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17. September 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

49ers „gewinnen“ $ 11.000.000 an Cap Space

5 min read

Die San Francisco 49ers bekommen laut OverTheCap einen kräftigen Schub von $ 11.000.000 in Sachen Cap Space. Damit prognostiziert die Plattform die 49ers mit knapp $ 23.500.000 auf dem neunten Platz unter allen NFL Teams. Bei den zusätzlichen $ 11.000.000 handelt es sich um nicht ausgezahlte bzw. erreichte Bonuszahlungen aus der Saison 2020.

Großer Gewinn für die anstehende Free Agency

Gerade angesichts eines sinkenden Salary Caps für die Saison 2021, der aktuell zwischen $ 180.000.000 und $ 185.000.000 prognostiziert wird, kommt die Anpassung wegen nicht erreichter Incentives (Bonuszahlungen) für die San Francisco 49ers sehr gelegen. Somit steigt der Spielraum für das Team von $ 12.500.000 auf $ 23.500.000 unter der Salary Cap. Darunter fallen allerdings noch nicht die beiden Vertragsverlängerungen von Tight End Ross Dwelley und Strong Safety Marcel Harris. Bei den Deals sind die konkreten Vertragsbestandteile bisher noch nicht bekannt.

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Woher kommen die $ 11.000.000?

Neben der Base Salary, dem Signing Bonus oder auch dem Roster- bzw. Workout Bonus, sind die sogenannten Incentives wichtige Vertragsbestandteile von NFL Verträgen. Unter Incentives versteht man Leistungsanreize, die nur im Falle von Zielerreichung ausgezahlt werden. Die Incentives werden in zwei Gruppen unterteilt: Likely to be earned (LTBE) und Not likely to be earned (NLTBE). Beides basiert auf den Leistungen des Spielers oder des Teams aus dem Vorjahr.

Unter Likely to be earned (LTBE) versteht man Leistungsanreize, die wahrscheinlich ausgezahlt werden. Hat ein Spieler in der Vorsaison 16 Spiele mitgemacht, wäre ein Bonus für zehn Einsätze in der Folgesaison ein LTBE. Der Vergleich bezieht sich ausschließlich auf das Vorjahr. Sollte ein Spieler in der Vorsaison lediglich vier Partien bestritten haben und es ist eine Bonuszahlung bei zwölf Einsätzen vereinbart, handelt es sich um Not likely to be earned (NLTBE). LTBE zählen gegen die Salary Cap, aber NLTBE nicht.  

Beispiel: Wenn ein Spieler einen Bonus von $ 500.000 für das Erzielen von mehr als 1.000 Rushing Yards in der kommenden Saison vereinbart hat und er in der vergangenen Saison mehr als 1.000 Rushing Yards erzielt hat, wird der Bonus als LTBE betrachtet. Wenn er in der vorherigen Saison nicht mehr als 1.000 Rushing Yards erzielt hat, gilt der Bonus als NLTBE.

Auch „Rückzahlungen“ möglich

Außer unter bestimmten Umständen werden LTBE-Incentives auf die Gehaltsobergrenze des Teams in der aktuellen Saison angerechnet. Dagegen werden NLTBE-Incentives nicht gegen die Salary Cap im aktuellen Jahr angerechnet werden. Die NLTBE-Incentives werden im Regelfall gegen den Salary Cap der folgenden Saison angerechnet. In seltenen Fällen werden nicht „verdiente“ LTBE-Incentives gegen die Salary Cao der folgenden Saison angerechnet.

