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19. September 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Beyond the Horizon – Episode 18: New Orleans Saints Germany

22 min read

Herzlich Willkommen zur 18. Episode von „Beyond the Horizon“. Wir uns in dieser Ausgabe mit den New Orleans Saints Germany über die Saints, Drew Brees, die vergangene Spielzeit mit dem Aus in der Over Time gegen die Rams, die Free Agency, den Draft und die Zukunft der Saints austauschen zu können. Was uns aber besonders wichtig ist, ist der Blick über den Horizont hinaus, wer sind die New Orleans Saints Germany? Legen wir los!

1.  Bevor wir dem Interview richtig anfangen, bitten wir Euch uns die New Orleans Saints Germany ein wenig vorzustellen. Wie seid ihr zum Football und speziell zu den Saints gekommen? Seit wann gibt es Euch als Vereinigung von Saints Fans in Deutschland? Wie viele Mitglieder habt Ihr? Wie sieht Eure Zukunftsplanung aus? Möchtet Ihr in Zukunft vielleicht auch den Weg der German Sea Hawkers einschlagen und einen eingetragenen Verein gründen? Erzählt uns einfach alles über Euch – wir sind neugierig! 

New Orleans Saints Germany: Die New Orleans Saints Facebook-Gruppe sowie -Seite wurden beide im Februar 2014 erstellt. Die meisten unserer Mitglieder, welche von Anfang an dabei waren, sind schon mehrere Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, Fans der New Orleans Saints. Zurzeit haben wir über 400 Mitglieder, und mittlerweile auch eine sehr aktive WhatsApp Gruppe.

Es sind tatsächlich auch Pläne im Gange, einen eingetragenen Verein zu Gründen. Allerdings stoßen wir da aktuell immer wieder auf Stolpersteine, welche es noch zu beseitigen gilt.

2. Seid Ihr in Verbindung mit Fangruppen in den USA? Wir haben einige befreundete Chapter in den USA, sind ein bei den 49ers offizielles und registriertes Fan Chapter und gehören auch dem Dachverband „Niner Empire“ an. Wie sieht es bei Euch aus?

New Orleans Saints Germany: Nicht nur in die USA. Wir haben Kontakte zu Fangemeinden in England, Irland, Schweden, Italien, Holland, Spanien, Portugal, Schweiz, Österreich und nach China. Für die Europäischen Länder gibt es sogar eine eigene Facebook-Gruppe, und ein EU-Treffen ist auch schon in Planung.

Aber auch speziell in die USA haben wir Kontakte. Leider stehen die New Orleans Saints einem offiziellen Fanclub nicht offen gegenüber, weswegen es hier keinen gibt. Trotzdem haben wir uns schon vor einigen Jahren dem größten Fanclub angeschlossen, der Big Easy Mafia.

3.  Wie seht Ihr die Fanszene in Deutschland? In den vergangenen Jahren kann man einen deutlichen Zuwachs an Football Fans in Deutschland und Europa beobachten. Diesen Trend könnt ihr bestimmt durchsteigende Mitgliederzahlen, erhöhte Aufmerksamkeit in Sozialen Medien/TV/Presse und Nachfrage bestätigen. In Oberhausen gab es vor kurzem das erste größere Fanclubtreffen rund um die NFL. Wart Ihr dort vertreten und was haltet Ihr von solchen Veranstaltungen? Außerdem ging nun am 1. Mai 2019 der Scout Report als Plattform für deutsche Fanclubs an den Start. Was haltet Ihr davon?

New Orleans Saints Germany: Wir selber waren leider nicht in Oberhausen vertreten, aber haben einiges von dem Treffen mitbekommen. Wir sind gespannt was es in dieser Richtung in Zukunft noch geben werden.

Auch Scout Report ging nicht an den Start, ohne dass wir davon etwas mitbekommen haben. Aktuell schauen wir ab und zu mal rein, eine wirkliche Wertung kann man aber nach ein paar Monaten noch nicht abgeben.

