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20. September 2021

49ers Germany

Official 49ers Fan Chapter, part of Niner Empire.

Beyond the Horizon – Episode 23 – Teil 2: Packers Germany

30 min read

Hallo und herzlich Willkommen bei #BeyondTheHorizon mit den Packers Germany! Im heutigen zweiten Teil des epischen Interviews zum Start in die 100. Spielzeit der NFL sprechen wir über verpasste Chancen mit Aaron Rodgers, GM Brian Gutekunst, die Neuzugänge aus der Draft und die Rivalität zwischen Packers und 49ers bzw. Favre vs. Young! Viel Spaß!

Wir finden, es gibt kaum einen besseren Start in die Saison! Für Leseratten: Hier findet Ihr den ersten Teil!

Die Packers verpassten nun zum zweiten Mal in Serie die Playoffs und standen zuletzt in der Saison 2010 im Super Bowl. Als neutraler Fan hatte man in den letzten Jahren oftmals den Eindruck, dass die Packers mit Rodgers als Quarterback zu wenig riskiert haben, um weitere Super Bowls nach Wisconsin zu holen. Mit Rodgers sollte ein Team in jeder Saison um den Super Bowl mitspielen können, wenn man den entsprechenden Supporting Cast um den Quarterback herumhat. Haben die Packers mehr Erfolg durch zu vorsichtiges Agieren in der Free Agency und der Kaderzusammenstellung verpasst? 

Packers Germany: Die Kritik, die insbesondere an unseren ehemaligen GM Ted Thompson gerichtet war, gab es unter den Anhängern der Packers (auch in Deutschland) in den letzten Jahren zuhauf. Thompson war bekanntermaßen ein großer Fan der Draft-and-Develop-Strategie, unter der er lange Zeit auch großen Erfolg hatte. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man im Draft ein glückliches Händchen hat und die richtigen Spieler zieht. Der Draft wird allerdings nicht ohne Grund auch gerne Lottery genannt. Nachdem in den letzten Jahren unter Thompson die Drafts reihenweise in die Hose gingen, hatte man folglich nicht mehr den notwendigen Upside im Roster, um große Erfolge zu feiern. Zu oft blieb der erwartete Jump der Spieler aus, auf die man Draft-Kapital investiert hatte. Mit Quinten Rollins habt ihr einen dieser Kandidaten sogar aktuell im Roster. Folglich hätte man viel Geld in die Hand nehmen müssen um namhafte Free Agents zu verpflichten. Geld, das man teilweise nicht hatte bzw. in Veterans investiert hatte, um diese zu halten. Hinzu kamen Verletzungsfluten (insbesondere in der Secondary), die das Leben nicht einfacher gemacht hat. Die Tatsache, dass man trotzdem in den meisten Fällen noch die Playoffs erreicht hat, hat ein Stück weit den Druck auf die Verantwortlichen reduziert große Namen zu verpflichten. Weiterhin hat die Free Agency ein hohes Bust- bzw. Overpay-Potenzial, weshalb sich bspw. die Patriots größtenteils aus dem Rummel raushalten. Man zahlt viel Geld für Spieler, die oft ein Alter erreicht haben, in dem man nicht erwarten sollte, dass sie ein großes Upside haben bzw. ihre Leistung weiterhin so konstant abrufen.

Aus dem Bauch heraus würde ich der These, dass man zu wenig versucht hat das Titelfenster unter Aaron Rodgers effektiv zu nutzen, zustimmen. Grund dafür ist, dass man als Fan das Gefühl haben will, dass alles für den Titelgewinn getan wurde. Auch wenn Free-Agency-Verpflichtungen keine Titel-Garantie mitbringen, hatte man das Gefühl, dass lediglich ein bis zwei Spieler (insbesondere der Defense) sehr gut getan hätte. Ein All-In, wie es z.B. die Saints gerade praktizieren, wäre zu dem Zeitpunkt allerdings nicht sinnvoll gewesen. Darüber muss man allerdings in den nächsten Jahren ebenfalls nachdenken, wenn man sich Rodgers Alter so anschaut. Bei Gutekunst hat man aktuell den Eindruck, dass er die notwendige Aggressivität mitbringt, die im aktuellen Titelfenster notwendig ist.

Brian Gutekunst übernahm das Amt des General Managers von Ted Thompson nach dessen 13jähriger Amtszeit und die Packers sind unter Gutekunst bereits zum zweiten Mal in Folge in der Free Agency deutlich aktiver gewesen als zuvor. Zur Saison 2018 holte man Tight End Jimmy Graham, Defensive Tackle Muhammad Wilkerson und Cornerback Tramon Williams. In der aktuellen Free Agency Periode verpflichtete man Preston Smith (Washington Redskins), Za´Darius Smith (Baltimore Ravens) und Safety Adrian Amos (Chicago Bears). In der Free Agency. Für Packers Fans eine ungewohnte Situation? Seid ihr mit der Free Agency 2019 zufrieden? Immerhin verlor man auch mit Linebacker/Edge Rusher Clay Matthews (Los Angeles Rams) und Wide Receiver Randall Cobb (Dallas Cowboys) auch zwei langjährige Gesichter der Franchise? 

