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49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Beyond the Horizon – Game Day Edition #21: Packers Germany

18 min read

Herzlich Willkommen zur zweiten Game Day Edition von Beyond the Horizon im Jahr 2020! In der NFC Divisional Round haben sich die beiden bestplatzierten Teams nach Abschluss der Regular Season vor heimischen Publikum durchgesetzt. In der Nacht von Sonntag auf Montag empfangen die San Francisco 49ers im Levi’s Stadium zu Santa Clara die Green Bay Packers zum NFC Championship Game. Damit kommt es zu einer Neuauflage einer Rivalry, die früher mit Brett Favre und Steve Young under Center ausgetragen wurde und der einige spannende Duelle entsprangen. Grund genug, dass wir uns erneut mit unseren Freunden von den Packers Germany, die uns bereits in einer epischen Beyond the Horizon Doppelausgabe vor Beginn der Saison und bei dem Game Day Interview zu Week 12 als Interviewpartner zur Verfügung standen, auszutauschen. Let´s go!   

Vierte Niederlage von Russell Wilson im Lambeau Field

Hallo liebe Freunde von den Packers Germany! Herzlichen Glückwunsch zum Einzug in das NFC Championship Game. Im Lambeau Field besiegten die Packers im letzten Spiel der Divisional Round die Seattle Seahawks mit 28:23. Damit hat Seattles Quarterback Russell Wilson alle vier Partien in Wisconsin verloren. Wart Ihr Euch vor dem Spiel bereits sicher, dass die Packers den Heimvorteil in einen Sieg umwandeln können? Wie habt Ihr die Partie erlebt und was waren die Schlüssel zum Sieg gegen die Seahawks?

Packers Germany: Vielen lieben Dank! Die Glückwünsche kann man angesichts eurer Saison nur zurückgeben! Wer hätte vor der Saison gedacht, dass wir uns noch ein drittes Mal unterhalten dürfen?!

Sicher ist das falsche Wort. In den Playoffs kann jeder kleinste Fehler den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Nachdem klar war, dass die Seahawks unser Gegner sein würden - und nicht die Saints - war ich allerdings sehr optimistisch. Wir haben in den Regular Season schon gezeigt, dass wir enge Spiele (auch mal „dreckig“) für uns entscheiden können und dass die Mentalität und der Siegeswille im Team stimmen. Hinzu kommt, dass der Heimvorteil im Lambeau Field enorm ist. Der Faktor erhöht sich natürlich noch einmal exponentiell in den Playoffs, insbesondere wenn das Team von der Westküste kommt.

Der oben genannte Heimvorteil war mit Sicherheit schon ein Schlüssel zum Erfolg. Man spart sich die Reisestrapazen, spielt vor heimischer Kulisse, Rodgers kann mit dem Snap-Count spielen und die Temperaturen waren weit unter 0. Hinzu kommt, dass dies eins der wenigen Spiele in dieser Saison war, in dem wir schlicht und einfach keine nennenswerten Fehler gemacht haben. Alle Mannschaftsteile haben konstant abgeliefert und waren in den entscheidenden Momenten hellwach. Keine Turnover, keine Drops, eine extrem hohe Quote 3rd Down Conversions, wenig verpasste Tackles. Das ist genau der Football den man sich von seinem Team wünscht.

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: das Coaching! Matt LaFleur hat im Coaching ziemlich alles richtiggemacht. Die Designs (insbesondere zu Beginn des Spiels) waren großartig, die Play Calls waren größtenteils gut, die Challenge beim Fumble war absolut richtig. Großes Lob also an unseren Rookie-Headcoach!