4. Wechseln wir in den sportlichen Teil und blicken einmal auf die abgelaufene Spielzeit 2018 zurück. Die Saints standen schon beinahe im Super Bowl, bevor eine nicht gegebene Pass Interference Strafe gegen die Los Angeles Rams das Spiel zunächst in die Over Time beförderte und Greg Zuerlein mit einem 57 Yard Field Goal den Traum vom Super Bowl Einzug für die Saints platzen ließ. Wie habt Ihr das Spiel verfolgt? Die Enttäuschung, ein zweites Jahr in Folge nach dem Minnesota Miracle, so kurz vor dem Ziel abgefangen zu werden, muss unendlich groß gewesen sein. Wie habt Ihr diesen Schock verarbeitet? Viele NFL Fans haben Euch als „Meister der Herzen“ gesehen!

New Orleans Saints Germany: Niemand möchte „Meister der Herzen“ sein, das ist schon im Fußball so. Sicherlich kann man es sich eigentlich nicht ausmalen, zwei Mal so derartig knapp zu scheitern mit jeweils zwei „zufälligen“ Aktionen, die so in der Art aus dem normalen Spiel herausstechen. Das Minnesota Miracle, wenn man es so nennen mag, hat den Fans sicher auch lange wehgetan und man musste das erst einmal verdauen. Aber am Ende stand eine hervorragende Saison, die durch einen „Rookie-Fehler“ eher endete, als gehofft. Aber davor hat man über die Hälfte des Spiels nicht viel auf das Feld bekommen und nur durch ein unerwartetes Comeback noch die Chance gehabt weiter zu kommen. Die Verarbeitung hat auch eine Weile gedauert, aber bei weitem nicht so lang, wie nach dem größten Schiedsrichterfehler der NFL Playoff Geschichte. Ich habe das Spiel zuhause geschaut und live getwittert, wie fast jedes Spiel der Saints. Es war ein ausgeglichenes Spiel, welches zum Zeitpunkt des Fouls zu Ende gewesen wäre, und die Saints wären eine Runde weiter gewesen. Das ist das Bitterste daran. Ich kenne viele Saints Fans, die immer noch am Verarbeiten sind und sich evtl. erst zum Saisonbeginn auf Football einlassen wollen. Insgesamt scheint es den Zusammenhalt unter Saints Fans aber weiter gestärkt zu haben. Die Einstellung „us againts the world“ wird wohl weiter zu spüren sein. Ich bin mir sicher die WhoDat Nation wird den „No Call“ sicher häufiger bei Spielen thematisieren und die NFL auf ihren Fehler hinweisen.

5. Mit 13 Siegen bei nur drei Niederlagen gewannen die Saints die NFC South und man sicherte sich den Top Seed in der NFC. Man zeigte herausragende Spiele, wie zum Beispiel gegen die Rams in der Regular Season, tat sich aber gerade im letzten Saisondrittel schwer. In diesen Partien schien Quarterback Drew Brees ein wenig nachgelassen zu haben. Wie habt ihr die Saison allgemein und speziell das letzte Saisondrittel gesehen und bewertet? 

New Orleans Saints Germany: Zu Beginn gab es natürlich die standardmäßige Auftaktniederlage. In den letzten Jahren haben die Saints öfter den Start nicht so gut hinbekommen. Und nach dieser Niederlage musste man mit Blick auf den Spielplan schon das Schlimmste befürchten. Die Siege gegen die Browns in Woche 2 und vor allem im Shootout in Woche 3 gegen die Falcons waren evtl. etwas glücklich, leiteten dann aber einen starken Lauf ein. Auch harte Spiele wie z.B. in Baltimore oder gegen die Rams wurden stark gemeistert. Die Euphorie stieg immer mehr, auch weil man kaum Verletzte zu beklagen hatte. Dann kam das Spiel gegen die Cowboys, in dem man nur 10 Punkte schaffte und die zweite Niederlage der Saison kassierte. Diese Niederlage war sehr ärgerlich, aber man hat sie dennoch gut weggesteckt. Aber insgesamt war ligaweit zu beobachten, dass etwa ab Woche 10 überall die Defenses besser wurden und evtl. auch wieder etwas mehr zugelassen wurde von den Schiedsrichtern. Auch die Saints Defense wurde im letzten Drittel der Saison immer besser und rettete einige Spiele. Das gab Hoffnung auf den ganz großen Coup. Was letztlich mit Brees und der Offense in den letzten Spielen der Saison war, lässt sich aktuell schwer sagen. Die Statistiken sahen nicht gut aus in diesem Zeitraum, obwohl es in den Playoffs wieder ein wenig besser wurde. Ob es das Alter ist, welches doch langsam zuschlägt, ob es normale Ermüdungen einer langen Saison war, taktische Fehler vom Trainer, die Anspielstationen im Passspiel fehlten, wer weiß. Wirklich sehen werden wir es erst in der kommenden Saison.