Packers Germany: Tatsächlich war es insbesondere in Gutekunsts ersten Jahr wahnsinnig ungewohnt, dass die ersten Tage der Free Agency plötzlich auch für Packers Fans interessant waren. Dieses Jahr hatte man ein Stück weit damit gerechnet, wobei die Masse an Verpflichtungen innerhalb kürzester Zeit doch ein kleiner Schock waren. Ich für meinen Teil bin sehr angetan von den Free Agency-Moves. Vor der Saison waren der Edge Rush, die Safety-Position und die O-Line (zusätzlich wurde Billy Turner verpflichtet) unsere dringendsten Baustellen. Diese haben Gutekunst und Co. innerhalb von einem Tag geschlossen und somit den Grundstein für einen relativ entspannten Draft gelegt, in dem man sich auf die besten verfügbaren Spieler konzentrieren konnte.

Mit den beiden Smith hat man zwei versatile Edge Rusher geholt, die teilweise auch covern bzw. in der Line spielen können und somit super in der flexible Scheme von DC Mike Pettine passen. Auch wenn der Preis für die beiden erstmal hoch erscheint (Za’Darius avg. 16,5 Mio. $, Preston avg. 13 Mio. $), erhält man zwei Spieler im besten Football-Alter (26 bzw. 27 Jahre), die jeweils noch ordentlich Upside haben. Zudem haben die beiden schon mit Coaches im Packers-Staff gespielt, sodass die Verantwortlichen durchaus wissen, was sie sich einkaufen. Auch aus diesem Grund sind die Weggänge von Nick Perry und Clay Matthews zu verkraften.

Mit Adrian Amos schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: man stärkt die Position Group mit der geringsten Tiefe und pinkelt den Kollegen aus Windy City ans Bein. Amos ist mit Sicherheit nicht der spektakulärste Safety der Liga, gehört aber über die vergangenen Jahre statistisch zu dem Besten was die NFL zu bieten hat. Auch er kann sowohl Free als auch Strong Safety spielen, was wiederum das o.g. flexible Scheme unterstützt. Mit seinen 26 Jahren ist er der Veteran in unserem Safety-Corps und ist im Gegensatz zu seiner Zeit in Chicago einer der Defensive-Stars.

Was die Weggänge u.a. von Clay Matthews oder Randall Cobb angeht, gehöre ich zu den pragmatischeren und rationaleren Fans. Beide haben vergangene Saison sehr ordentlich verdient, waren in den vergangenen Jahren oft verletzt und gehen stark auf die 30 zu (Cobb) bzw. sind schon weit darüber hinaus (Matthews). Der Fan in mir hätte sich natürlich gewünscht, dass man einen oder beide mit geringeren Bezügen gehalten hätte, aber der Realist weiß, dass die Zukunft anderen Spielern gehört. Und dass man Spieler lieber ein bis zwei Jahre früher als später abgeben sollte, zeigen die Patriots fast jedes Jahr aufs Neue.

Mit dem 12. Pick Overall wählten die Packers Defensive End Rashan Gary von der University of Michigan und mit dem zweiten Pick in der ersten Runde (Nr. 21 Overall) Safety Darnell Savage Jr. aus Maryland. Gary gilt als athletischer Freak, der aber noch recht ungeschliffen ist und zumindest bei den Wolverines oftmals sein Potential nicht abrufen konnte. Er dürfte sicherlich in der Rotation der Defensive Line sofort viel Spielzeit bekommen, denn man kann ihn Inside oder Outside einsetzen. Savage könnte auf Free Safety starten und mit Adrian Amos das neue Safety Duo der Packers bilden. Was schätzt Ihr die Picks ein? Wart Ihr überrascht, als der Commissioner den Namen Rashad Gary verlass? Hattet Ihr einen Kandidaten, den Ihr mit dem 12. Pick Overall gewählt hättet?

Packers Germany: Ich muss gestehen, dass ich direkt nach dem Pick ziemlich unzufrieden war. Nach dem spektakulären Draft im letzten Jahr mit Vor- und Zurücktraden bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass es nicht die Packers sein werden, die an 12 einen Spieler auswählen. Der Eindruck oder die Hoffnung hat sich weiter verstärkt als Spieler wie Clelin Ferrell, Ed Oliver oder Jonah Williams mehr oder weniger direkt vor uns ausgewählt wurden.

