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27. Oktober 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Seahawks claimen D.J. Reed vom Waiver

6 min read

Die Seattle Seahawks haben Defensive Back D.J. Reed vom Waiver geclaimed. Reed, der sich in einem privaten Training einen Brustmuskelriss zugezogen hatte, war von den San Francisco 49ers mit einer Injury Designation entlassen worden. Man hatte erwartet, dass kein anderes Team einen so schwer verletzten Spielern unter Vertrag nimmt. Dann wäre Reed automatisch auf die Injured Reserve List der 49ers zurückgekehrt. Nun ist Reed ein Seahawk. 

„Das ist ein harter Brocken für uns. Wir hätten D.J. frühestens Anfang November zurückbekommen. Es handelt sich um eine Verletzung, die vier bis sechs Monate andauert, so dass Kyle und ich und die Mediziner ein aktives Gespräch geführt haben. Letztendlich ist es zu schwierig, einen Platz auf dem Roster für einen Spieler mit einer solchen Verletzung, die sich bis in den Dezember hineinziehen könnte, frei zu halten. Also trafen wir diese Entscheidung.“

General Manager John Lynch hatte die Entscheidung über das Saisonaus für Reed bei den 49ers bereits zu Beginn der Woche gegenüber Reportern erklärt.

Warum hat man Reed entlassen?

In diesem Fall kamen viele Faktoren zusammen, welche die Niners zu der Entlassung von Reed veranlasst haben. Aufgrund der COVID-19-Pandemie hatte die NFL gemeinsam mit der Spielergewerkschaft vereinbart, dass spätestens ab dem 16. August nur noch 80 anstatt 90 Spieler auf dem Training Camp Roster sein dürfen. Durch die Reduktion auf 80 Spieler im Camp sind die Plätze in diesem Jahr besonders wertvoll, insbesondere, weil man immer wieder mit Ausfällen durch COVID-19 rechnen muss. Jetzt denkt man, dass die 49ers D.J. Reed auf eine der Verletztenlisten wie die Active/Physically Unable to Perform List oder die Non-Football-Injury List hätten setzen können. Aber weil es sich um eine Verletzung außerhalb von Team Activities handelt, stellte es die Verantwortlichen vor erhebliche Probleme.

Wertvolle Roster Spots

Man hätte für Reed einen Roster Spot über die Cuts zum 53er Roster hinaus freihalten müssen. Nach den Cuts hätte man ihn ohne Probleme auf die Injured Reserve List setzen können. Aber bis dahin hätte er einen wichtigen Roster Spot blockiert. Die Active/PUP List kam nicht in Frage, weil es sich um Verletzung außerhalb der Team Activities handelt. Man hätte ihn auf die Active/Non-Football Injury List setzen können, aber die Spieler auf dieser Liste zählen im Camp gegen das 80er Roster. Auf der Active /NFI befinden sich aber auch schon die Wide Receiver Deebo Samuel und Richie James.

Eine Möglichkeit wäre gewesen, dass man Reed auf die Reserve/Non-Football Injury List setzt. Spieler auf der Reserve/NFI-Liste zählen gegen kein Kaderlimit, also weder das 53er Season Roster noch das 90er bzw. in dieser Saison 80er Camp Roster.  Spieler, die auf der NFI-Liste platziert werden, haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Bezahlungen, da die Franchises nicht verantwortlich für den Ausfall des Spielers sind. Häufig werden jedoch Sonderregelungen getroffen, die eine Weiterbezahlung verpflichtend macht. Die Gehälter der als NFI markierten Spieler zählen jedoch gegen die Salary Cap. In diesem Fall hätte Reed den 49ers einen Cap Hit von $ 827.843 eingebracht. Für die Salary Cap Situation gilt gleiches wie für die Roster Spots: Jeder Dollar unter der Salary Cap ist in dieser Saison noch wertvoller als im Normalfall.