6. Mit Drew Brees ist in der vorherigen Frage bereits der Name des sportlichen Fixpunktes der Saints gefallen. Unglaubliche 18 Spielzeiten hat die Nummer neun der Saints nun bereits auf dem Buckel und seine Stats sind mehr als beeindruckend: 74.437 Receiving Yards, 520 Touchdownpässe und 67,3 Completion Rate über die Karriere und sogar die Karrierebestleistung von 74,4 in der Saison 2018. Habt Ihr bei der Verpflichtung von Brees im Jahr 2006 an solch einen Franchise Quarterback gedacht oder überwogen die Zweifel aufgrund seiner Schulterverletzung aus seiner zweit bei den San Diego Chargers. Wir finden das Drew Brees einer der absoluten Sympathieträger der Liga ist!

New Orleans Saints Germany: Das ist eine Frage, die für mich persönlich schwer zu beantworten ist, da ich zu diesem Zeitpunkt die NFL noch nicht so ausführlich verfolgt habe und entsprechend noch kein Lieblingsteam hatte. Aber ich habe mit ein paar Saints Fans gesprochen, die das damals miterlebt haben. Im Grunde haben die Meisten durchaus gehofft, dass Brees wieder gesund zurückkehrt und ein produktiver bis guter QB für die Saints sein kann. Die Jahre bei den Chargers machten ja durchaus Hoffnung darauf. Aber dass die Entwicklung so sein würde, dass man einen Super Bowl gewinnt und dass man mit Brees einen Hall of Fame QB haben würde, der alle möglichen Rekorde brechen würde, darauf zu hoffen, hatte natürlich keiner gewagt. Umso schöner ist diese Entwicklung für die Fans gewesen.

7. Eine gute bis sehr gute Offensive hat die Saints in den letzten Jahren immer ausgezeichnet. Woher kommt die Stärke der Defense in den letzten beiden Spielzeiten?

New Orleans Saints Germany: Leider hat die Unfähigkeit eine halbwegs passable Defense auf den Platz zu bringen, Brees bestimmt den ein oder anderen Titel gekostet. Das muss man so sagen. Über viele Jahre sorgten Verletzungen, schlechte FA Verpflichtungen und Draft Selections, unterdurchschnittliche Leistungen der Assistenztrainer sowie auch die häufigen Wechsel der DC's und Systeme dafür, dass man eigentlich keine gute Defense haben konnte. Dennis Allen scheint endlich wieder derjenige zu sein, der die Saints Defense von der Seitenlinie führen kann. Vor allem seine Anpassungen in der Halbzeit gefallen mir sehr gut. Einige andere Coaches wurden auch ausgetauscht. D-Line Coach Ryan Nielsen und LB Coach Mike Nolan machen scheinbar ihre Arbeit sehr gut. Aber sie haben auch den Vorteil von mehr Talent in der Saints Defense als ihre Vorgänger. Die letzten drei First Round Picks gingen alle in die Defense. Und durch besseres Scouting seit Jeff Ireland dafür verantwortlich ist, haben auch 2nd und 3rd Round Picks gute Leistungen für die Saints Defense gebracht, siehe FS Marcus Williams, LB Alex Anzalone, SS Vonn Bell oder DT David Oneymata. Das Bewusstsein, dass die Defense wieder besser werden muss, war schon länger da, nur an der Umsetzung scheiterte es. Aber ab 2016 ist da durch die genannte Maßnahme ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Es ging in der zweiten Hälfte der letzten Saison sogar so weit, dass die Defense ein paar Spiele für das Team gewonnen hat.

8. Beim Draft waren die Saints in der ersten Runde nach dem Trade für Marcus Davenport nur Zuschauer. Hättet Ihr einen Pick in der ersten Runde gehabt, für welchen Spieler hättet Ihr Euch an Eurer Position entscheiden? Spekulieren wir doch einmal…! War der Trade für Davenport im Nachhinein ein Fehler? Hat man zu viel Draftkapital aufgegeben für einen Spieler, der in seinem ersten Jahr 4,5 Sacks und 21 Tackles geschafft hat?