Mit etwas Abstand zum Draft, dem Schauen von Tape und dem Lesen von Analysen habe ich meine Meinung geändert. Gary hat im College teilweise die „Drecksarbeit“ gemacht, hat oft zwei Mann auf sich gezogen, Raum geschaffen und seine Mitspieler gut aussehen lassen. Hinzu kommt seine schier unglaubliche Athletik, die einige O-Liner vor große Probleme stellen wird. Ein weiterer Punkt weshalb Gary richtig gut in unsere Defense passen könnte, ist der Punkt, dass man sich darüber gestritten hat, ob Gary nun Edge Rusher oder Line-Spieler ist. Während er in Michigan vor allem in der Line gespielt hat, haben die Packers ihn beim Draft als Edge Rusher bezeichnet. Wie oben bereits mehrmals angesprochen, liebt es Pettine versatile Spieler, die mehrere Positionen spielen können. In der Preseason haben wir bereits Nickel Formations gesehen, die mit den beiden Smiths und Gary drei Edge Rusher aufgeboten haben. Da sowohl Za’Darius als auch Gary problemlos interior spielen können, ist es für die QB bzw. für die O-Line schwieriger die Defense zu lesen bzw. Zuordnungen vorzunehmen. Der Fokus auf dem diesjährigen, aber auch letztjährigen Draft lag darauf athletische Spieler mit hohem Football IQ zu verpflichten, die einen hohen Upside versprechen. Gary passt genau in diese Philosophie und könnte schon im ersten Jahr ein wichtiges Puzzlestück für diese Defense werden.

Was unseren zweiten First Round Pick – Darnell Savage – angeht, war ich nach dem Pick weit optimistischer. Auch nach der Amos-Verpflichtung war klar, dass wir mindestens noch einen Starting Safety brauchen würden. Abgesehen von dem coolen Namen kann der Junge auch einiges auf dem Feld. Seine extreme Geschwindigkeit und sein Spielstil führen dazu, dass man ihm einfach gerne zuschaut. Ähnlich wie unser letztjähriger First Round Pick strahlt er auf dem Spielfeld eine gewisse Intensität aus, will sich messen, hat Spaß! Auch wenn der Preis für seine Verpflichtung mit dem 30th Overall und zwei 4th Round Picks recht hoch war, erkennt man schnell weshalb Gutekunst ihn unbedingt holen wollte. Mit Amos und Savage haben wir zwei sehr gute Safeties, die sowohl in der Box als auch tief spielen können, sodass man im Vergleich zum Vorjahr nicht in Angstschweiß ausbricht, wenn einer der Safeties zum Tackle ansetzt oder allein für Coverage zuständig ist.

In der zweiten Runde investierte man den 44. Pick Overall in Guard/Center Elgton Jenkins (Mississippi State) und schafft zumindest Tiefe für die Offensive Line. Aber in der dritten Runde wählte man mit Jace Sternberger von Texas A&M einen Tight End, dem viele Analysten zutrauen Jimmy Graham überflüssig zu machen. Der Steal des Drafts aus Eurer Sicht? Wie seht Ihr die beiden Picks? Starterpotential? 

Packers Germany: Auch Jenkins gehört wieder in die Kategorie „vielseitig“. Auch wenn die Verpflichtungen von O-Linern selten „sexy“ sind, wird die O-Line in Green Bay durchaus priorisiert. Mit Jenkins holt man sich einen athletischen O-Liner ins Team, der verschiedene Positionen spielen kann und prädestiniert ist für den Outside Zone Run. In den bisherigen Preseason Spielen hat er sehr ordentliche Leistungen abgeliefert und hat durchaus die Möglichkeit im Laufe der Saison einen der Guard-Spots für sich zu beanspruchen.

Jace Sternberger hingegen wird insbesondere in seiner ersten Saison vermutlich nicht über einen Platz in der Rotation hinauskommen. Der Mann von der Texas A&M war tatsächlich DER Wunschspieler in der dritten Runde für viele Packers-Fans in Deutschland. Man muss aber auch Bedenken, dass Tight Ends in der Regel etwas Zeit brauchen bis sie in der NFL Fuß fassen. Das liegt insbesondere daran, dass sie auf ihrer Position im Route Running, in der Pass Protection und im Run Blocking gefordert sind. Bei Sternberger kommt hinzu, dass er nach einigen College-Wechseln lediglich ein Jahr in einem ernstzunehmenden Programm im Passing Game richtig abgeliefert hat – im Blocking war er dort allerdings nicht oft gefordert. Trotz seiner beeindruckenden Stats in Texas wird er sich als aktuell vierter Tight End im Depth Chart beweisen müssen, bevor er dem alternden Jimmy Graham den Rang ablaufen kann. Ob er tatsächlich ein Steal ist, wird sich hoffentlich bald zeigen.

Am letzten Tag angelten sich die Packers Defensive Tackle Kingsley Keke (Texas A&M), Cornerback Ka`dar Hollman (Toledo) und Running Back Dexter Williams (Notre Dame) sowie Inside Linebacker Ty Summers (TCU). Ist aus Eurer Sicht ein Spieler mit verstecktem Potential dabei? Ist in der UDFA Klasse der Packers ein Sleeper zu finden?

Packers Germany: Der letzte Tag ist ja bekanntermaßen spätestens ab Runde 5 eher Glückssache. Trotzdem hat man nach den ersten Preseason Spielen das Gefühl, dass der ein oder andere Spieler überraschen kann. Mit Mike Daniels hat man einen der defensiven Anker der letzten Jahre weggegeben. Dies führt dazu, dass insbesondere Kingsley Keke seine Snaps sehen wird. Auch er ist ein Spieler, der über eine enorme Athletik verfügt und im College verschiedene Positionen in der Line eingenommen hat. Auch wenn die Preseason nur bedingt eine Aussagekraft hat, sah das richtig gut aus, was er bis hierhin gezeigt hat.