Ganz anders muss man hingegen die Mannen Schottenheimer und Carroll bewerten. Die Seahawks haben genau das gemacht was sie die ganze Saison schon machen: Sie sind (in der ersten Hälfte) gelaufen! 17 RB-Runs für 46 Yards (2,7 YPC) stehen so am Ende zu Buche. Nun kann man anführen, dass unsere Run Defense nicht die Beste ist und dass unser NT Kenny Clark die Woche über angeschlagen war, aber so haben die Seahawks aus sich ein schlechteres Team gemacht als sie eigentlich sind. Denn wir konnten uns gerade zu Beginn des Spiels entspannt mit fünf Mann an die Line stellen und darauf warten, dass Lynch (2,2 YPC) durch die Mitte laufen will. Die Konsequenz: 21:3 zur Halbzeit. Auch die zweite Hälfte lief wie so oft diese Saison: man musste MVP-Kandidat Wilson das Spiel in die Hände legen und der hat dann wiederum mit seinen Scrambles und seiner Pocket Awareness richtig Schaden angerichtet. Allerdings zu spät.

Etwas schade ist, dass am Ende über das First Down von Graham hergezogen wird, obwohl man das absolut geben kann. Am Ende entscheiden eben Zentimeter. Das wisst ihr nach dem Season Finale gegen die Hawks genauso wie wir.

Trotz 13-3 Bilanz fliegen die Packers under dem Radar

Die Packers haben sich in der Regular Season mit einer Bilanz von 13 Siegen und nur drei Niederlagen den Nummer zwei Seed in der NFC gesichert – still und heimlich könnte man beinahe sagen. Man hat oftmals in der medialen Berichterstattung den Eindruck, dass die Packers trotz dieser ausgezeichneten Bilanz unter dem Radar fliegen und als favorisierte Teams in der NFC zu aller Erst immer die New Orleans Saints genannt wurden. Habt Ihr dies auch so wahrgenommen und wie fühlt man sich als vermeintlicher Außenseiter? 

Packers Germany: Absolut. Man kann in Deutschland anfangen, wo die (von mir sehr geschätzten) Kollegen Franke und Kröger von Down, Set, Talk fast jede Woche kritisieren mussten, dass wir sowohl offensiv als auch defensiv zu inkonstant sind, um ein ernsthafter Contender zu sein. Die Spiele gegen euch und die Chargers, die wir sowas von in den Sand gesetzt haben, haben mit Sicherheit nicht in der Wahrnehmung geholfen. Allerdings ist es auch kein Zufall, wenn man am Ende der Saison 13 Siege geschafft und die eigene Division mit 6-0 hinter sich gelassen hat.

In der Wahrnehmung spielen einfach Faktoren wie Dominanz, Attraktivität und Konstanz eine enorm wichtige Rolle. Und hier sind wir in dieser Saison in allen drei Punkten nicht oben dabei, sodass ich die Kritik durchaus nachvollziehen kann. Ich wunder mich teilweise selbst etwas über den Erfolg (mehr dazu in Frage 3), aber Kritik à la „Ich hab keine Ahnung wie die Packers dahin gekommen sind“ oder „die Packers sind das schlechteste 13-3 Team ever“ ist dann (offensichtlich) überzogen. Wir spielen ein wenig wie die Patriots in den letzten beiden Jahren. Nicht unbedingt schön, aber erfolgreich.

An für sich fühle ich mich in der Außenseiter-Rolle gar nicht so unwohl. Nach den letzten beiden Jahren mit vielen Verletzungen und offensichtlich fehlendem Talent im Roster hat sowieso niemand - der halbwegs objektiv bleiben kann - ernsthaft erwartet, dass wir den Super Bowl holen. Die Erwartungshaltung ändert auch ein Rookie-HC ohne nennenswerte Erfolge in der Vita nicht. Meiner Meinung nach können wir in dieser Saison nur gewinnen. Wir haben die Erwartungen bereits weit übertroffen und haben jetzt ernsthaft die Chance den Super Bowl zu gewinnen. Und dass wir am Ende diejenigen sind, die den Konfetti-Regen abbekommen und die Lombardi Trophy wieder nach Haus kommt, würde ich alles andere als ausschließen. Dafür kann im Football zu viel passieren.

Wechsel von Mike McCarthy zu Matt LaFleur

Mit Matt LaFleur sind die Packers nach dreizehn Spielzeiten unter Mike McCarthy mit einem Head Coach in die Saison gegangen. Könnt Ihr uns die Unterschiede und Veränderungen darlegen, die es seit der Amtsübernahme von LaFleur im Vergleich zu den vergangenen Spielzeiten gegeben hat?  

