommen, dass Gruden ja sagte, er wäre noch nicht ganz so weit. Glücklicherweise konnte man dann aber doch bald schon ganz gute Fortschritte feststellen, wodurch man letztlich wieder in Frage stellen kann oder gar muss, ob Gruden nicht auch schon mehr zu dieser Entwicklung beitragen hätte können... Denn das Keenums Wundertage aus Minnesota lang vorbei waren, ist ja ziemlich schnell klargeworden.

Bedenkt man, dass Jay Gruden einst von den Bengals für seine Arbeit mit Andy Dalton als Quarterback Förderer geholt wurde, hat er bei uns dieses Einstellungskriterium eben nicht bestätigen können. Beim ersten Quarterback nicht, der als Zukunft der Franchise gedraftet wurde, und nun beim letzten wieder nicht.

Obwohl ich zwar schon gespannt bin, wie es für ihn in Jacksonville läuft und ob er sich zumindest als Coordinator wieder positiv unter Beweis stellen kann, glaube ich allerdings bei ihm auch kaum, dass ihm jemand unter uns nachtrauern wird oder auch sogar weiterhin die Daumen drückt - ganz anders als das bei etwa einem Shanny, McVay oder einigen Spielern ist. Leonard Fournette jedenfalls wäre vermutlich zu raten, einen Trade zu forcieren, denn Laufen schien dem kleinen Gruden, im Gegensatz zu seinem Bruder Jon, immer eine ungeliebte Tugend im Offensivspiel zu sein...

Die Redskins präsentierten mit Ron Rivera als erstes Team einen neuen Head Coach. Man hatte ja auch am längsten Zeit für die Suche, trotzdem war die Coach Suche schnell beendet. Seid Ihr zufrieden mit Rivera?

Redskins Fans in Germany: Es war zunächst schon überraschend, dass die Entscheidung so schnell gefallen war. Nachdem man als Fan so lange Zeit hatte, sich gedanklich mit allerlei medial genannten Kandidaten zu beschäftigen und daraus vielleicht so ein paar persönliche Favoriten hatte, hätte man vielleicht auch auf das ein oder andere Interview mehr spekuliert. Bei manchen Namen ist fraglich, ob sie überhaupt verfügbar gewesen wären, aber der neue Frontmann von Riveras Ex-Team z.B. hatte schon enorm viel Appeal.
Die Frage ist und war aber natürlich auch, welche Art von Head Coach die Redskins Franchise jetzt am ehesten braucht - und da kommt dann eben durchaus Rivera ins Spiel.

Die größte Überraschung und Zufriedenstellung für einen enormen Teil der Fans kam aber in der Entlassung von Präsident Bruce Allen! Owner Dan Snyder mag nun leider wirklich nicht zu den besten seiner Zunft gehören, aber er hat zumindest eine gewisse Lernfähigkeit bewiesen. Was man aus den Interviews und Berichten zu Riveras Verpflichtung und dem Prozess dahin hört und liest, wie auch die Aussagen verschiedener seiner ehemaligen Spieler über ihn und letztlich wie Rivera seine Vision vorstellt, macht alles unheimlich viel Hoffnung, dass man optimistisch in die neue Ära blicken kann.

Kürzlich haben wohl ja sogar erste positive Gespräche zwischen Rivera und Star Left Tackle Trent Williams stattgefunden, was letztes Jahr noch nahezu undenkbar schien. Und auch wenn da der Ausgang weiter ungewiss ist und der ein oder andere mit unserem einstmals geliebten Trent vielleicht schon abgeschlossen hatte, würde ich das grundsätzlich als positives Zeichen ansehen, bei all der negativen Presse, die uns diese ganze Situation beschert hat.