Ähnliches gilt für den CB Ka’dar Hollman, der einen unglaublich spannenden Weg in die NFL hatte und ILB Ty Summers. Hollman kommt über den unbedingten Willen in der NFL Fuß zu fassen und Berichten zu Folge eine unglaubliche „Work Ethic“. Ty Summers profitiert aktuell von der Verletzung von letztjährigen 3rd Round Pick Oren Burks und einer sehr richtig starken Leistung im Spiel gegen die Texans, wo er überall auf dem Feld zu finden war und zehn Tackles für sich verbuchen konnte. Beide werden ihren Wert in den Special Teams beweisen müssen um sich ihren Platz im 53-Mann-Roster zu sichern, aber Potenzial ist bei beiden vorhanden.

Neben Keke wird wohl auch Dexter Williams seinen Roster-Spot sicher haben. Mit Aaron Jones und Jamaal Williams haben wir lediglich zwei gestandene RBs im Kader, die beide sehr verletzungsanfällig sind. Das in Verbindung mit dem stärkeren Fokus auf den Run führt dazu, dass Dexter Williams öfter auf dem Feld stehen wird als man das bei einem Late-Round-RB vielleicht vermuten würde. Dass er dort die nötigen Yards erlaufen kann, muss er allerdings noch beweisen.

Die Packers sind traditionell ein Team, dass jedes Jahr den ein oder anderen UDFA in den finalen Roster packt. Dieses Jahr haben wir mit ILB Curtis Bolton und WR Darrius Shepherd zwei Kandidaten, die sehr gute Chancen haben im September im Depth Chart gelistet zu sein. Bolton durfte im zweiten Preseason Spiel mit der Starting Defense auflaufen, nachdem im Camp und im ersten Preseason Spiel sehr ansprechende Leistungen gezeigt hat. Den Eindruck konnte der weiter festigen, sodass Stand jetzt ein Kaderplatz sehr wahrscheinlich ist. Shepherd muss sich hingegen in einem sehr tiefen WR-Corps gegen eine Vielzahl weiterer talentierter WR durchsetzen. Sein Vorteil bisher: er ist ein guter Returner und er hat zwei Touchdowns auf der Habenseite. Trotzdem wird es gegen Konkurrenten wie EQ, J’Mon Moore, Trevor Davis und Allen Lazard am Ende auf Kleinigkeiten ankommen.

Mit welchen Erwartungen gehen die Franchise und die Fans in die Saison 2019? In der NFC North werden die Packers gegen die Chicago Bears und die Minnesota Vikings um den Divisionssieg kämpfen müssen und auch die Detroit Lions werden im zweiten Jahr unter Head Coach Matt Patricia einen Schritt nach vorne machen. Können die Packers den Divisionssieg zurück nach Wisconsin holen?

Packers Germany: Aktuell merkt man, dass diese Frage das Fanlager spaltet. Einige Fans erwarten nicht weniger als die Playoffs – im besten Fall den Super Bowl. Grund dafür ist insbesondere Aaron Rodgers, der in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er auch ein mittelmäßiges Team bis tief in die Playoffs führen kann. Mut macht zudem, dass die Defense mit Mike Pettine im zweiten Jahr und den ganzen Investitionen endlich wieder zu den Top Defenses der Liga gehören könnte. Auch wenn ich beide Argumente nachvollziehen kann, bin ich etwas skeptischer was meine Einschätzung angeht und würde mich eher zum zweiten Lager zählen, das das ohne große Erwartungen in die Saison geht. Der Hauptgrund hierfür ist wiederum, dass Matt LaFleur bzw. Nathaniel Hackett zunächst ihre Spielphilosophie in Green Bay etablieren müssen. Offenses haben in der ersten Saison traditionell Probleme ein neues Scheme zu verinnerlichen, sodass insbesondere der Beginn der Saison gegen Teams wie die Bears, Vikings, Eagles und Cowboys etwas holprig werden könnte. Zudem wäre LaFleur der erste Headcoach der die Green Bay Packers direkt im ersten Jahr in die Playoffs führen würde.

Dass die NFC North letztes (Bears) bzw. dieses Jahr (Lions) kräftig aufgerüstet haben, macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Allerdings werden die Bears erst zeigen müssen, dass sie ihre Leistung in der Defense (auch ohne Vic Fangio) wiederholen können. Die Vikings können aktuell aufgrund ihrer Salary-Cap-Situation keine großen Sprünge machen und haben ebenfalls einen neuen Offensive Coordinator, sodass ich sie auf ähnlichem Niveau wie vergangenes Jahr sehe. Die Lions bzw. Patriots 2.0 haben hingegen in der Offseason sehr, sehr viel investiert um dieses Jahr den Anschluss in der Division zu halten. Wenn Stafford seine Verletzung überwunden hat und die Neuzugänge einschlagen, sind auch die Lions gefährlich. Allgemein sehe ich kaum eine Division so ausgeglichen wie die NFC North. Es gibt eine Vielzahl von Unwägbarkeiten, die letztlich den Unterschied ausmachen werden.

