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18. Juni 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Spotlight: Offense Formations

5 min read

Der Offensive eines American Football Teams stehen verschiedene Formationen zur Verfügung, aus denen heraus die Spielzüge gestartet werden. Je nach Spielsituation gibt es in diesen Formationen vordefinierte Spielzüge. Die Wahl des Spielzugs und der damit verbundenen Formation hängt von der jeweiligen Spielsituation ab. Manche Spielzüge eignen sich für kurzen Raumgewinn, andere zielen darauf einen weiten Pass anzubringen oder den Ball zu einem Spieler in Nähe der Seitenlinie zu befördern – dies ist zum Beispiel hilfreich um die Uhr anzuhalten.

Vier Grundformationen

Heute schauen wir uns losgelöst von der  Defense und der möglichen Spielsituation und der diversen Modifikationsmöglichkeiten die Grundformationen an. In der heutigen NFL stechen vier Grundformationen hervor: I-Formation, Pistol-Formation, Shotgun-Formation und Spread-Formation Aus diesen Grundformationen heraus entstehen Playbooks mit oftmals 1.000 oder mehr Seiten und noch mehr Plays. Hier kommt die Visualisierung zur 9. Ausgabe des Niners Huddle.

I-Formation

  • In erster Linie: Power Running Game mit einem Fullback als Vorblocker
  • QB steht direkt hinter dem Center, gefolgt von einem Fullback und dem Running Back in gerader Linie – daher auch der Name: I-Formation
  • Voraussetzung: Starke Offensive Line, ein guter Vorblocker und ein starker Running Back
  • Die Offensive Line muss hier sehr gut blocken können, aber auch gleichzeitig den QB, der sehr nah an der Line operiert beschützen können.
  • I-Formation war früher die beherrschende Aufstellung und findet heute immer weniger Anwendung.
  • Verwendung primär in Short-Yardage Situationen und der Goal Line
  • Aber: Play-Action aus der I-Formation heraus ist auch eine sehr gefährliche Waffe, weil sich die Defense in erster Linie auf den Lauf einstellt

Shotgun-Formation

  • Quarterback steht 5-7 Yards hinter dem Center – bestmöglicher Überblick
  • QB ist weit von den gegnerischen Verteidigern entfernt §Bessere Möglichkeit für den QB die Defense zu lesen, weil er nicht erst nach hinten laufen muss
  • Running Back steht neben und nicht hinter dem QB – Pass Protection oder als kurze Anspielstation
  • Voraussetzung: Pass-Blocking Offensive Line – Laufspiel ist aufgrund der weiten Wege schwer zu etablieren
  • Passlastige Aufstellung – dominiert gemeinsam mit der Pistol im College schon lange und wird in der NFL immer mehr zum Non-Plus-Ultra
  • „Erfinder“ der Shotgun-Formation sind die 49ers der 1960er Jahre unter Head Coach Red Hickey. Er wollte seinem Quarterback hinter einer anfälligen Line mehr Zeit geben und stellte den QB deswegen sieben Yards hinter dem Center auf
  • Erste große Erfolge feierte die Shotgun unter Tom Landry mit Roger Staubach als QB bei den Dallas Cowboys

Pistol-Formation

  • Bei der Pistol-Formation sollen die Vorteile eines aggressiven Run-Games mit den Möglichkeiten eines schnelles Passspiels kombiniert werden
  • QB steht nicht Under Center, sondern drei Yards hinter ihm
  • RB steht drei Yards hinter dem QB und kann von dort „Downhill“ starten
  • Ideal für Teams mit einem Downhill Runner und/oder einem athletischen QB
  • Durch die Aufstellung drei Yards hinter der O-Line kann der QB die Defense besser lesen §Heutige Bedeutung in der NFL: Durch Cam Newton bei den Carolina Panthers wieder aufgeflammt und wieder abgekühlt, aber Lamar Jackson befeuert die Pistol wieder
  • Die Vorteile der Pistol liegen in der Mischung aus I-Formation und Shotgun
  • Einerseits kann der RB mit Tempo auf die O-Line zulaufen §Andererseits hat der QB durch den Abstand zur Line einen besseren Überblick
  • Play-Action Spielzüge aber auch Laufspiel über den QB sind typisch

Spread-Formation

  • Das Feld soll für die Defense möglichst breit und tief gemacht werden
  • Mit vier oder sogar fünf Receivern wird die Defense gezwungen sich breitgefächert aufzustellen
  • Dazu kommt gern ein RB und in QB in der Shotgun-Aufstellung
  • Voraussetzung: Schnelle und wendige Receiver, ein athletischer QB, der auch im Laufspiel Schaden anrichten kann
  • Die Spread Offense ist aus der NFL nicht mehr wegzudenken, wenn sie auch noch nicht ganz so dominant wie im College Football ist
  • Nachteile einer nicht so guten Offensive Line können gut kaschiert werden
  • Jedes Team nutzt zumindest Elemente der Spread Offense
  • Die Defense wird durch die Formation maximal gefordert
  • Es sind kurze, mittellange und tiefe Pässe möglich
  • Durch leichte Boxen ist auch durch Laufspiel (auch und gerade durch einen QB großer Schaden möglich) 

49ers in 21-Personnel

  • Kyle Shanahan setzt in seiner Offense oftmals auf die I-Fomation bzw. eine leicht Abwandlung
  • Hinter dem QB, der direkt hinter dem Center aufgestellt ist, steht nur ein Running Back
  • Der Fullback steht leicht versetzt neben dem Quarterback und geht oftmals in Motion (der Spieler bewegt sich in eine andere Postion - nur ein Spieler der Offense darf sich vor dem Snap bewegen)
  • Dadurch wird versucht, die Defense zu lesen - Zone- oder Man-Coverage zum Beispiel.
  • Garoppolo (10) hat in diesem Beispiel die Möglichkeit der Ballübergabe an Running Back Coleman (26), einem Pitch zu Fullback Juszczyk (44) oder auch einem Pass auf Kittle (85), Samuel (19) oder Sanders (17).
  • Bei solch einer Aufstellung erwartet der Gegner zumeist ein Laufspiel. Ballübergabe von Garoppolo an Coleman, der hinter den Blockern Juszczyk und Kittle sowie den O-Liner her läuft bis seine Lane freigeblocked ist.
  • Aber: Aus dieser Aufstellung heraus ist auch ein Play-Action-Spielzug möglich. Garoppolo täuscht die Ballübergabe an Coleman an, die ganze Line sowie Juszczyk und Coleman bewegen sich nach links, aber Garoppolo macht einen Rollout nach rechts und wirft auf Kittle