Packers Germany: Das Front Office um President Murphy hat im Allgemeinen in den vergangenen Jahren einiges richtiggemacht. Man hat das junge Eigengewächs Gutekunst vor zwei Jahren als GM installiert, die richtigen Leute (Spieler und Trainer) in der Offseason geholt und damit die Franchise teilweise enorm gewandelt.

Spielern und Medien zufolge ist in Green Bay ein Team entstanden, das den Namen tatsächlich verdient. Man trifft sich privat, es werden Treffen außerhalb der Team Facility organisiert, während des Trainings hallt laute Musik über das Gelände, Probleme werden offen angesprochen. Die Jungs haben offensichtlich Spaß!

Allein dieser Aspekt ist bereits ein Riesen-Verdienst von LaFleur und den neuen Jungs. Sie haben eine Kultur geschaffen, die man in Green Bay die vergangenen Jahre wohl so nicht kannte. Die unglaublich hohe emotionale Intelligenz von MLF wird hier mit Sicherheit einen großen Einfluss haben.

Ein weiterer Punkt ist, dass man bei allem Umbruch auf einer Änderung keine Veränderung vorgenommen hat: beim Defensive Coordinator.

In einer der vorherigen Folgen hatte ich den Punkt bereits thematisiert: Mike Pettine hat mit seiner Defense in seinem ersten Jahr statistisch keine eklatanten Sprünge gemacht. Allerdings hat er rein vom Augentest eine weit bessere Defense auf das Feld gebracht als Dom Capers. Und das Gefühl setzt sich in dieser Saison fort. Auch jetzt sind wir noch keine absolute Top-Defense. Allerdings sind wir in einzelnen Aspekten richtig gut, bewegen uns ansonsten im Mittelfeld und haben insbesondere keine bedeutenden Schwachstellen mehr in unserer Defense. Das ist definitiv ein Upgrade. Hinzu kommt, dass es richtig Spaß macht dieser Defense zuzuschauen. Wir spielen mit Spaß und Intensität, haben viele Big Plays und die Jungs bilden eine Einheit. Nicht umsonst hat sich in der Saison der Begriff D-Train entwickelt. Wenn die Jungs um Z Smith ins Rollen kommen, wird es schwer unsere Defense zu stoppen.

Den sportlichen Einfluss LaFleurs hinsichtlich des Schemes kann man ebenfalls schon deutlich erkennen. Das Run Game hat eine viel größere Bedeutung als unter McCarthy. V.a. hat er sich auf Jones als Lead-RB festgelegt und damit endlich die Wünsche aller Packers-Fans erfüllt, die sich gewünscht haben den Jungen öfter als zehn Mal pro Spiel zu sehen. Hinzu kommt, dass er sich stärker auf das Play-Action-Passspiel konzentriert und aufeinander aufbauende Routes implementiert. So wird es für unsere (hinter Adams) durchschnittlichen Receiver weit einfacher Separation zu kreieren und einfache Catches zu machen. Unter McCarthy waren es insbesondere Matchup-bezogene ISO-Routes, für die man individuell starke Receiver (oder einen scramblenden Rodgers mit seiner Magie) braucht.

Ich hoffe, dass sich die offensive Entwicklung mittelfristig fortsetzt. Denn aktuell sind wir trotz aller Erfolge noch zu inkonstant, um zu behaupten, dass das offensive Scheme voll umgesetzt und ein voller Erfolg ist. Wichtig wird sein die Last weiter zu verteilen, sonst bekommen wir Probleme, wenn ein Team Adams und Jones aus dem Spiel nimmt.

Die Packers sind mehr als "nur" Aaron Rodgers

In den letzten Jahren wurden die Packers eigentlich immer in einem Atemzug mit Quarterback Aaron Rodgers genannt. Dies scheint sich in der Saison 2019 geändert zu haben. In der Offensive wird viel über Running Back Aaron Jones gesprochen und in der Defense beherrschen die „Smith-Brothers“, auch wenn Za’Darius und Preston nicht verwandt sind, die Schlagzeilen. Ist es für Euch auch erfrischend, dass ein Team nicht nur auf einen Spieler reduziert wird und mehrere Spieler sich durch starke Leistungen in den Vordergrund gebracht haben? Aaron Rodgers steht hier und da in der Kritik, dass er nicht mehr der „Alte“ sei, zu viele Bälle einfach wegwerfe, enge Fenster vermeide und an Genauigkeit eingebüßt habe. Was ist Eure Meinung dazu? 