New Orleans Saints Germany: Das Spekulieren ist ein wenig schwer, da wir diesen hypothetischen Fall nicht näher eingegrenzt haben. Anstatt eines bestimmten Spielers hätte ich versucht, die D-Line oder die O-Line zu verbessern bzw. weiter Tiefe aufzubauen. Einer der beiden Top LB wäre auch nicht verkehrt gewesen. Es ist immer schade, wenn man keinen First Rounder hat, aber das kann passieren, wenn man einen Spieler unbedingt will. Und die Saints scheuen sich eben nicht, dann auch mal nach oben zu traden. Von vielen der sogenannten „Experten“, vor allem auch im deutschsprachigen Raum, wurde der Pick bzw. der Trade von Anfang an kritisiert. Was mir dabei aufgefallen ist, das kaum einer die Gesamtsituation bei den Saints mal überblickt hat und sich auch mit den Interviews der Trainer und des GM's zu diesem Pick auseinandergesetzt hat. Wenn man weiß, dass der Kader zu diesem Zeitpunkt kaum große Lücken hatte, dass die Saints den D-Line Trainer haben, der aus Bradley Chubb einen Top 5 Pick gemacht hat, dass die Saints die letzten Jahre richtig gut gedraftet haben, dass die Top Pass Rusher eigentlich nie Free Agent werden, dass sind das schon einige Ansatzpunkte, um den Pick zu verstehen und weniger kritisch zu sehen. Und die Leistungen Davenports waren nicht so schlecht. Er hat sich immer mehr Snaps erarbeitet, ist sehr gut gegen den Lauf. Im Oktober erlitt er eine Zehenverletzung, die für viele Spieler wohl das Ende der Saison bedeutet hätte. Er musste drei Spiele aussetzen und hat sich den Rest der Saison mit Schmerzen durchgebissen. Er kam durch die Verletzung nicht mehr an seine Topform heran, aber dennoch zeugt das auch von Charakter. Ich denke, er wird die Saison, wenn er gesund bleibt, sich sicher weiterentwickeln und noch bessere Statistiken auflegen. Wenn er sich Jahr für Jahr weiterentwickelt und in ein paar Jahren evtl. an das Niveau von Cam Jordan rankommen kann, dann hätte man mit dem Trade alles richtiggemacht.

9. Am zweiten Tag der Free Agency tradeten die Saints für Center Erik McCoy von Texas A&M um 14 Positionen nach oben. Mit McCoy füllte nach dem Rücktritt von Max Unger vielleicht das größte Need im Kader. Auch mit ihrem zweiten Pick tradeten die Saints in der vierten Runde nach oben um Safety Chauncey Gardner-Johnson (Florida) auszuwählen. Wie bewertet Ihr die beiden Picks? Haben beide das Potential den Saints sofort weiter zu helfen auf dem Weg zum Super Bowl? 

New Orleans Saints Germany: Auf jeden Fall. Der Rücktritt von C Max Unger hat tatsächlich eine Lücke im Kader aufgemacht, mit der man aus Fansicht nicht gerechnet hatte. Die Saints haben in der Free Agency schon C/G Nick Easton geholt. Sollte McCoy zum Saisonstart noch nicht bereit sein der Starter auf Center zu sein, haben wir Easton als Absicherung. Aber nach allem was man so hört und liest, wobei man da ja in der Offseason immer vorsichtig sein muss, sollte McCoy irgendwann im Laufe der Saison der Starter sein. Für Gardner-Johnson sieht es da etwas anders aus. Zu Saisonbeginn wird mit Sicherheit das Duo aus Von Bell und Marcus Williams auf Safety wieder starten. Auch von Gardner-Smith hört man aktuell nur gute Sachen. Aber er muss sich die Snaps anders verdienen. Er wird mit Sicherheit zunächst hauptsächlich in den Nickel und Dime Packages Snaps sehen und vermehrt auch in den Special Teams. Aber auch darüber kann man sich für größere Aufgaben empfehlen. Und die Anzahl an Spielzügen mit 5 DB's oder mehr ist ja heutzutage auch nicht so gering. Er hat auf jeden Fall Chancen eine gute Anzahl an Snaps zu sehen.