Woher kommen nun die $ 11.000.000 konkret? In einigen Verträgen der 49ers stecken Incentives. Als Beispiel dient hier der Contract von Richard Sherman. Der Cornerback hatte in seinem Vertrag zahlreiche Bonuszahlungen vereinbart. Ein paar Beispiele:

  • Per Game Active Bonus: $ 125.000 (= $ 2.000.000, neun Spiele LTBE in 2018, 14 Spiele in LTBE in 2019, fünf NLTBE in 2020)
  • Playing Time: $ 1.000.000 (90% der Snaps, verdient in 2019, nicht verdient in 2020)
  • Jährlicher Pro Bowl Bonus: $ 1.000.000 (verdient in 2019, nicht verdient in 2020)
  • Jährlicher AP All Pro Team Bonus: $ 2.000.000 (verdient in 2019, nicht verdient in 2020)

Zahlreiche Spieler erreichen nicht die Leistungen der Vorsaison

Sherman hat in der Saison 2019 zahlreiche dieser Leistungsanreize geschafft und ausgezahlt bekommen. Dadurch wurden die hohen Grenzen aber auch zu LTBE. Die Saison 2020 war mit nur fünf Einsätzen, 32% der Snaps sowie keiner Pro Bowl Teilnahme oder auch All-Pro Team Nominierung enttäuschend. Dies schlägt sich dann auch im ausgezahlten Gehalt nieder. Diese Summe kommt natürlich nicht allein aus dem Vertrag von Sherman zustande. Zahlreiche Spieler haben nicht die Incentives-Grenzen aus der Saison 2019 erreicht und es summiert sich. Ein weiteres Beispiel ist hierfür Dee Ford. Auch bei ihm geht es um den Per Game Active Bonus. Ford bekommt pro aktivem Spiel einen Bonus von $ 46.875, also maximal $ 750.000. Ford bestritt in der Saison 2019 elf Partien und stand in 2020 nur in einer Partie auf dem Feld.

„Die 49ers hatten eine massive Cap Anpassung für das letzte Jahr, die mich überrascht hat“, sagte Jason Fitzgerald, Cap Spezialist von OverTheCap.com. „Bei den meisten anderen Teams lag ich innerhalb von $ 500.000 bis $ 1.000.000 ihrer Anpassung. Bei SF lag ich um etwa $ 10.000.000 daneben. Ich müsste da wirklich nachhaken, aber normalerweise sind so große Anpassungen für Dinge wie die Rückerstattung von Ruhestandsgeldern, Versicherungszahlungen, große Klagen, die zu Gunsten des Teams entschieden wurden, usw..."

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Weiteres Einsparpotential vorhanden

Die San Francisco 49ers können noch weiteren Spielraum unter dem Salary Cap generieren. Hierzu gehören die Restrukturierungen von Verträgen (Laken Tomlinson wäre ein Kandidat, oder auch Jimmy Garoppolo) oder auch Entlassungen. Zwei vielfach zitierte Kandidaten wären Dee Ford und Weston Richburg. Bei Dee Ford kommt die Komplikation hinzu, dass ein großer Teil seines Gehalts im Verletzungsfall ab dem 1.4.2021 ($ 11.600.000) für den Verletzungsfall garantiert werden. Ohne ein bestandenes Physical werden die 49ers Ford nicht cutten können.

Dagegen wird die Entlassung von Weston Richburg immer wahrscheinlicher. Der Center unterzog sich kürzlich seiner dritten Operation - dieses Mal an der Hüfte - seit er sich 2019 einen Riss der Patellasehne in New Orleans zuzog.  Seine vorherigen Operationen betrafen das Knie - wegen der ursprünglichen Verletzung - und die Schulter, die ihn dazu zwang, die gesamte letzte Saison zu verpassen. Es gibt keinen Zeitplan für seine Rückkehr. Die 49ers können fast $ 8.000.000 einsparen, wenn sie Richburg nach dem 1. Juni (Post Juni-1 Cut) entlassen. Einen Move um mehr Salary Cap frei zu machen war auch die nicht gezogene Option auf ein weiteres Vertragsjahr bei Linebacker Mark Nzeocha. Dadurch werden $ 1.600.000 unter der Salary Cap frei.  

Die Quintessenz ist, dass San Francisco möglicherweise nicht so finanziell angeschlagen ist, wie zunächst angenommen.

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