Meine Erwartung an dieses Jahr ist, dass man offensiv den neuen (und hoffentlich erfolgreichen) Spielstil der Packers etabliert und verinnerlicht hat und defensiv endlich wieder in den Top-15 unterwegs ist. Mit etwas Glück und einer schnellen Entwicklung ist auch definitiv der Division Sieg in Reichweite. Erwarten werde ich den Division Sieg allerdings nicht, da sind mir die anderen Faktoren wichtiger.

Die NFL geht in ihre Jubiläumssaison und deswegen treffen im Auftaktspiel mit den Chicago Bears und den Green Bay Packers zwei der traditionsreichsten Teams aufeinander, während in den letzten Jahren immer der amtierende Champion zum Auftakt ranmusste. Der ganze Spielplan steht im Zeichen von Rivalries, obwohl man diese eher im College Bereich findet. Die Packers haben in Ihrer Division mit den Vikings und Bears gleich zwei Rivalries, weil die Teams schon so lange gegeneinander antreten. Wie bewertet Ihr die Rivalitäten zwischen den Teams? Habt Ihr Highlights aus diesen Begegnungen? Was erwartet Ihr von der Auftaktbegegnung? 

Packers Germany: Die Packers haben Glück, dass sie bereits seit einigen Jahrzehnten gegen dieselben Teams ran dürfen – allen voran die Chicago Bears. In den meisten Fällen empfinde ich die Rivalität relativ entspannt, insbesondere im Vergleich zu anderen Sportarten. Man hat oft den Eindruck, dass die Rivalität hier in Deutschland künstlich aufgebauscht wird obwohl die meisten Fans in den seltensten Fällen wirklich in Kontakt mit richtigen Fans der gegnerischen Mannschaft gekommen sind. Auch wenn natürlich öfter Mal die Fetzen fliegen (größtenteils verbal) hat man trotzdem Respekt voreinander und weiß was man an sich hat. Die Packers existieren heute bspw. auch nur weil man sich mit Bears, aber auch mit den Giants in den Anfängen der NFL gegenseitig unterstützt hat.

Bei den Vikings und den Lions würde ich nicht unbedingt von einer Rivalry sprechen, da die Rivalität zu Fans außerhalb der Division teilweise größer ist. Ich denke insbesondere bei den Lila-Gelben kommt die Rivalität eher aus Minnesota, da man in den letzten Jahrzehnten größtenteils zuschauen musste, als die Bears und die Packers die Division unter sich ausgemacht haben. Da ist es verständlich – wenn auch nervig – dass nach ein bis zwei Division-Siegen direkt die Wachablösung propagiert wird. Geärgert hat mich tatsächlich, dass da teilweise Verletzungen gefeiert wurden man generell öfter unter der Gürtellinie unterwegs ist.

Nichtsdestotrotz machen Siege gegen die Teams aus der eigenen Division natürlich noch ein wenig mehr Spaß als die gegen andere Teams. Wenn man Beispiele aus der näheren Vergangenheit nennen will, ist natürlich der Comeback-Win gegen die Bears im Season-Opener für jeden Packers-Fan ein Hochgenuss. Mindestens genauso spektakulär und in der ganzen NFL bekannt ist das Miracle in Mo-Town, das Zehntausenden von Lions-Fans das Herz gebrochen hat. Eins meiner Lieblingsspiele ist das NFC-Championship Game nach der 2010er Saison als die Packers als Wildcard Team dem Division Sieger Bears gezeigt hat, weshalb man in Green Bay keine „Division Champion“-Banner aufgehangen werden.

Von welchen Spielern aus dem Team erwartet Ihr einen Leistungssprung? Wen seht ihr eher auf dem absteigenden Ast? Wir sind gespannt auf eine Prognose!

Packers Germany: Insbesondere die zweite Frage ist echt schwierig. Also fange ich einfach mal damit an: in den vergangenen Jahren gab es tatsächlich wenige Spieler, die überragend gespielt hätten und meiner Meinung nach Gefahr laufen abzustürzen. Allgemein haben wir sehr wenige Spieler, die in einem Alter sind, das einen Leistungsabfall mit sich bringt. Von den sieben Spielern, die älter als 28 sind und vermutlich Anfang September im Kader stehen, kann man nicht behaupten, dass sie wahnsinnig positiv aufgefallen wären. Schaut man sich bei den jüngeren Spielern um würde wohl am ehesten OLB Kyler Fackrell in die Kategorie „biggest downside“ fallen. Fackrell war in seinen ersten beiden Jahren nicht unbedingt bekannt als QB-Schreck (fünf Sacks gesamt), hat es aber letztes Jahr durch teilweise gute Leistungen, aber auch das nötige Glück 10,5 Sacks und 13 Tackles for Loss für sich verbuchen können. Anzunehmen, dass er in der 2019er Saison ähnliches Zahlen abliefern kann ist schier Wahnsinn. Dass Gutekunst und Co. auch nicht davon ausgehen, sieht man auch daran, dass man mit den Smiths und Gary gleich 3 Spieler geholt hat, die vor ihm im Depth Chart stehen. Aus der älteren Generation gehören mit Sicherheit auch K Mason Crosby (34), TE Jimmy Graham (32), OG Lane Taylor (29), OT Bryan Bulaga (30) zu den Spielern, bei denen man nicht erwarten sollte Leistungen zu sehen, die man vor einigen Jahren noch erwarten konnte.