10. In den Runden sechs und sieben wählten die Saints Safety Saquan Hampton (Rutgers), Tight End Alize Mack (Notre Dame) und Outside Linebacker Kaden Elliss (Idaho). Was haltet Ihr von den drei Spielern? Schaffen sie es aufs 53er Roster und ist ein Sleeper dabei?

New Orleans Saints Germany: Die Spieler die in den letzten Runden des Drafts gezogen werden, haben es eh meistens schwerer, gleich einen Kaderplatz zu bekommen. Und wenn man dann noch von einem Team gezogen wird, dass aktuell kaum größere Lücken hat, ist es noch schwerer. Die Hoffnung sollte bei den Spielern wohl eher sein, einen Practice Squad Platz zu erkämpfen. Mit Bell, Williams und Gardner-Johnson hat Hampton schon drei Safeties vor sich. Hampton ist aber auch ein etwas anderer Spielertyp, ein Box-Safety. Das könnte die Chance sein. Wenn er sich einen Kaderplatz erarbeiten kann, dann wird er sicher zunächst fast ausschließlich in den Special Teams eingesetzt werden. TE Alize Mack kam als 4 Star Recruit ans College, hatte dort aber einige Probleme. Jared Cook und Josh Hill sind wohl die beiden Top TE im Saints Kader, danach wird es aber dünner. Dort könnte eine Chance bestehen. Sollte er den Kader schaffen, so würde er sicher auch hauptsächlich in den Special Teams eingesetzt werden. Elliss ist eher so ein Hybrid aus LB/DE. Da kann man noch nicht genau abschätzen, ob er das so auch bleiben wird, oder ob man versuchen wird, ihm eine definierte Rolle zu geben. Sollte er im Pass Rush gute Ansätze zeigen, könnte er sich durchaus einen Platz erarbeiten. Insgesamt würde ich schätzen, dass einer dieser drei Spieler der Kader gleich packt, die anderen Beiden wohl in die Practice Squad gehen.

11. Rotoworld bewertet die Undrafted Rookie Free Agent Klasse der Saints als beste der NFL. Mit Lil´Jordan Humphrey (Texas) ist ein talentierter Slot Receiver dabei, dazu Nebraska Running Back Devine Ozigbo oder Utah Linebacker Chase Hanson sowie Wyoming Defensive End Carl Granderson. Dazu kommt mit Deonte Harris ein gefährlicher Return Specialist. Wie seht Ihr die Verpflichtungen? Schafft es der ein oder andere aufs Roster? Habt Ihr einen Favoriten ausgemacht?

New Orleans Saints Germany: Als die Saints noch einen kleinen Umbruch durch machten vor ein paar Jahren, da hatten es UDFA's bei den Saints leichter in den Kader zu kommen. Wenn ich mich recht entsinne, waren teilweise an die 20 UDFA's (natürlich aus verschiedenen Jahrgängen) im Kader. Heute ist das Ganze nicht mehr so einfach. Von Humphrey, Ozigbo und Hanson hat man schon gute Sachen aus den Camps gehört. Aber man sollte sich davon nicht beirren lassen. Jedes Jahr hört man in den Zeiten der Trainingscamps die Namen einiger UDFA's, die in den Trainingseinheiten richtig gut aussehen, Stichwort „Camp Beast“, es dann aber gerade so in die PS schaffen oder sogar komplett aus dem Kader fallen. Es bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall haben alle fünf eine Chance, denn auf den entsprechenden Positionen gibt es noch Möglichkeiten den Kader zu schaffen, wenn auch erstmal nur als Spieler für die Tiefe und für Special Teams. RB Ozigbo könnte wohl aktuell die größten Chancen haben, den Kader zu schaffen.

12. In der Free Agency waren die Saints eher zurückhaltend, was sicherlich auch dem Cap Space geschuldet war. Aber man verpflichtete mit Tight End Jared Cook eine weitere starke Anspielstation für die Offense um Quarterback Drew Brees. Auf der anderen Seite konnte man den Abgang von Running Back Mark Ingram durch Latavius Murray auffangen. Wie bewertet ihr die Free Agency? Ist Jared Cook das fehlende Puzzlestück für die Offense, denn einen Receiving Tight End hat man seit dem Abgang von Jimmy Graham nicht gehabt.