Packers Germany: Vor 2018 wäre man in Packers-Kreisen vermutlich mit dem Vorwurf Blasphemie gesteinigt worden, hätte man Rodgers so sehr kritisiert wie in den vergangen beiden Jahren. Mittlerweile muss man allerdings leider eingestehen, dass Rodgers nicht mehr so konstant seine unglaublichen Plays abrufen kann, wie das noch vor einigen Jahren war. Noch verwunderlicher ist, dass er oft die einfachen Dinger nicht macht. Das mag am Alter liegen, das mag an den Verletzungen liegen. Im Endeffekt ist es aber auch egal. Wichtig wird sein, dass man genau diese Entwicklung weiter voranbringt. Sich darauf zu verlassen, dass Rodgers uns trotz miserabler Defense und – überspitzt gesagt – altertümlichen Schemes fast im Alleingang in die Championship Games trägt, wäre schlicht und einfach dumm.

Das hat man erkannt und ihm entsprechend einen Trainer zur Seite gestellt, der aus einem spielerischen Zweig kommt, in dem ein Top-QB mit Sicherheit hilft, aber nicht all-entscheidend für den Erfolg ist. Hinzu kommen eben die Investitionen, die man für die Defense getätigt hat.

Zudem ist es erfrischend die Aussagen von Rodgers in den letzten Wochen zu lesen. Darin betont er, dass er in einem Alter ist, in dem die einzige relevante Statistik die Anzahl seiner Super Bowl Siege ist. Es klingt als hätte er selbst reflektiert auf was es ihm in den nächsten Jahren ankommt und den Entschluss gefasst sich selbst dem Team, dem Trainer und dem Erfolg unterzuordnen. Und das kauft man ihm angesichts seiner Auftritte durchaus ab.

Als Fan hätte man natürlich gerne alles: einen überragenden Rodgers, einen der besten Running Backs der Liga, eine Defense gespickt mit Big-Play-Spielern.

Und ich bin der Meinung, dass wir das durchaus haben können. Rodgers hat am Sonntag gezeigt, dass er nach wie vor einer der besten QBs der Liga ist. Er hat die Defense gelesen, hat sie mit seinen Counts zu Fehlern gezwungen, hat die richtigen Entscheidungen getroffen, hat teilweise millimetergenaue und butterweiche Pässe an den Mann gebracht, aber er hat auch die einfacheren Pässe genommen. Kurz: er hatte alles im Griff. Wenn sich Rodgers damit arrangieren kann, dass nicht jedes Play ein Big Play sein muss, sondern dass diese „Game Manager +“ Rolle genau das ist was das Team braucht, werden wir in den nächsten Jahren noch sehr viel Erfolg haben.

Und dass Rodgers nach wie vor unmögliche Plays möglich macht, haben wir auch diese Saison wieder oft genug gesehen. Umso besser, wenn wir sie nicht brauchen, aber jederzeit haben können.

81 Passing Yards für Rodgers an Week 12

In Week 12 besiegten die 49ers die Packers im Levi‘s Stadium mit 37:8 und die Defense der Niners hielt Aaron Rodgers bei 81 Passing Yards. Eine solch deutliche Angelegenheit werden wir in der Nacht zu Montag im NFC Championship Game sicher nicht noch einmal erleben. Was sind aus Eurer Sicht die Schlüssel zum Einzug in den Super Bowl für die Packers? Was müssen die Packers anders machen als in der Partie in der Regular Season? Und: Alles zählt hier als Antwort nicht!

Packers Germany: Unser Regular Season Spiel ist nach wie vor noch sehr präsent in amerikanischen und deutschen Packers-Foren. Der Optimismus ist vielen angesichts der Partie am Sonntag abhandengekommen. Auf dem Papier sind wir unterlegen. Eure Defense ist besser, eure Offense ist besser. Nicht unbedingt die besten Vorzeichen in ein Playoff-Spiel zu gehen.