Anhand der geringen Anzahl alter Spieler erkennt man, dass es im Roster der Packers sehr, sehr viel Talent gibt und man sich von einigen Spielern einen Leistungssprung bzw. das konstante Abrufen der Leistung erwartet. Generell muss man sich von fast allen Spielern einen Leistungssprung erhoffen, wenn an manch traurige Leistung im vergangenen Jahr zurückdenkt. Um das Papier nicht überzustrapazieren versuche ich mich auf zwei Spieler zu konzentrieren, deren Rolle dieses Jahr enorm wichtig wird, wenn man es tatsächlich in die Playoffs schaffen will.

Dass wir mit Davante Adams einen der absoluten Top-WR der NFL haben, sollte den allermeisten Fans bekannt sein. Wenn es um die im Depth-Chart folgenden Spieler geht, werden die Nicht-Hardcore-NFL-Fans allerdings Probleme bekommen. Neben EQ könnte man letztes Jahr vielleicht mal von Geronimo Allison, Jake Kumerov, Marquez Valdes-Scantling, J’Mon Moore oder Trevor Davis gehört haben.

Von den genannten hat vergangenes Jahr insbesondere unser 5th Round Pick Marquez Valdes-Scantling – der Einfachheit halber nachfolgend nur noch MVS – auf sich aufmerksam gemacht. Der große und schnelle Receiver musste oder durfte aufgrund der Verletzungen von Randall Cobb und Geronimo Allison weit öfter ran, als man sich das von einem 5th Round Pick erhofft – allerdings hat er die Gelegenheit insbesondere in seinen ersten Spielen genutzt. Am Ende der Saison standen für den 24-jährigen für einen Late-Round-Pick beeindruckende 38 Receptions für 581 Yards (15,3 avg) und 2 TDs zu Buche. Dass er am Ende der Saison wieder etwas abgekühlt ist, sollte bei einem Rookie nicht weiter verwundern. Durch den Abgang von Randall Cobb steigen die Erwartungen an MVS natürlich. Er selbst hat diese Offseason fleißig Trainings-Videos von sich geposted in denen er an Release, Routes, Footwork und, und, und arbeitet und die Erwartungen damit nicht unbedingt schrumpfen lässt. Dass er die Rolle des zweiten oder dritten Receivers durchaus einnehmen kann, hat er letztes Jahr bereits aufblitzen lassen – dieses Jahr zeigt er es hoffentlich konstant!

Ein weiterer Kandidat für den berühmt-berüchtigten Second-Year-Jump ist unser letztjähriger First-Round-Pick CB Jaire Alexander. Neben Tramon Williams, der mit seinem 36-Jahre der Secondary-Opa ist, haben wir lediglich Cornerbacks im Team, die zwischen 2017 und 2019 in die NFL gekommen sind. Entsprechend abhängig ist man davon, dass die Jungs beim nächsten Schritt die Siebenmeilenstiefel anhaben. Bei Jaire Alexander hat man allerdings das Gefühl, dass der viel zu oft zitierte Spruch „the sky is the limit“ tatsächlich zutrifft. Der 22-jährige kam gefühlt ohne jegliche Anlaufschwierigkeiten in die NFL und musste auch aufgrund seines First-Round-Status sehr früh ran. Dass unser #1 Corner Kevin King die letzten beiden Jahre mehr auf dem Injury Report als auf dem Platz gestanden hat, hat dann nach wenigen Wochen dazu geführt, dass Alexander plötzlich gegen die Creme-de-la-Creme der Receiver ranmusste. Nichtsdestotrotz hat der 1,78m-kleine Cornerback mit dem riesigen Selbstvertrauen sich der Aufgabe gestellt als wäre es gar nichts. Das absolute Highlight der Saison war das Spiel gegen die Rams, in dem Alexander fast durchgängig den bekanntermaßen nicht ganz schlechten Brandin Cooks zu covern hatte und der Perfektion da schon sehr nahekam (Highlight-Video: https://www.youtube.com/watch?v=czY50rR7xtY). Als Packers-Fan ist man mittlerweile vorsichtig was die voraussichtliche Entwicklung von jungen Secondary-Spielern angeht, aber für Alexander gilt: the sky is the expectation. Nicht mehr, nicht weniger!

Wie angesprochen könnte man das Spiel fast beliebig weiterführen. Lässt man die Rookies und die teuren FA-Verpflichtungen außen vor, wären folgende Spieler ebenfalls Kandidaten von denen ich mir kommende Saison (noch) mehr erwarte: CB Tony Brown, DL Kenny Clark, RB Aaron Jones, WR Jake Kumerov, P JK Scott.