New Orleans Saints Germany: Im Allgemeinen denke ich, dass es aus Saints Sicht eine Free Agency war, wie in den vorangegangenen Jahren. Es gab zwar keine Superstar Verpflichtung, aber das war auch nicht unbedingt notwendig. Man hat den Kader weiter versucht zu verbessern, vor allem auch weiter an der Kadertiefe zu arbeiten. Dass dies ein guter Weg ist, hat man ja vor zwei Jahren gesehen. Zum Zeitpunkt der Playoffs hatten die Saints 20 Spieler auf IR, und sind dennoch weitergekommen. Die anderen Teams in den Playoffs hatten deutlich weniger Verletzte zu beklagen. Die meisten Teams hätten so viele Ausfälle wohl kaum verkraften können.

Das Karriereende von Unger wurde mit der Verpflichtung von Easton abgesichert. Ingram wurde durch Murray ersetzt. Und Cook gibt den Saints endlich wieder eine Waffe auf TE. Mit DT Malcom Brown hat man zum Beispiel einen Spieler geholt, der ein Upgrade darstellen sollte, über den aber kaum einer redet. Alles in Allem war das wieder eine solide Free Agency.

13. Mit welchen Erwartungen geht Ihr in die Saison 2019? Wäre alles außer einer Super Bowl Teilnahme schon eine Enttäuschung? Die Uhr von Drew Brees tickt sprichwörtlich.

New Orleans Saints Germany: Dass die Uhr von Brees tickt, hört man schon seit Jahren. Sicher ist das irgendwo auch der Fall. Und wir alle wünschen uns einen weiteren Titel für Brees. Aber von einer Enttäuschung zu reden, wenn das Team nicht in den Super Bowl kommt, ist etwas hart. Zumal dies ja von allen möglichen Umständen abhängt, die man teilweise nicht unter Kontrolle hat, siehe den No Call der letzten Saison. Der Saisonbeginn hat es in sich für die Saints, mit den Texans, Rams, Seahawks und Cowboys als Gegner. Die nächsten vier Spiele bis zu Bye sind dann auch keine Selbstläufer. Sollte man aus den ersten 8 Spielen 6 Siege holen, wäre das schon richtig gut und wichtig für den Kampf um die Playoffs. Ich denke, dass die Saison nur eine Enttäuschung wäre, sollte man nicht die Playoffs erreichen. In den Playoffs selbst kann dann immer alles Mögliche passieren.

14.  Was erwartet Ihr nach dem Ende der Ära „Drew Brees“? Jetzt schon belastet der Brees Vertrag den Cap Space der Saints sehr und wird dies auch tun, wenn er vielleicht 2020 nicht mehr spielt. Dazu haben die Saints durch die Trades in den vergangenen Jahren viel Draftkapital aufgegeben, 2020 hat man nach dem Uptrade für McCoy keinen Zweitrundenpick und es stehen Vertragsgespräch mit Michael Thomas an. Hat man mit Teddy Bridgewater einen Erben schon auf dem Roster?

New Orleans Saints Germany: Erst einmal sollte man diese Mär vom Cap Space etwas beiseiteschieben. Wer Mickey Loomis kennt, weiß, dass dieser Cap Space findet, wo keiner mehr zu sein scheint. Das ist also nicht das größte Problem. Generell ist es schwer zu sagen, wie es nach so einer Ära weitergeht. Aktuell haben die Saints einen jungen, guten Kader. Meine Präferenz wäre es, den Kader beisammen zu halten und von unseren Talenten so viele wie möglich zu halten. Den nächsten QB würde ich dann versuchen, über den Draft zu sichern. So könnte man das Titelfenster noch länger offenhalten. In Bridgewater schon den Nachfolger zu sehen, damit wäre ich vorsichtig. Dafür hat man in den letzten Jahren nach seiner Verletzung einfach zu wenig von ihm gesehen. Und nicht umsonst ist er in dieser Situation. Die Chemie zwischen Team und ihm passt allerdings. Hier müssen wir uns überraschen lassen. Es weiß ja auch noch niemand, ob dies die letzte Saison von Brees sein wird. Und noch ein weiteres Jahr wird Bridgewater sich wahrscheinlich nicht auf die Bank setzen.