Nichtsdestotrotz startet das Spiel bei 0-0. Die Leistungen aus der Regular Season sind nichts mehr wert. Der Druck ist ein ganz anderer. Die Fans haben riesige Erwartungen. Die 49ers wissen, dass die ganze Welt nichts anderes als einen Sieg von ihnen erwartet. Ihr habt etwas zu verlieren. Auch wenn Kittle sowas wie schlotternde Knie vermutlich nicht kennt, wird die Nervosität bei dem ein oder anderen am Sonntag weit höher sein als bei einem „normalen“ Spiel, denn mit einem Sieg werden die meisten zum ersten Mal in einem Super Bowl stehen.

Ich hoffe, dass wir aus den Erfahrungen und Fehlern der letzten Partie gelernt haben. Meiner Meinung nach wird es ganz entscheidend für das Spiel sein wer den Kampf um die Line of Scrimmage gewinnt.

Im letzten Spiel haben Bosa, Armstead und Co. unsere O-Line größtenteils dominiert. Rodgers hatte schlicht und einfach keine Zeit seine Reads durchzugehen und musste unter Druck agieren. Die Konsequenz waren vier Sacks, der verlorene Fumble kurz vor der eigenen Endzone und zu frühe oder ungenaue Würfe. Zudem waren die Möglichkeiten durch die Mitte zu rennen stark eingeschränkt. So konnte man offensiv nie wirklich das aufs Feld bringen was man sich vorgenommen hatte. Die Folge waren viele lange 3rd Downs gegen einen starken Pass Rush und eine gute Secondary. Nicht unbedingt die Erfolgsfaktoren für ein Spiel …

Aufgrund der (eigentlichen) Qualität unserer O-Line bin ich ganz optimistisch, dass die fünf Jungs sowie gelegentliche RB- und TE-Hilfe dieses Mal besser aussehen. Man wird relativ früh im Spiel sehen, in welche Richtung es geht. Auf alle Fälle sollte LaFleur vorbereitet sein, wenn sein eigentlicher Game Plan nicht aufgeht. Über das Play Calling kann er versuchen den Druck auf unseren QB zu verringern. Hier könnten Pre Snap Motions in Kombination mit Sweeps, aber auch Pitches, Screens sowie kurze schnell Pässe helfen. Eine weitere Option wären designte QB-Rollouts mit parallellaufenden Receivern auf verschiedenen Ebenen.

Defensiv wird interessant sein wer das Coaching Duell Shanahan vs. Pettine für sich entscheidet. Shanahan ist als hervorragender Play Designer und Play Caller bekannt. Die Bestandteile eurer Offense sind sehr, sehr gut aufeinander abgestimmt und haben das Ziel die gegnerische Defense im Dunkeln tappen zu lassen oder auf die falsche Fährte zu locken. Pettine wird seine Defense, insbesondere die Linebacker, richtig gut auf die verschiedenen Varianten aus ähnlichen Looks vorbereiten müssen, damit sie nicht den falschen Schritt machen, der den Unterschied zwischen Completion und Incompletion ausmacht. Es wird wichtig sein, dass unsere Defense die Konzentration durchgehend hochhält, Big Plays vermeidet und insbesondere in 3rd Downs voll da ist.

Mut macht, dass die Defense letztes Spiel eher nicht das Problem war. Insbesondere in der ersten Hälfte haben wir viele eurer Drives stoppen können. Dass dann irgendwann die Kraft und die Konzentration schwindet, wenn die Offense keine Entlastung schafft und schlechte Feld Positions kreiert, ist nachvollziehbar. Wir müssen das Spiel eng halten, damit wir am Ende wieder „dreckig“ gewinnen können.

49ers überrennen Vikings - eurer Eindruck?

Sicher habt Ihr auch die Auftaktpartie der Divisional Round zwischen den 49ers und Vikings verfolgt. Wie habt Ihr die Partie wahrgenommen und was erwartet Ihr von den Niners gegen die Packers?