Wie schätzt Ihr die San Francisco 49ers in der kommenden Saison ein? Am 24. November 2019 treten die Packers, die dann aus er Bye Week kommen, bei den 49ers im Levi´s Stadium an. Was erwartet Ihr von der Partie und was glaubt Ihr, wie es um beide Teams zu diesem Zeitpunkt in der Saison steht?

Packers Germany: Vorausgesetzt die 49ers bleiben im Gegensatz zur vergangenen Saison halbwegs vom Verletzungspech verschont, kann das in einer guten NFC West sehr, sehr interessant im Kampf um die Playoffs werden. Mit Kyle Shanahan habt ihr einen Head Coach, der den QB sehr gut mit seinem Scheme unterstützt, sodass selbst durchschnittliche Backup-QBs durchaus Erfolg haben können. Zudem muss Garoppolo nach seiner Verletzung nicht unbedingt direkt bei 100% sein, da ihm seine ordentliche O-Line sowie sein herausragendes Backfield mit Sicherheit Entlastung verschaffen können.

Allgemein ist das erste was mir beim Blick auf die Offense einfällt: Matchup-Waffen! Kittle, Goodwin, McKinnon, Coleman, Juszczyk (und andere) sind allesamt Spieler mit denen man den Gegner auf dem absolut falschen Fuß erwischen kann! Zudem hat man mit Samuel und Hurd früh im Draft weitere Waffen verpflichtet, die die notwendige Tiefe im Receiving Corps schaffen. Setzt Shanahan die Spieler richtig ein – und da bin ich mir ziemlich sicher – wird das eine richtig unangenehm zu spielende Offense für jeden Defensive Coordinator!

Die Fragezeichen sehe ich eher in der Defense. Mit Ford und Bosa habt ihr zwei Spieler verpflichtet, die im Pass Rush beide eine deutliche Verstärkung darstellen werden. Davon dürfte auch Buckner profitieren, der zukünftig etwas mehr Platz bekommen sollte. Die Probleme liegen voraussichtlich eher in der Secondary, die zwar mit Richard Sherman einen starken Veteran hat, dahinter aber ähnlich wie die Packers sehr von der Entwicklung junger (oder der Gesundheit verletzter) Spieler abhängig ist. Ein funktionierender Pass Rush würde der Secondary natürlich enorm helfen, aber letztendlich ist die Schwankungsbreite was die Leistung der Defense angeht sehr groß.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die 49ers bis zum Ende um einen Wildcard-Spot kämpfen. Den Division Sieg sehe ich ähnlich wie vergangenes Jahr recht deutlich bei den Rams. Sofern ihr in den direkten Duellen gegen die Cardinals und vor allem gegen die Seahawks ordentlich Wins sammelt, könnte es am Ende reichen, da sich insbesondere die Teams in der NFC North und auch in der NFC South gegenseitig die Bilanz versauen könnten. Insgesamt sehe ich bei euch nur fünf Spiele (Browns, zweimal Rams, Packers, Saints), die man sehr wahrscheinlich verliert. Ansonsten ist meiner Meinung nach überall ein Sieg drin, sodass ich ein 9-7 oder 10-6 als durchaus realistisch einschätzen würde.

Was unser Spiel angeht, hoffe ich, dass es tatsächlich ein Kampf um die Playoffs wird. Nach Spielen in Kansas City und LA sowie zuhause gegen die Panthers wird die Bye Week dringend nötig sein um wieder zu Kräften zu kommen. Besonders spannend wird zu sehen sein wie die beiden Coaches, die sehr gut miteinander befreundet sind und lange zusammengearbeitet haben, sich taktisch bekriegen werden. Man kennt die jeweils gegnerische Offense vergleichsweise gut, sodass es sehr stark auf den defensiven Game Plan ankommt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man auf Packers Seite versucht die (vermutlich) anfällige Secondary der 49ers zu attackieren (Rodgers gegen Sherman kennt man ja schon). Die 49ers hingegen werden gute Chancen über das Laufspiel haben, da mit Daniels unser wohl bester Runstopper weg ist und unsere Linebacker-Tiefe nicht unbedingt auf das Laufspiel ausgerichtet ist.

Beide Teams sind auch in den Playoffs häufig aufeinandergetroffen. Habt Ihr besondere Erinnerungen an Spiele gegen die 49ers?

Packers Germany: Auch wenn ich leider zu jung bin um die Spiele live mitzuerleben, fallen mir insbesondere die legendären Duelle zwischen Steve Young und dem jungen Brett Favre ein. Ihr wart Dauergast in den späten Runden der Playoffs, habt dreimal in Folge im Championship Game gespielt und in der 94er Saison endlich den verdienten Super Bowl geholt. Für uns gab es zwar nach Jahren der Dürre endlich wieder Playoff-Football, aber die Cowboys haben uns immer wieder rausgekegelt. Nach der 95er Saison durften Young und Favre dann endlich im direkten Duell zeigen was sie draufhaben. Obwohl die 49ers der haushohe Favorit waren, waren es die Packers die nach einem Pick-6 und zwei sehenswerten Drives plötzlich 21-0 führten. Auch ein Steve Young konnte den Spieß nicht mehr umdrehen, sodass wir das erste Mal seit 1967 endlich wieder im Championship Game standen und wohl auch dadurch das notwendige Selbstvertrauen tankten um die beiden folgenden Jahre im Super Bowl zu landen.