Die einzige Kritik, die häufig zumindest in den Medien über Rivera verbreitet wird, betrifft seine noch etwas zurückhaltenden Aussagen bzgl. First Round Quarterback Dwayne Haskins. Das halte ich aber für reine Sensationsmache und eine fürchterlich unnötig überzogene Reaktion auf Basis einer Fehlinterpretation. Rivera sagt das einzige, was man zum aktuellen Zeitpunkt über Haskins bereits sagen kann und macht gleichermaßen klar, dass ihm die Führung des Teams nicht einfach geschenkt wird. Er fordert ihn auf, sich in der Rolle und als Spieler weiter zu beweisen. Das finde ich genau richtig.

Alles in allem und in Kürze: der Gesamteindruck von Rivera stimmt, wir können auf jeden Fall zufrieden sein.

Ron Rivera verpflichtete Scott Turner als neunen Offensive Coordinator, der zuvor bei den Carolina Panthers als Quarterbacks Coach arbeitete. Mit Jack Del Rio als neuen Defensive Coordinator brachte er einen Trainer mit, der bereits bei den Oakland Raiders (2015 bis 2017) und Jacksonville Jaguars (2003 bis 2011) als Head Coach tätig war. Was haltet Ihr vom Coaching Staff und was erwartet Ihr für Veränderungen?

Redskins Fans in Germany: Vorweg kann ich zwar zu Turner nicht viel sagen, aber er ist durch seinen Dad natürlich mit dem Sport und Coaching aufgewachsen, hat das gewissermaßen von klein auf eingesaugt, das ist zumindest eine hervorragende Voraussetzung. Dass er zuletzt QB Coach war passt auch, da es ja auch sehr viel darum gehen wird, unseren jungen Quarterback weiter zu entwickeln. Wo die beiden vielleicht gleich eine persönliche Bindung aufbauen können, ist ihre gemeinsame Vergangenheit, ihre Schulzeit in der DMV-Gegend verbracht zu haben, Norv war damals ja Head Coach bei den Redskins. Somit kommt Scott gewissermaßen auch zu uns „heim“.

Zwar mussten wir uns gerade was die Positions Trainer angeht schon von ein paar guten Leuten leider verabschieden - besonders Rob Ryan hat mit den Linebackern ordentliche Arbeit geleistet letztes Jahr, Tomsula ist bekanntlich einer der besten D-Line Coaches der Liga und bei euch ja auch bestens bekannt; dazu natürlich Callahan auf der anderen Seite mit der Offensive Line - allerdings lässt sich das emotional wieder irgendwo verschmerzen mit dem gerade unter uns Fans zum großen Teil seit Jahren ersehnten Wechsel zurück zu einer 4-3 Basis Defensiv Formation.

Das Kronjuwel des neuen Trainerstabs ist ganz klar Jack Del Rio! Wie Rivera ein Mann mit reichlich Erfahrung, der auch selbst Spieler war - und gerade wenn man an die Broncos aus seiner letzten Station in dieser Rolle denkt und dann was er aus dem vorhandenen Spielermaterial bei uns machen könnte? Da kann man als Fan die Saison gar nicht erwarten!

Vielen Dank zum Schluss für das erneute Interview! Macht Spaß mit euch. Schade, dass es mit dem Titel nicht ganz geklappt hat für euch... Ich hoffe ihr verarbeitet das gut und wünsche eine weitere gute Saison! Grüße auch an die anderen Interviewpartner aus diesem Special - und natürlich allen Redskins Fans! #HTTR

Wir bedanken uns herzlich für das Resümee zum entlassenen Head Coach sowie die Gedanken zum neuen Hauptübungsleiter und natürlich für die Bereitschaft bei dieser Sonderausgabe mitzumachen bei den Redskins Fans In Germany und Armin Eismann. Wir hören bestimmt in der Offseason erneut voneinander! In den folgenden beiden Ausgaben sprechen wir den German Browns Backers über den neuen Head Coach Kevin Stefanski bei den Cleveland und mit New York Giants Fans Deutschland über Joe Judge.

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