Packers Germany: Ich denke offensiv haben wir ziemlich das gesehen was die meisten erwartet haben: Kreative Plays, ein kluges Play Calling, ein effektives Run Game und viele Play-Action-Spielzüge.

Interessant fand ich, dass ihr im ersten Drive komplett über den Pass gekommen seid und die Vikings damit überrumpelt habt. Ich denke jeder ist davon ausgegangen, dass man zunächst über den Run kommt und Jimmy G nicht direkt sechs Mal den Ball in die Hand drückt.

Defensiv war man immer in der Lage die ausbaufähige Vikings O-Line unter Druck zu setzen und Cousins zu Fehlern oder Throwaways zu zwingen. Trotzdem haben es die Vikings im Passing Game teilweise geschafft ihre Matchups zu gewinnen. Zudem habt ihr das sonst so effektive Screen Game sowie das Running Game um Cook größtenteils komplett abgeschaltet.

Allgemein hatte man nicht den Eindruck, dass der Sieg jemals auf der Kippe stand. Hätten die Vikings ihre Fehler (insbesondere Muffed Punt und Interception) vermieden, hätte es vielleicht doch noch eng werden können. Schön zu sehen war auch, dass die 49ers nicht frei von Fehlern sind. Eine Interception, eine weitere Fast-Interception und der Fumble zeigen, dass man durchaus Turnover kreieren kann.

Meine Erwartungen an euch gehen in dieselbe Richtung. In der Offensive werdet ihr über Run Game und Playaction Game kommen und defensiv wird das insbesondere der Four-Man-Rush und die Zone Coverage dahinter. Eine Anpassung eures Systems ist in der Regel nur in einzelnen Facetten notwendig, da ihr über genug individuelle Klasse verfügt um in der Basis Erfolg zu haben. Möglicherweise wird morgen noch etwas mehr der Fokus auf der Run Game gelegt, sowie mehr Blitzes eingestreut. Zudem bin ich gespannt, ob ein Safety auf Adams abgestellt wird, um seine Zones etwas enger zu gestalten.

Zeit zum tippen...

Zum Abschluss: Welches Team gewinnt die NFC und auf wen trifft dieses Team im Super Bowl? Im Game Day Interview zu Week 12 habt Ihr auf ein Super Bowl Partie zwischen den New Orleans Saints und New England Patriots getippt. Beide mussten bereits in der Wildcard Round die Segel streichen.

Packers Germany: Das mit dem Tippen ist offensichtlich nicht so meine Stärke …

Trotzdem muss ich hier auf die Packers tippen! Getreu dem Motto „Wir haben zwar keine Chance. Aber die wollen wir nutzen“ haben wir prinzipiell nichts zu verlieren. Schaffen wir es wie letzte Woche eine starke Mannschaftsleistung in allen Teilen abzuliefern und dumme Fehler zu vermeiden und auf der anderen Seite von eurer Seite welche zu provozieren, haben wir gute Chancen.

Endstand: Packers 27 – 24 49ers

In der AFC wäre es natürlich sinnvoll auf die Chiefs zu tippen. Aber die Titans machen Spaß mit ihrem brachialem Run Game. Ich hätte nichts dagegen, dass sie nach 3rd und 1st nun auch den 2nd Seed aus dem Weg räumen.

Ich wünsche uns allen ein spannendes und geiles Spiel und freue mich, dass wir auf beiden Seiten ziemlich aus den vollen schöpfen können was unsere Spieler angeht!

Vielen, vielen Dank, dass Ihr nun bereits zum dritten Mal an unserer Interviewreihe teilgenommen habt! Es ist immer eine Freude mit Euch gemeinsam etwas aufzuziehen! Damit sind die Packers Germany gemeinsam mit den German Sea Hawkers mit jeweils drei Teilnahmen am häufigsten zu Gast gewesen. Aufgrund des epischen Interviews vor Saisonbeginn habt Ihr aber einen kleinen Vorsprung! Wir wünschen uns ein spannendes Spiel, ohne Verletzungen und jeder wird seinem Team die Daumen drücken!