15. Das Bild der Saints wird seit Jahren von Head Coach Sean Payton geprägt. Wie seht ihr seine Bedeutung für die Franchise und welche Coaches und Spieler haben aus Eurer Sicht die Geschichte der Saints maßgeblich beeinflusst? 

New Orleans Saints Germany: Dass ein Coach 13 Jahre lang bei einem Team ist, ist auch in der NFL etwas Seltenes. Das zeugt schon davon, dass Payton einiges richtig gemacht hat in den ganzen Jahren. Die Saints waren vor der Payton-Brees Ära eher im unteren Drittel der Liga Stammgast, sodass es entsprechend schwerfällt, von prägenden Coaches oder Spieler zu sprechen. Am ehesten könnte man das noch von der Jim Mora Ära behaupten. Mora wurde 1986 als Head Coach der Saints eingestellt. In seinem zweiten Jahr beendeten die Saints die Saison mit einer Bilanz von 12-3. Das war das erste Mal in der Geschichte der Saints, dass das Team die Saison mit einer positiven Bilanz beendete und in die Playoffs kam. Die Mora Ära fällt zusammen mit der Zeit des besten Linebacker Corps der NFL Geschichte, der sogenannten Dome Patrol. Mora war bis 1996 Coach der Saints, schaffte aber auch keinen Playoff-Sieg. Man sieht also schon, dass die Payton-Brees Ära tatsächlich die prägendste Phase der Saints Geschichte ist. Payton und Brees führten die Saints zu einem Superbowl Sieg, stehen seit Jahren für eine starke Offensive und sind immer wieder Gast in den Playoffs. Das Duo war sofort erfolgreich für die Saints und gab einer ganzen Region Hoffnung nach den schweren Folgen von Hurrikan Katrina. Man kann also durchaus sagen, dass die letzten 13 Jahre wohl die prägendsten in der Saints Geschichte waren.

16. Die San Francisco 49ers kommen in der Spielzeit 2019 nach New Orleans. Die 49ers führen im ewigen Vergleich zwischen den Teams mit 48 Siegen, zwei Remis und 26 Niederlagen in der Regular Season gegen Saints. Was erwartet Ihr von den 49ers in der Spielzeit 2019 und freut Ihr Euch auf das Heimspiel gegen die Niners?

New Orleans Saints Germany: Den Gesamtvergleich zu erwähnen, da muss man immer etwas vorsichtig sein, dass da nicht der falsche Eindruck entsteht. Wenn ich nur die letzten 20 Jahre nehmen, steht es glaube ich 11-6 für die Saints. Aber egal. Das spielt gar keine Rolle. Die 49ers sind sicher ein interessantes Team. Es sind viele gute, junge Talente dabei und auch ein hervorragender, junger Coach mit Shanahan ist vorhanden. Sollte Garoppolo gut von seiner Verletzung zurückkehren, ist den 49ers einiges zuzutrauen in dieser Saison. Aber bis zum Aufeinandertreffen mit den Saints sind noch einige Spiele vorher zu bestreiten, und da kann auch immer viel passieren. Die ersten Spiele der Niners sind durchaus machbar. Sollten sie dort in einen Lauf kommen, kann das eine sehr gute Saison werden. Das Spiel gegen die Saints gehört sicher zu den schwereren im Spielplan, gerade auch weil es im Mercedes Benz Superdome stattfindet. Wenn ich mir den Kader und den Spielplan der 49ers anschaue, und erstmal davon ausgehe, dass alle Spieler halbwegs gesund durchkommen, dann sollten die Playoffs durchaus möglich sein.

Vielen Dank, dass Ihr bei unserer 18. Ausgabe von „Beyond The Horizon“ mitgemacht und unsere Fragen so ausführlich beantwortet habt! Wir hoffen, dass wir unseren Austausch weiter fortsetzen und wir mehr voneinander erfahren! Für die Begegnung in der Regular Season kontaktieren wir Euch für eine kurze Spielvorschau gerne wieder. 

Mehr Informationen über die New Orleans Saints Germany und findet Ihr hier:

Hier findet ihr die 17 vorherigen Ausgaben von „Beyond the Horizon“:

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