Die logische Konsequenz war, dass im Jahr darauf direkt das nächste Playoff-Spiel in der Divisional Round folgen sollte. Diesmal musste Steve Young bei absolutem Sauwetter von außen zuschauen wie die Packers ein chaotisches Spiel voller Fehler beider Teams doch recht deutlich für sich entscheiden konnten.

Da die beiden Mannschaften offensichtlich Spaß an den jährlichen Treffen bei schlechtem Wetter hatten, verabredete man sich für das folgende Jahr gleich wieder, diesmal in der Bay Area, um bei starkem Regen um den Einzug in den Super Bowl zu kämpfen. Wieder war es Favre, der am Ende als Sieger vom Platz ging.

Das wohl umstrittenste Spiel der beiden Teams war das vierte Playoff-Aufeinandertreffen in Folge im Anschluss an die 1998er Saison. Nur drei Sekunden vor Schluss fand Young den legendären Terrell Owens in der Endzone für den 30-27 Endstand und den Einzug in die Divisional Playoffs. Bis heute werden nicht wenige Packers-Fans argumentieren, dass Jerry Rice den Ball kurz zuvor der Ball aus der Hand gerissen wurde, bevor er mit dem Knie die Erde berührte. Nichtsdestotrotz stand die Entscheidung und Steve Young konnte endlich den ersten und (zu meiner Überraschung) einzigen Sieg gegen Brett Favre feiern!

Auch weil die jüngeren Playoff-Begegnungen weit weniger positiv für die Packers waren, sind es insbesondere die oben genannten Duelle, die einem im Gedächtnis bleiben. Beide Mannschaften hatten zu der Zeit eine Vielzahl großartiger Spieler in ihren Reihen, denen man einfach nur gerne zugeschaut hat. Auch wenn ich die Beziehung zwischen unseren Teams nicht unbedingt als große Rivalry bezeichnen würde, freu ich mich jedes Mal wenn zwei Teams mit solch einer großartigen Geschichte aufeinandertreffen. Ich bin mir sicher, dass wieder viele Packers Fans mitreisen werden und weiß, dass auch einige deutsche Packer vor Ort sein und eine geile Zeit haben werden!

Zum Abschluss noch eine Frage abseits der NFL. In Wisconsin fiebern die Football Fans nicht nur mit den Packers, sondern auch mit den Wisconsin Badgers, die in der Big Ten Conference antreten. Habt Ihr auch Interesse an College Football und liegen Vorlieben dann auch bei den Badgers, oder verteilt es sich?

Packers Germany: Ich persönlich bin mittlerweile ein großer Fan des College Footballs. Die Fans im College Bereich sind einfach großartig, die Spieler sind mit unglaublicher Leidenschaft dabei und der Football ist insbesondere im offensiven Bereich einfach richtig geil! Hinzu kommt, dass mir die Regeln im College Football teilweise weit besser gefallen.

Mit den Besuchen in Wisconsin und der damit entstandenen Verbundenheit zum Bundesstaat kommt logischerweise auch eine gewisse Sympathie zu den Badgers. Auch wenn ich wann immer möglich die Mannen in Rot und Weiß anschaue und anfeuere, muss ich gestehen, dass ich mir College Football tatsächlich größtenteils zum Spaß anschaue.

Zudem muss ich fast schon mit Scham zugeben, dass ich vergangenes Jahr in Ann Arbor bei den Wolverines war. Im Nachgang kann ich allerdings behaupten, dass ich dort als Packers-Scout unterwegs war, da mit Rashan Gary und Darnell Savage (Maryland) unsere beiden 1st Round Picks in dem Spiel unterwegs waren. Die Kulisse im Big House mit über 100.000 war auf jeden Fall beeindruckend, sodass neben grün und rot auch ein schickes Navy-Blau in meinem Kleiderschrank zu finden ist. Aber passt!

In unserem Lager ist mit Sicherheit ebenfalls ein Fokus auf die Badgers zu erkennen. Nichtsdestotrotz gibt es etliche Fans, die auch andere Mannschaften unterstützen. Ich denke in vielen Fällen kommt der Bezug zu einem Team durch die persönlichen Erfahrungen oder Geschichten, die man diesbezüglich gehört hat.

Wir bedanken uns herzlich bei den Packers Germany und Marc für das aufschlussreiche, ausführliche und interessante Interview und würden uns im Vorfeld der Regular Season Partie im Rahmen einer Spielvorschau wieder bei Euch melden! Bis dahin wünschen wir Euch viel Erfolg!       

Mehr Informationen über die German Packers findet Ihr hier:

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