Ohne Claim wäre er automatisch auf die IR der Niners zurückgekehrt

Der Plan des Teams war, dass er nach der Entlassung mit einer NFI Injury Designation nach dem Waiver automatisch auf die Injured Reserve List der 49ers zurückkehrt. Damit wäre die Saison für Reed allerdings auch unwiderruflich beendet gewesen. Bei der Schwere und Art der Verletzung, die ohnehin eine Ausfallzeit bis in den November bzw. Dezember bedeutet, kein Weltuntergang. Die Seattle Seahawks durchkreuzten diesen Plan aber mit dem Claim vom Waiver. Dadurch übernehmen die Seahawks den noch bis 2021 laufenden Rookie Contract von Reed. Der Divisionsrivale hatte aktuell zwei offene Roster Spots und konnte sich den Claim von Reed erlauben.      

Der vielseitig einsetzbare Defensivspieler D.J. Reed zog sich in einem privaten Workout einen Brustmuskelriss zu. Die Rehabilitationsphase wird ungefähr vier bis sechs Monate in Anspruch nehmen. Die 49ers haben mit dieser Art Verletzung in den vergangenen Jahren unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. In der Offseason 2017 zog sich Free Agent Verpflichtung Malcolm Smith diese Verletzung zu und musste die komplette Spielzeit aussetzen und kam auch anschließend nicht mehr an seine Form heran. In der vergangenen Saison zog sich Linebacker Kwon Alexander im Thursday Night Game bei den Arizona Cardinals ebenfalls einen Riss des Brustmuskels zu. Alexander stand nach zwei Monaten wieder auf dem Trainingsfeld und konnte in den drei Postseason Begegnungen eingesetzt werden. Allerdings ließ er dort die gewohnte Spritzigkeit vermissen und war gerade im Super Bowl der schwächste Defensivspieler von Robert Saleh.

Solider Backup

In den vergangene zwei Spielzeiten war Reed ein sicherer Backup, gerade weil er auf mehreren Positionen eingesetzt werden konnte. D.J. Reed kam zumeist als Nickelback oder Safety zum Einsatz, könnte aber auch Cornerback spielen. Dazu ist er ein sehr wertvoller Special Teamer und hätte wahrscheinlich gute Chancen auf die Position des Punt- und Kick Returners (gerade nach der Verletzung von Richie James) gehabt. Bisher wurde Reed von den 49ers in 31 Regular Season Games mit zwei Starts eingesetzt. Er sammelte 54 Combined Tackle (41 Solo, 13 Assists), drei Tackle for Loss, einen Sack, zwei abgewehrte Pässe, zwei Forced Fumble und eine Fumble Recovery. Dazu gelang ihm ein defensiver Touchdown nach der Eroberung eines Fumble. 2018 schaffte er durchschnittlich 30,2 Yards mit elf Kick Returns. Sein längster Kick Return beläuft sich auf 90 Yards. 

Fünftrundenpick der Niners 2018

Dennis Duane „D.J.“ Reed Jr. (23 Jahre / 1,75 m / 85 kg) startete zwei Spielzeiten für die Kansas City Wildcats (2016 & 2017) und bevor die 49ers ihn in der fünften Runde des Drafts 2018 (142. Pick Overall) auswählten. Er verzeichnete in 23 Spielen 125 Total Tackle (Solo 103, Assist 22), fünf Tackle für Raumverlust, 25 abgewehrte Pässe, sieben Interceptions und einen Touchdown. Reed, der in Bakersfield (Kalifornien) geboren wurde, versuchte es 2014 bei der Fresno State University, entschied aber, dass er nicht ins Bulldogs Football Programm passte.

Anschließend war er am Cerritos College (Norwalk, Kalifornien) eingeschrieben, bevor er 2015 zur Kansas State University transferiert wurde. Reed war in seiner Abschlusssaison bei den Wildcats Team Captain und wurde in der BIG12-Conference auch als Kick- und Puntreturner eingesetzt. Als Kick Returner sammelte er in zwei Spielzeiten mit 26 Versuchen 837 Yards (durchschnittlich 32,2 Yards pro Kickoff Return) und scorte einen Touchdown. Nur in 2017 wurde er auch als Punt Returner eingesetzt und erzielte mit 17 Punt Returns 253 Yards (durchschnittlich 14,9 Yards pro Punt Return) sowie einen Touchdown.